Seite 5 - DIE_WOHNUNGSWIRTSCHAFT_2012_03

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Basel III und Solvency II
Auswirkungen auf Bankenlandschaft
und Finanzierungsbedarf der Wohnungswirtschaft
38
Stabil durch die Krise
Die Wohnungswirtschaft braucht langfristige
und leistungsfähige Finanzierungspartner
40
Wohnungsgenossenschaft mit Spareinrichtung
Anforderungen an einen Finanzierungspartner
42
GdW-Azubi-Kampagne
Die Gesichter der Nachwuchskampagne ­stellen sich vor
44
Gewichtete Mieterzufriedenheitsindizes
Mehr Kundenzufriedenheit auch mit engen Budgets?
46
Evaluation und Controlling im Vertriebsprozess
Vermietungstests, Prozessberatung und Coaching
Unternehmen
50
Internationales Jahr der Genossenschaften
Spareinrichtung zwischen Tradition und Bankenaufsicht
52
Vereinigte Leipziger Wohnungsgenossenschaft eG (VLW)
Kommunikatives Management
Gebäude und Technik
55
Passivhaus-Technologie im Geschosswohnungsbau
Städtische Architektursprache für Passivhäuser schaffen
56
Anforderungen und Lösungswege
Technische Aspekte beim vernetzten Wohnen
58
10. Allgäuer Baufachkongress
Baustoffindustrie sucht den Dialog mit der Branche
60 Betriebskosten aktuell
Recht
65 Mietrecht 69 WEG-Recht
70 Produkte und Dienstleistungen
71
Bücher
72
Personen
73
Termine / Veranstaltungen
80
Vorschau / Impressum
Unternehmen
Wohnungsgeno s s ens cha f t en
betreiben bereits seit mehr als 120
Jahren Sparein-
richtungen. Sie
w i r t s c h a f t e n
ge t r eu dem
Motto „Sparen,
Bauen, Wohnen“ für Generatio­nen
und erlangen dabei eine gewisse
Unabhängigkeit von traditionellen
Banken und Finanzierungswegen.
48 Wohnungsgenossenschaften
mit einer Spareinrichtung ver-
fügten am Jahresende 2010 über
Spareinlagen in Höhe von rund
zwei Milliarden Euro.
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Betriebskosten aktuell
Thema dieser Ausgabe sind Energiekosten –
unter anderem das Kostenmanagement mittels
S o f t w a r e ,
die Anforde-
rungen an die
H e i z k o s t e n -
ab r e chnung ,
gese l l schaf t -
l i c he Z i e l -
s e t z u n g e n ,
Energietrans-
parenz oder die
Praxistauglich-
keit von neuen
L ö s u n g e n .
Seite 60
Herausgegeben vom VNW Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e. V.
Betriebskosten
aktuell
Schwerpunktthema:
Energiekosten
Ausgabe 1 · März 2012
Strom: Großkunden entlastet ‒
Haushalte zahlen die Zeche
Peter Kay · Aufgespießt:
Das Seltsame an aufwändiger
und gleichförmiger Arbeit ist der
Gewöhnungseffekt. Mit der Zeit
verliert sich der Blick für Verein-
fachungsmöglichkeiten bei diesen
Tätigkeiten. Die Zusammenarbeit
zwischen Wohnungsunternehmen
und Energielieferanten ist dafür ein
Beispiel. Den Mitarbeitern der Hage-
ner Gemeinnützigen Wohnungsge-
sellschaft (ha.ge.we) ging es nicht
anders. Über Automatisierungsvor-
teile für die Buchung und Abrech-
nung von Betriebskosten dachte
man trotz des monatlich wieder-
kehrenden Aufwands erst nach, als
die Aareal Bank den entsprechend
spezialisierten Teil des BK01-Ver-
fahrens vorstellte.
Die ha.ge.we unterhält in Hagen etwa
5.300 Wohnungen. Lieferant von
Strom, Gas, Wärme und Trinkwasser
ist die Mark E Aktiengesellschaft, die
zur ENERVIE Gruppe gehört, einem
der größten eigenständigen Ener-
gieversorger in Nordrhein-West-
falen. Die Lieferungen von Mark E
verursachen bei der ha.ge.we einen
Abrechungsaufwand von monatlich
1.900 Einzelbuchungen für Allge-
meinzähler. Ebenfalls monatlich müs-
sen diese pro Straße, pro Objekt, pro
Wohnung aufgeteilt werden. Die Sys-
tematik und die damit verbundene
Arbeit ist den meisten Wohnungs-
unternehmen bekannt: die internen
Nummern der Versorger sind z. B.
über Excel mit den Wirtschaftsein-
heitsnummern des Wohnungsunter-
nehmens in einer Kontrollübersicht
in Einklang zu bringen, danach folgt
die eigentliche Vorverteilung und die
Übernahme in die Finanzbuchhal-
tung. Alles manuell.
Seit Februar 2009 wendet die ha.ge.
we bei der Zuordnung und Buchung
eingehender Zahlungen das BK01-
Verfahren der Aareal Bank an, das in
zahlreiche wohnungswirtschaftliche
ERP-Systeme exklusiv integriert ver-
fügbar ist. BK01 nutzt virtuelle Kon-
tonummern, um Zahlungen vollstän-
dig und automatisiert zuzuordnen
und zu buchen, und reichert diese
Kernleistung um viele weitere Auto-
matisierungseffekte an. Aufgrund
Optimierter
Datenaustausch mit
BK01-Lösungen
Zur Zeit liegt der Anteil von Steuern
und Abgaben am durchschnittlichen
Strompreis bei 46 Prozent. Seit der
Liberalisierung des Strommarktes
im Jahr 1998 hat sich dieser Anteil
durch Erhöhungen und Neuein-
führung (Stromsteuer, EEG- und
KWK-G-Umlage) verdreifacht. Vor
dem Hintergrund der im Sommer
letzten Jahres beschlossenen Ener-
giewende dürfte das noch nicht das
Ende der Fahnenstange sein. Beson-
ders ärgerlich ist deshalb, dass die
Bundesregierung ‒ von den meisten
unbemerkt ‒ imRahmen einesGeset-
zespaketes zur Neuregelung ener-
giewirtschaftlicher Vorschriften ab
2012 für eine weitere Verteuerung
des Stroms für Privathaushalte und
kleine Gewerbetreibende aber auch
für die Woh-
nungsunterneh-
men
gesorgt
hat. Grundlage
dafür ist eine
Sonderregelung
in § 19 Abs. 2
der
Strom-
netzentgeltver-
ordnung,
die
Großkunden mit
einem Verbrauch von mehr als zehn
Gigawattstunden an einer Abnah-
mestelle von den Netzentgelten
befreit. Deutschlandweit sollen von
dieser Sonderregelung rund 600
Unternehmen profitieren. Die Zeche
aber zahlen müssen die Privathaus-
halte und Unternehmen mit weniger
als 100.000 Kilowattstunden Ver-
brauch an einer Abnahmestelle. Auf
sie werden die geschätzt 1,1 Milliar-
den Euro umgelegt, die den Netzbe-
treibern durch die Sonderregelung
für Großkunden entgehen. Je Kilo-
wattstunde sind das 0,63 Cent, für
einen Durchschnittshaushalt rund
25 Euro im Jahr inklusive Mehrwert-
steuer. Die Bundesregierung will
mit dieser Regelung energieinten-
siven Unternehmen Wettbewerbs-
nachteile durch die Energiewende
ersparen und Arbeitsplätze sichern.
Das einem arbeitssuchenden Fami-
lienvater zu erklären, in dessen
Stadt oder Region sich keines die-
ser Großunternehmen befindet, für
die er einen höheren Strompreis
zahlen muss, dürfte nicht ganz ein-
fach sein.
Peter Kay
Die Wohnungswirtschaft
3/2012