44 Markt + Management
02 | 2011
Knappes Bauland limitiert derzeit den
Neubaumarkt. Andererseits steigt die
Nachfrage nach Immobilien insbesonde-
re in guten städtischen Lagen an. Neue
Strategien sind also gefragt. Die Rolle
öffentlicher Grundstücke bei der Akqui-
se privater Investoren für Städte wurde
in einer neuen Studie des Urban Land
Institute (ULI) Europe untersucht. Ein
Ergebnis: Städte verschwenden häufig
das Potenzial, das ihr Grundbesitz bietet.
„Öffentliche Grundstücke sind eine po-
tenziell nicht ausreichend genutzte Res-
source, insbesondere in Zeiten knapper
Staatsfinanzen“, so ULI-Europe-Vorsit-
zender Alexander Otto.
Auf einem internationalen Städte-
kongress in München Ende vergangenen
Jahres diskutierten rund 600 Stadtvertre-
ter auf Einladung der Stiftung „Leben-
Städte ringen um private Investoren
Entwicklung.
Öffentliche Grundstücke könnten viel besser genutzt werden –
vor allem in Zeiten knapper Staatsfinanzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine
neue Studie des Urban Land Institute (ULI).
komplette Stadtviertel von namhaften
Architekten aus dem Boden gestampft
werden, plagt sich das alte Europa mit
dem Bestand: Ihn umzubauen und zu
erneuern ist die Herausforderung, die
Öffnung der Stadt zum Wasser mitunter
die Lösung.
Dass der kreative Umgang mit lange
vernachlässigten Brachflächen zu be-
achtlichen Erfolgen führen kann, zeigen
verschiedene Projekte in Deutschland.
Längst präsentiert sich der Rheinauha-
fen, einst „nur“ einWarenumschlagplatz,
als lebendiges Stadtquartier. Vor allem
kreative Freiberufler fühlen sich in dieser
neuen Lebens- und Arbeitswelt sichtlich
wohl. Großflächigkeit und Quartiersge-
danke stehen beim Areal Überseestadt
in Bremen im Mittelpunkt. Auf rund 300
Hektar Fläche der ehemaligen Hafenre-
dige Stadt“ Lösungen für kommunale
Herausforderungen. Referenten und
Teilnehmer aus ganz Europa versuchten,
mehr Licht in das Dickicht zur kreativen
Stadtgestaltung zu bringen.
Gigantische Herausforderungen
DieHerausforderungender nächsten Jah-
re sind vielfältig und gigantisch – Fach-
kräftemangel und der Wettbewerb um
die kreativsten Köpfe, Demografie und
der Wettbewerb um schwindende Ein-
wohnerzahlen, leere kommunale Kassen
und die Notwendigkeit der Gestaltung
im Rahmen des Strukturwandels bestim-
men die Szenerie. Während in China
mit Satellitenstädten wie Lingang New
City auf extremes Bevölkerungswachs-
tum reagiert wird und im Emirat Dubai
Hans-Jörg Werth, Scheeßel
Foto: HafenCity Hamburg GmbH; Überseestadt WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH
Auf einen Blick
Nach einer Studie des Urban Land Insti-
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tute (ULI) Europe verschwenden Städte
häufig das Potenzial, das ihr Grundbesitz
bietet.
Verschiedene Beispiele in Deutschland
›
zeigen, dass der Umbau von lange ver-
nachlässigten Brachflächen zu beacht-
lichen Erfolgen führen kann.
Nicht immer klappt der städtebauliche
›
Wandel jedoch ohne Reibungsverluste,
viele Grundstücksquellen werden nur
suboptimal verwertet.
Die Flächen lediglich zum bestmöglichen
›
Preis zu veräußern, wäre dennoch zu kurz
gesprungen.
Best Practice. Die HafenCity in Hamburg soll neue Stadtqualität bringen.