Seite 46 - Immobilienwirtschaft_2011_02

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02 | 2011
Das Projekt Edinburgh begann 2004:
Vier zentrale Entwicklungsgebiete mit
einer Waterfront sollen durch private In-
vestitionen wiederbelebt werden.
Projekt Edinburgh
In jüngster Zeit ist der Master-Plan für
Forth Ports Plc jedoch – ähnlich wie in
Barcelona – ins Stocken geraten. Die
weltweite Rezession führte zur uner-
warteten Finanzierungskrise des ambi-
tionierten Projekts. Über 84 Millionen
Pfund sollen insgesamt an Infrastruktur-
maßnahmen fließen. Die Finanzierung
soll durch ein TIF-System gewährleistet
werden. Tax Incremental Financing gilt
als Weg mittels zusätzlicher (Grund-)
Steuern Wachstum zu beschleunigen.
Das Geld wird quasi „geliehen“ und soll
zu einem späteren Zeitpunkt durch die
dann entstandenen Mehreinnahmen
wieder refinanziert werden. „Wenn es so
wie erwartet läuft, sollen zwischen 2.600
bis zu über 7.000 neue Jobs im Gebiet ge-
schaffen werden, was zusätzlich private
Investitionen zwischen 70 Millionen und
rund 200 Millionen Pfund nach sich zie-
hen könnte“, rechnet Projektleiter Jona-
than Guthrie vor.
Regeneration Londons
Die Olympischen Sommerspiele 2012
sollen vom 27. Juli bis 12. August 2012 in
London stattfinden. Vor der Gründung
der Olympischen Park Legacy Company
(OPLC) im Mai 2009 war es die Aufga-
be der London Development Agency
(LDA), 312 Hektar Land vorzubereiten.
London 2012 dient nicht allein dem Pres-
tige, sondern ist mit das größte Regene-
rationsprojekt Europas und ein ambitio-
nierter Versuch, aus dem schäbigsten Teil
der britischen Hauptstadt ein modernes
Naherholungsgebiet zu machen. Die Re-
gion war der „Hinterhof “ Londons, in
dem über Jahrzehnte jeder seinen Müll
illegal entsorgt hat. 180 Firmen, die mei-
sten davon Schrotthändler, mussten um-
gesiedelt werden. Auf dem Gelände des
olympischen Dorfs sollen nach Ende der
Spiele unter anderem rund 3.000 Woh-
nungen genutzt werden können.
Mit 2,5 Quadratkilometern ist das
Gelände der künftigen Spielstätten etwa
so groß wie der Hyde Park. Ausgerechnet
die Finanzkrise kam dem Olympischen
Park auch zugute. Weil überall im Land
Immobilienprojekte abgesagt wurden,
sanken die Baukosten drastisch. Zwar
wurden mehrere Sporthallenprojekte
abgesagt. Zuliefererfirmen arbeiteten
jedoch für die verbliebenen Projekte
schneller als geplant, weil sie schlicht
keine anderen Aufträge hatten. Letzt-
lich gelingt wohl, was nicht für möglich
gehalten wurde: Der staatliche Bauträ-
ger Olympic Delivery Authority (ODA)
kommt wahrscheinlich ohne Aufsto-
ckung mit dem festgesetzten Budget von
9,3 Milliarden Pfund aus.
46 Markt + Management
Olympic Park in London. Wandel vom „Hinterhof“ der Stadt zum modernen Naherholungsgebiet.
Foto: Lisa/wikipedia; Woolworth
mehr Bedingungen durchsetzen“, weiß
der Projektverantwortliche, Constan
van Ginneken vom Hoofd Bureau Erf-
pacht, Ontwikkelingsbedrijf Gemeente
Amsterdam. Ginneken hat sich mit Blick
über den Tellerrand nach seinen Worten
auch gute Ideen anderer Standorte wie
Hamburg zu eigen gemacht: „Wenn ein
Entwickler für ein neues Bauvorhaben in
der HafenCity ausgewählt wird, muss er
mit der Realisierung des Projekts inner-
halb von zwei Jahren anfangen.“
„22@“ in Barcelona
Xavier Cama, Direktor Cushman & Wa-
kefield Healey & Baker in Barcelona,
setzt mittelfristig weiter auf die Fortent-
wicklung des Distrikts 22@. Das Gebiet
nimmt 115 Häuserblocks mit einer Flä-
che von 200 Hektar ein. Vier Millionen
Quadratmeter Nutzfläche stehen zur Be-
bauung an, 3,2 Millionen Quadratmeter
sind zunächst Büro- und Gewerbeent-
wicklungen zugeordnet.
Anleger würden derzeit lieber eine
zentralere Lage in der Stadt an der Dia-
gonal oder Passeig de Gràcia vorziehen.
Die Krise der Technologieunternehmen
nach dem Absturz der Internet-Blase
im März 2000 habe das Wachstum des
Bezirks stark betroffen, so Direktor Xa-
vier Cama. Trotzdem seien noch alle
neuen Gebäude vor der endgültigen
Fertigstellung vermietet oder verkauft
worden.