36 Finanzen, Markt + Management
11 | 2011 www.immobilienwirtschaft.de
Ausgezeichnet: Die Köpfe 2011
Preisverleihung auf der Expo Real.
In einem heiklen Wirtschaftsumfeld überzeugten
zwölf Persönlichkeiten aus der Weite der Branche durch Visionen, Mut und Ideen.
Wir hatten auch eine. Wir verglichen sie mit literarischen Figuren.
Dirk Labusch, Freiburg
Im Rahmen einer feierlichen Preisverlei-
hung zeichnete die Redaktion der „Im-
mobilienwirtschaf“ am zweiten Messe-
tag die zwölf Köpfe des Jahres aus. Sie
waren zuvor von einer Jury namhafer
Immobilienjournalisten ausgewählt wor-
den (siehe dazu Hef 10, Seite 74). Unse-
re Redaktion hat die Preisträger diesmal
in Verbindung gesetzt mit einer litera-
rischen Figur. Anbei die Auszüge aus den
Laudatiotexten.
Liselotte Hjorth (SEB)
und Mutter Courage
Mutter Courage (M.C.) hat ihren Namen
erhalten, weil sie unter dem Feuer der
Geschütze 50 Brotlaibe in das belagerte
Riga fuhr. Nicht wirklich aus Barmher-
zigkeit, sondern um sie zu verkaufen,
bevor sie verschimmelten. Eine cha-
rakteristische Szene ist die, in der M.C.
mit dem Besen übers Schlachtfeld fegt,
um aufzuräumen. Und Aufräumen ist
in gewisser Weise auch charakteristisch
für die jüngere Politik der SEB. Das hohe
Verdienst der Preisträgerin ist es, das he-
terogene Immobilienportfolio der Bank
entrümpelt zu haben.
(Berthold Brecht, Mutter
Courage)
Bernhard Hansen (CA-Immo)
und Wilhelm Meister
Wir wollten die Entwicklung eines weg-
weisenden Entwicklers mit einem weg-
weisenden Entwicklungsroman in Be-
ziehung setzen. Zu Goethes Zeiten war
Aufruch ein großes Tema. Wilhelm
Meister hat davon geträumt, „Schöpfer
eines künfigen National-Teaters“ zu
werden. Auch Hansen ist immer wieder
aufgebrochen. Auf der großen Bühne der
Immobilienentwicklung bewegt er als ei-
ner der wichtigen Player zurzeit mehr als
andere. Es ist ihm in einer für Projekt-
entwickler schwierigen Phase gelungen,
wichtige städtebauliche Projekte umzu-
setzen.
(Johann Wolfgang v. Goethe, Wilhelm Mei-
sters Lehr- und Wanderjahre)
Angelika Kunath (Fondshaus HH)
und Mrs. Hawkins
Die Wirtin von Admiral Benbow ist die
Mutter des Helden Jim Hawkins, der
auszieht, um in der Ferne sein Glück zu
machen. Während der dabei fnstere Un-
tiefen durchschreiten muss, einen Schatz
fndet und ihn zum großen Teil wieder
verliert, bestellt seine Mutter ihr Haus
und gewinnt. Weil sie eine wunderbare
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Fotos: Paul-Gerhard Loske
Bohnensuppe kocht, ist ihr Haus immer
voll. Angelika Kunath hat ihr Glück in
heimischen Geflden gemacht, und zwar
zu Zeiten, in denen viele ausgezogen
sind. Sie ist mit ihren Fonds erfolgreich
in heimischen Standorten wie Köln, Hei-
delberg, Weiterstadt, Bonn. Von vielen
wird sie deshalb neidvoll beäugt.
(Robert
Louis Stevenson, Die Schatzinsel)
Klaus Franken (Catella Property)
und Ottavio
Ottavio jobbt als Student in einem Kaf-
feehaus namens „Cappuccino“. Während
er wie kein anderer die Varianten des
heißen Getränks zubereitet, wird er un-
freiwillig zum zuhörenden Beobachter
der Szene. Er erhält Informationen über
Dinge des Lebens, von denen er niemals
gewusst hätte, dass es sie gibt. Klaus
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