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02 | 2011
nehmer wie beispielsweise Köln fehlen.
Die Stadt hatte bereits frühzeitig ihren
Mipim-Auftritt wegen tiefroter Zahlen
abgesagt. Auch Bonn als Juniorpartner
auf dem Köln-Stand muss nun überle-
gen, wie es weitergeht. Ähnlich rot sind
auch die Zahlen der Ruhrgebiets-Städte,
die sich bislang den Metropole-Ruhr-
Stand teilten. Lediglich Düsseldorf will
mit eigenem Stand weiter Flagge zeigen.
Zusammen mit etwa 25 Partnern aus der
Immobilienwirtschaft präsentiert sich die
Landeshauptstadt München. Gelebt wird
das Prinzip der Partnerstände auch unter
dem gemeinsamen Hamburg-Dach.
Viele Entscheider an einem Ort
„Der Vorteil des Formats Mipim ist, dass
man innerhalb von drei Tagen 40 Ge-
spräche mit hochrangigen Entscheidern
führen kann”, sind Wirtschaftsförderer
von derMesse weiter überzeugt. In Zeiten
komplexer Marktentwicklungen bedarf
es noch mehr intensiven Netzwerkens,
hieß es 2010 von vielen Teilnehmern.
Vor allem die Qualität der Gespräche be-
geisterte zuletzt das Fachpublikum. Das
soll sich 2011 verstetigen.
Zur Kostenfrage hat man bei der
Mipim klare Vorstellungen: „Wir bie-
ten ein viertägiges, globales Angebot zu
einem Einheitspreis an, der eine große
Anzahl an Dienstleistungen beinhaltet.
Im Vergleich zu vielen Konferenzta-
gungen für Investoren, die pro Tag im
Durchschnitt 1.000 Euro kosten, ist un-
ser Angebot für Immobilieninvestoren
und -fachleute viel attraktiver“, heißt es
von den Verantwortlichen.
„Es geht bergauf “, fasst Andreas
Mattner, Präsident des ZIA Zentraler
Immobilien Ausschuss, die Stimmung
im Geschäftsjahr 2010 zusammen. Die
deutsche Immobilienwirtschaft rechne
wieder mit steigenden Umsätzen, auch
die Erwartungen im Personalbereich
seien optimistisch. Positive Signale also.
Inwieweit dies nachhaltig wirkt, wird der
Mipim-Stimmungstest zeigen.
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Der Italiener Filippo Rean ist neuer
Direktor der Messen Mipim und Mipim
Asia und will vor allem den Service-
charakter der Messen betonen.
Die Mipim geht ins 21. Jahr. Wie beurteilen Sie ihren Stellenwert?
Rean:
Die Mipim hat sich über diesen langen Zeitraum heute als ein Muss
etabliert. Mein Hauptziel ist es, die Messe weiter als den besten Ort zu prä-
sentieren, um dauerhafte Geschäftskontakte aufzubauen und erfolgreich
auszubauen.
Es heißt, „neue Besen kehren gut“. Wie ist Ihr Konzept, haben Sie neue
Ideen zur Weiterentwicklung der Messe?
Rean:
Die Akteure der Immobilienwirtschaft sind sehr vielfältig und jeder
von ihnen hat andere Erwartungen. Beabsichtigt ist deshalb, Marktinhalte
fokussiert auf die jeweiligen Bedürfnisse anzubieten. Auch etablierte Ni-
schen sollen nicht zu kurz kommen.
Die Mipim ist ein Barometer für das Wohl oder Wehe der Branche. Wie
beurteilen Sie die aktuelle Stimmung?
Rean:
Die beiden Worte, die ich von Kunden ammeisten höre, sind Stabili-
sierung und Realismus. Die schlimmsten Momente der Finanzkrise liegen
hinter uns, die Situation ist heute wieder stabiler, und Unternehmen wol-
len wieder mehr Neugeschäft – allerdings bleiben sie vorsichtig.
Was ist mit den Mipim Horizons?
Rean:
Mipim Horizons wurden den schnell wachsenden Regionen wie
Lateinamerika, der Türkei oder Afrika gewidmet. Der wirtschaftliche Ab-
schwung hat einiges verändert, Länder wie Brasilien und China sind nun
klar als neue wirtschaftliche und auch politische Macht anerkannt. Mehre-
re Konferenzen zu Gebieten wie der Türkei, Südafrika, Brasilien und dem
Nahen Osten werden stattfinden. Wenn wir über neue Horizonte für die
Mipim sprechen, denke ich, dass diese nicht nur geografisch, sondern auch
mit der Suche nach ausbaufähigen Nischen zu tun haben.
Letztes Jahr ist die Anzahl der Teilnehmer noch auf eher niedrigem Le-
vel verharrt. Wollen Sie etwas in der Organisation oder bei den Preisen
ändern?
Rean:
Wir fahren in diesem Jahr eine Preispolitik, die niedrigere Preise
bedeutet für frühzeitige Anmeldungen. Das ist sehr gut bei einer großen
Anzahl unserer Kunden angekommen. Im Hinblick auf die Organisation
gilt, dass wir einen besonderen Schwerpunkt auf Content in allen unseren
Veranstaltungen legen.
Interview
Filippo Rean
Frischer Wind auf der Mipim?