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02 | 2011
Franklin Winfield Wool-
worth wurde am 13. April
1852 geboren. Damals war
es üblich, die Waren ver-
steckt in Regalen zu lagern
und erst auf Wunsch des
Kunden zu holen und vor-
zulegen. Außerdem gab es
kaum festgelegte Preise.
Die Idee Woolworths war
nun, Artikel zu einem festen Preis von fünf
Cent offen auf Ladentischen zu präsentieren.
Dies war eine neue und fast revolutionäre
Idee im Bereich des Einzelhandels. Der Kun-
de konnte das gesamte Angebot überblicken,
vergleichen und „anfassen“. 1879 wurde der
erste Woolworth-Laden in Lancaster (Penn-
sylvania) eröffnet. Später wurde das Ange-
bot um Zehn-Cent-Artikel ergänzt – was den
Läden die Namen „five-and-ten-cent-stores“
oder „five-and-dime-stores“ einbrachte.
1886 wurde ein Gebäude zur zentralen Ver-
waltung in New York gebaut, 1905 wurde
der Konzern in eine Aktiengesellschaft umge-
wandelt. 1909 wurde die F.W. Woolworth Co.
Ltd. mit mehreren Partnern gegründet. Bis
1911 wurden weitere Partner eingebunden,
und man hatte nun 596 Läden in Betrieb.
1919 starb Frank Winfield Woolworth. Ob-
wohl Woolworth noch 1979 das größte Kauf-
hausunternehmen der Welt war, begann die
Kette in Schwierigkeiten zu geraten. 1997
wurden die letzten Kaufhäuser in den USA
geschlossen, und es blieben nur Spartenge-
schäfte wie Foot Locker übrig. Das Unter-
nehmen benannte sich in Venator um. Wal-
Mart, die auch einen Teil der ehemaligen
Woolworth-Kaufhäuser übernommen hatten,
nahmen den Platz von Woolworth im Dow-
Jones-Index ein. 1999 benannte sich Venator
in Foot Locker, Inc. um. Seit 1997 existieren
somit Woolworth-Kaufhäuser ausschließlich
außerhalb der USA und sind im Besitz unab-
hängiger regionaler Gesellschaften.
1926 wurde die deutsche Tochtergesellschaft
gegründet. Am 30. Juli 1927 wurde in Bre-
men das erste Kaufhaus von Woolworth in
Deutschland eröffnet. Lange Zeit betrieb
Woolworth in Deutschland verschiedene
Tochterunternehmen. Das bekannteste ist
hierbei Foot Locker. Darüber hinaus gab es
noch Schmuckfachgeschäfte, die unter dem
Namen Rubin auftraten.
tral auf den Firmensitz Unna konzen-
triert wurde, sowie die Verkleinerung
der Lagerflächen in den einzelnen Filia-
len, die Liquidität binden. Durch das
neue Verteilzentrum konnten die Lager-
und Logistikkosten laut Schindel um 60
Prozent gesenkt werden. Eine der ent-
scheidenden Weichenstellungen dürfte
die Homogenisierung des Ladennetzes
auf 1.000 bis 2.000 Quadratmeter Ver-
kaufsfläche und die Verkleinerung des
Sortiments von 20.000 auf 6.000 Stan-
dardartikel mit den Schwerpunkten
Schreibwaren, Heimtextilien, Wäsche,
Damen-, Herren- und Kinderbeklei-
dung, Spielwaren, Heimwerkerbedarf,
Haushaltswaren, Kosmetik und Droge-
rieprodukte sein. Die Zahl der Eigen-
marken wird von 50 auf etwa 10 redu-
ziert. Dadurch lässt sich das Sortiment
besser steuern. Denn für alle Filialen
können in etwa die gleichen Sortimente
angeboten werden, was wiederum die
Nachfragemenge je Artikel steigert. Und
das schlägt sich in günstigeren Einkaufs-
konditionen nieder. Voraussetzung ist,
dass die Kernsortimente für alle Märkte
mehr oder weniger passend sind. Als
zugkräftige Herstellermarken finden
sich unter anderem Lego, Pritt, Pelikan,
Herlitz, Swirl, Playmobil, Bahlsen und
Colgate im Woolworth-Sortiment.
500 neue Filialen geplant
Schindel ist von dem neuen Konzept so
überzeugt, dass er das Woolworth-Netz
insgesamt stärker ausbauen will, als es
vor der Krise war. 250 weitere Wool-
worth-Filialen in den Städten ab 30.000
Einwohnern sind mittelfristig geplant,
und langfristig sollen 500 neue Filialen
dazukommen. Damit dürfte – im Schnitt
betrachtet – jede Woche eine Wool-
worth-Filiale neu eröffnet werden, wie
Schindel es plakativ ausdrückt. Gesucht
sind Standorte in Innenstädten, Stadt-
teilzentren, Shopping-Centern und auch
in Fachmarktlagen.
Auf Erfahrungen aus anderen Län-
dern, das gibt Schindel zu, könne das
Unternehmen nicht zurückgreifen. Er
muss also in Deutschland seinen eigenen
Weg finden. Ein erstes positives Zeichen
ist dabei, dass Woolworth laut Geschäfts-
führung seit Juli 2010 wieder schwarze
Zahlen schreibt.
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Der Gründer
Franklin Winfield Woolworth
Woolworth.
Die Geschichte.