Datenmaterial: LBS Research & Euroconstruct;
CB Richard Ellis
Grafik: Immobilienwirtschaft
UNGARN
2,7
SLOWAKEI
3,1
TSCHECHIEN 3,0 POLEN
4,6
FINNLAND
5,4
SCHWEDEN 2,8
09
Die Gewerbeimmobilienmesse Expo Real 2011 in München war die beste seit
langer Zeit: Sachlich, bodenständig und geschäftig. Mit gesundem Realitätssinn
wurden viele Verträge angebahnt und abgeschlossen, für die eines der Mode-
worte unserer Zeit – nachhaltig – bestens zu passen scheint. Es herrschte nicht
mehr der Pessimismus und die Sorge, die doch die vergangenen Jahre zu spüren
war. Auch die Excel-Jünger mit abstrusen Geschäftsmodellen und überzogenen
Gewinnerwartungen ließen sich (noch?) nicht blicken. Wir zumindest nahmen
sie nicht wahr.
Zu spüren war in den Münchner Messehallen allerdings, dass viele Markt-
teilnehmer bestrebt waren, ihr Geschäft bald unter Dach und Fach zu bringen.
Noch brummt die Wirtschaft, noch geht es uns gut, lautete die Devise. Wer weiß,
wie es 2012 kommen wird? Die während der Expo Real veröffentlichten Italien-
Zahlen trugen das ihrige dazu bei.
Der Trend zu Gemeinschaftsständen verstärkte sich. Die großen Metropolen
zogen die Massen an, während an den kleineren Ständen oft nur eine Handvoll
Menschen den Vorträgen lauschte. Für mit die größten Menschenansammlungen
sorgte aber die Messe München. Geschätzte 50 Meter lang waren die abend-
lichen Schlangen an den Fahrkartenautomaten und konnten es mit denen am
Taxistand locker aufnehmen (unfassbar, dass sich dies nicht besser organisieren
lässt). Hostessen halfen den Verzweifelten am Ticketautomaten. Im Eingangsbe-
reich zur Messe informierten Tafeln zweisprachig über „The easy way to enter
Ticket“. Bislang war die Benutzung des ÖPNV im Messeticket enthalten. Dieses
Jahr nicht mehr, die Messe München hat den Rahmenvertrag mit den Verkehrs-
betrieben gekündigt. Tausende von zahlenden Messebesuchern wurden so ent-
weder zu Schwarzfahrern oder haben sich schwarzgeärgert. Schade drum, dass
eine erfolgreiche Expo Real durch so eine Lappalie getrübt wird. Ob sich die Messe
damit einen Gefallen getan hat? Kundenservice jedenfalls sieht anders aus.
Kolumne
DieRating-AgenturFitchhatdieLandesbankBerlinundihreTochterBerlin-
Hyp leicht herabgestuf. Die Bewertung sank von AA- auf die nächstnied-
rigere Stufe A+ mit Ausblick „stabil“. Damit gilt weiter als sicher, dass die
Bank ihre Verpfichtungen erfüllt. Die Zahlungsfähigkeit gilt als stark, das
Ausfallrisiko als gering. Fitch will Noten über A nur noch Banken geben,
die sich auf staatliche Garantien verlassen können oder deren Geschäf
oder Eigentümerstruktur eng mit hoch bewerteten Staaten verknüpf sei.
RATING
BerlinHyp leicht herabgestuft
Schwarzfahrer-Messe oder:
Kundenservice mangelhaft
www.immobilienwirtschaft.de 11 | 2011
Frank Peter Unterreiner