tragen wollte. Andererseits durfte aber
auch das Votum, dass nur zwei Prozent der
Befragten „betreutes Wohnen“ im Bestand
vermissten, nicht dazu führen, die Heraus-
forderungen des demografischen Wandels
aus dem Auge zu verlieren.
Arbeit an der Unternehmenskultur
Was wurde in den vergangenen zwei Jahren
unternommen, um den Rückstand auf den
Gebieten Imagepflege und Kommunika-
tion zu beseitigen? Die gesammte Genos-
senschaft durchlief einen vielschichtigen
Prozess, der sich in drei Phasen darstellte.
Erarbeitung eines Leitbildes, Wertekanon
und Führungsgrundsätze
In der ersten Phase wurde mit Hilfe eines
externen Coachings mit ausgewählten
Mitgliedern und allen Mitarbeitern ein
VLW-Leitbild erarbeitet. In verschiedenen
Workshops beschäftigten sie sich intensiv
mit der Tradition der Genossenschaft, um
zu erfassen, auf welches gemeinsame Ver-
ständnis bei der Suche nach einem Leitbild
zurückgegriffen werden konnte. Es war
eminent wichtig, beide Zielgruppen – Mit-
glieder und Mitarbeiter – bei dieser Arbeit
intensiv einzubinden. Das Leitbild ist im
Internet
öffentlicht und hängt
auch, für jeden Besucher gut sichtbar, im
Eingangsbereich der Geschäftsstelle.
Das Leitbild war die Grundlage einer Aus-
schreibung zur Entwicklung eines neuen,
frischen, zukunftszugewandten Außenauf-
trittes. Seit Mitte 2010 gibt es einen neuen
Claim, mit dem sich die VLW nach außen
und nach innen präsentiert. Er lautet „Gute
Adresse“.
Erarbeitung einer Unternehmensstrategie:
Maßnahmen und Umsetzung
In einer zweiten Phase erarbeiteten mehrere
Arbeitsgruppen einen Plan, der mögliche
Aktivitäten für einen Zeitraum von zwölf
Monaten auflistete. In diesem Zusammen-
hang musste jedoch letztendlich leider
festgestellt werden, dass einer Wohnungs-
genossenschaft, die über Bestände in 20
Stadtteilen verfügt, Grenzen gesetzt sind. Es
ist wesentlich leichter, neue Strukturen nur
in wenigen Stadtteilen aufzubauen, um bei-
spielsweise die Zusammenarbeit mit Kitas
und Schulen zu verbessern.
Es wurde darauf geachtet, dass sich in den
Arbeitsgruppen Mitarbeiter aus verschie-
Perfekt aufgestellt!
Auf dem Gipfel
der Ingenieurskunst.
Wo immer Sie Balkone planen: Wir finden die
Lösung. Ob auf zwei Stützen oder frei aus
kragend, unsere Balkonsysteme sind technisch
ausgereift und thermisch optimal entkoppelt.
Und wer neben innovativer Ingenieurs
kunst auch umfassende Beratung und
Services benötigt, bekommt auch das von uns.
denen Abteilungen gemeinsam Gedanken
zu den Lösungskonzepten für die beste-
henden Herausforderungen machten.
Es sollte ihnen bewusst werden, dass ein
zusätzlicher Service nicht nur Sache der
Wohnungsvermietung ist, sondern auch
die kaufmännische Abteilung und das
Rechnungswesen betrifft. Auf diese Weise
entstand zum Beispiel die Idee, für Berufs-
tätige eine Sprechstunde zum Thema
Betriebskosten am Sonnabend einzurichten.
Eine Idee mit großer Wirkung: bereits seit
Monaten sind VLW-Mitarbeiter jeden
Sonnabend in den Büros erreichbar. Auch
können sonnabends Wohnungen besichtigt
werden – zwei Beispiele für die Neuerungen,
die im Rahmen des Leitbildprozesses als
Sofortmaßnahmen zur Erhöhung der Ser-
vicequalität gemeinsam von Vorstand und
Mitarbeitern erarbeitet wurden.
Permanente Feedbackschleifen, Nachhal-
tigkeit der Veränderung sichern
Schließlich wurden in einer dritten Phase
ständige Feedbackschleifen als Control-
ling-Instrument entwickelt. Sie stellen eine
wichtige und notwendige Maßnahme dar,
mit deren Hilfe Mitarbeiter und Mitglieder
Die Wohnungswirtschaft
3/2012