Stabil durch die Krise
Die Wohnungswirtschaft braucht langfristige
und leistungsfähige Finanzierungspartner
Die Wohnungs- und Immobilienbranche zeigt sich auch in Zeiten der Wirtschaftskrise als sicherer und stabiler
Partner, gerade auch für die Banken in Deutschland. Diese Erkenntnis stand im Mittelpunkt des jährlichen Treffens
des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e. V. mit Vertretern von Banken und
Immobilienfinanzierern in Berlin. Die anstehenden Herausforderungen des immobilienpolitischen Jahres 2012, die
Neuerungen bei den Förderprogrammen der KfW-Bankengruppe und die Erfolge der Interessenvertretung im Bereich Steuern
und Finanzen waren die zentralen Themen der Veranstaltung.
Als größte Herausforderung für die Immo-
bilienbranche im Jahr 2012 skizzierte Axel
Gedaschko, Präsident des GdW, die Vor-
bereitung auf den Strukturwandel – also
den demografischen Wandel, die Wande-
rungsbewegungen der Bevölkerung sowie
die drohende Altersarmut. Dabei gelte es
vor allem, die gleichzeitige Notwendigkeit
von Rückbau in zahlreichen Regionen, aber
auch den Aufbau beziehungsweise Neubau
in bestimmten Ballungsregionen parallel zu
bewerkstelligen.
„Momentan laufen wir hier sehenden Auges
in eine Fehlentwicklung“, mahnte der GdW-
Präsident. Auch die Energiewende sei wei-
terhin ein Thema, bei dem sich die Branche
stark engagiere, aber auch noch viele Prob-
leme gelöst werden müssten. Derzeit liege
ein Referentenentwurf für eine Mietrechts-
reform auf dem Tisch, die die energetische
Sanierung für den Vermieter erleichtern
solle, ohne dabei den Mieter schlechter zu
stellen. Nun gelte es, die Mietrechtsreform
zügig auf den Weg zu bringen. Aber auch
die Finanzierung von Gebäudesanierungs-
maßnahmen müsse langfristig gesichert
sein. Die derzeit zur Verfügung stehenden
Mittel seien nicht ausreichend. Sollten nun
auch die aus dem Energie- und Klimafonds
eingeplanten 1,5 Milliarden Euro wegfallen,
müsse die Bundesregierung hier dringend
nachsteuern.
Neuerungen bei der
KfW-Bankengruppe
Dr. Axel Nawrath, Vorstandsmitglied der
KfW-Bankengruppe,präsentiertedenGästen
die Strategien der KfW und die Neuerungen
bei den für die Wohnungs- und Immobili-
enwirtschaft relevanten KfW-Programmen.
„Die KfW-Bankengruppe möchte nicht ins
Unendliche expandieren. Sie fokussiert sich
auf eine Strategie des qualitativen Wachs-
tums und damit auch des nachhaltigen
Wachstums“, erklärte Nawrath. Die KfW sei,
so Nawrath, der größte Förderfinanzierer
der Welt. Das inländische Kreditgeschäft
der KfW habe im letzten Jahr ein Volumen
von 65 Milliarden Euro gehabt.
An die Wohnungswirtschaft wurden im
letzten Jahr neun Milliarden Euro an Kre-
diten ausgereicht und damit rund 19 Mil-
liarden an Investitionen angestoßen sowie
rund 300.000 Arbeitsplätze gesichert. „Die
Standards der KfW-Effizienzhäuser bei den
energetischen Programmen sind effektiv
und reichen bis ‚Atemlos-Null‘“, so der KfW-
Vorsitzende. Je mehr man bei der Förderung
über die geforderten energetischen Stan-
dards hinausginge, umso besser könne man
Investitionen und positive Effekte anstoßen.
Nawrath berichtete über Neuigkeiten bei
den KfW-Programmen: So werde es ab
1. April ein Förderprogramm für den Denk-
malschutz und erhaltenswerte Bausubstanz
geben. Nachdem die Bundesregierung im
Haushalt 2012 keine weiteren Mittel für
das Programm „Altersgerecht Umbauen
und Sanieren“ mehr zur Verfügung gestellt
hat, gebe es nun ein Eigenprogramm der
KfW für Barrierearmut und Barrierefreiheit.
Der Nachteil dieses Programms sei, dass die
Zuschüsse nicht so hoch ausfallen werden,
wie man sie aus Bundeshaushaltsmitteln
leisten könnte. Andererseits würden die
Bedingungen zur Nutzung des Programms
vereinfacht und auch Einzelmaßnahmen
sollen förderfähig werden.
Nachhaltigkeit ist zentrales Anliegen
der Wohnungsunternehmen
„Bleiben Sie uns in Ihrer Leistungsfähig-
keit erhalten“, appellierte Lutz Basse,
Was die Wohnungswirtschaft in Zukunft beschäftigen wird.
Quelle: GdW
Die Wohnungswirtschaft
3/2012
Management
38
Finanzierung