Seite 68 - Immobilienwirtschaft_2011_02

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02 I 2011
Special
68
Immobilienverwalter und Wohnungs-
unternehmen machen sich verstärkt
Gedanken über intelligente Zähler für
Strom, Gas oder Wasser. Damit erhalten
Endanwender unmittelbar Rückmel-
dung über den derzeitigen Verbrauch.
Eine Vorschrift zum Einsatz im Bestand
gibt es nicht. Doch ein Wettbewerb um
die Verbrauchserfassung in den Haushal-
ten zeichnet sich ab. Wärmemessdienst-
leister, Stadtwerke, Energieversorger
und selbst Telekommunikationsanbie-
ter bringen sich mit Pilotprojekten zum
Smart Metering in Stellung. Die Wär-
memessdienstleister sind von Haus aus
im Vorteil, weil sie bereits die Stammda-
ten und die jährlichen Verbrauchsdaten
für Wärme und Wasser haben. Fast
alle großen Wärmemessdienstleister
bieten seit letztem Jahr verschiedene
Produkte zum Energiemanagement an.
Die Kosten für die Analyse des Ener-
gie- und Warmwasserverbrauchs sind
nach der Erweiterung des Paragrafen
7 Absatz 2 der Heizkostenverordnung
umlagefähig.
Techem,
Ista,
Brunata-Metrona
und Minol bieten webbasierte Ener-
giemanagementprodukte an. Für Lie-
genschaften mit Verdunster oder elek-
Vom Verwalter zum
Energiemanager
Heizung, Hülle & Co.
Steigende Energiepreise, kritische Mieter, verunsicherte
Eigentümer und gesetzliche Vorgaben drängen die Branche dazu, sich in ihren
Liegenschaften mit der E-Frage auseinanderzusetzen.
Oliver Mertens, Stuttgart
tronischem Heizkostenverteiler gibt es
meist eine jährliche Verbrauchsanalyse
und ein Energiemonitoring, bei dem Be-
stand, Benchmark, Zeitreihen und Nutz-
einheiten analysiert werden. Wer über
Funkablesung verfügt, kann außerdem
monatlich die Verbräuche für jede Nutz-
einheit und einzelne Räume ablesen. Die
Auswertung wird jeweils über ein Web-
Portal angeboten. Bei Techem können
sogar tagesaktuelle Auswertungen ab-
gerufen werden, wenn die Wohnanlage
mit dem Smart-System ausgestattet ist.
Der Branchenprimus plant bereits ein
Online-Mieterportal, mit dem die Be-
Auf einen Blick
› Es gibt Wettbewerb um die Verbrauchser-
fassung in den Haushalten.
› Wärmemessdienstleister bieten Produkte
zum Energiemanagement an.
› Die Kosten für die Analyse des Energie-
und Warmwasserverbrauchs sind umlage-
fähig.
› Es ist oft sinnvoller, zuerst die Heizung zu
modernisieren.
› Die KfW übernimmt bis zu 80 Prozent der
Kosten für eine Energieeffizienzberatung
für kleinere und mittlere Unternehmen.
Mit Energiemanagement können Immobilienverwalter ihre Wohnanlagen
wirtschaftlich sinnvoll entwickeln.
Fotos: MINOL