Mit beteiligungsorientierten Maßnahmen
und Projekten in diesen Bereichen werden
Aufwertungs-, soziale Stabilisierungs- und
Integrationsstrategien verfolgt.
Im Mittelpunkt stehen zum einen die
Sanierung und Modernisierung von Woh-
nungen und Gebäuden. Hierbei wird
zunehmend besonderes Augenmerk auf
die Anpassung von Wohnungszuschnitten
und -ausstattungen an die Bedürfnisse
unterschiedlicher Zielgruppen gelegt
(Mehrgenerationenwohnen, familien- und
seniorengerechte Wohnungen, Wohnge-
meinschaften und so weiter). Zum anderen
gehört die Aufwertung des Wohnumfeldes
– insbesondere von Grün- und Freiflächen
und Plätzen – zum „Standardrepertoire“
partizipativer Quartiersentwicklung. Sie hat
zentrale Bedeutung für Wohnzufriedenheit
und Lebensqualität der Quartiersbewohne-
rinnen und -bewohner, trägt zur Verbesse-
rung des Gebietsimages bei und kann die
Quartiersbindung erhöhen.
Erfolgsfaktoren partizipativer
Quartiersentwicklung
Ein zentraler Erfolgsfaktor für parti-
zipative Quartiersentwicklung ist die
Kooperation von Kommunen und Woh-
nungsunternehmen. Diese Kooperation
wird im Rahmen von Programmen der Städ-
tebauförderung gezielt gefördert. Ein Bei-
spiel für eine gelungene Zusammenarbeit
ist das von verschiedenen Wohnungsunter-
nehmen getragene „Wohnungswirtschaft-
liche Quartiersmanagement“ in Dortmund,
Scharnhorst Ost, ein Modellvorhaben der
Sozialen Stadt (siehe hierzu auch DW
7/2011, S. 27), für das die Ruhr-Lippe Woh-
nungsgesellschaft die Trägerschaft innehat.
Auch die GBG Mannheimer Wohnungsbau-
gesellschaft mbH erbringt einen hohen
wohnungsunternehmerischen Einsatz für
das soziale Management, das bis hin zu der
Implementierung des Quartiersmanage-
ments in verschiedenen Stadtteilen reicht.
Entscheidend für den Verlauf und Erfolg von
Partizipation in der Quartiersentwicklung
ist eine differenzierte Herangehensweise.
Alle am Prozess beteiligten Gruppen ver-
fügen über unterschiedliche Informationen,
Ressourcen, Kompetenzen, Haltungen, Inte-
ressen und Ziele. Sie unterliegen zudem
unterschiedlichen zeitlichen und finanzi-
ellen Rahmenbedingungen. Differenzierte
Partizipationskonzepte, die darauf zielen,
die Alltagstauglichkeit und den Gebrauchs-
wert von Quartieren zu erhöhen, müssen
daher die je nach Lebenslage unterschied-
lichen „Rahmenbedingungen“ von zum
Beispiel Frauen und Männern, von Mig-
rantinnen und Migranten, von jungen und
alten Menschen berücksichtigen. Neben
der Berücksichtigung der Heterogenität der
Bewohnerschaft ist für den Erfolg von Par-
tizipation ausschlaggebend, dass die Akti-
vierungs- und Beteiligungsangebote auf
das jeweilige Quartier und seine Bewohner-
schaft zugeschnitten sind. Es funktioniert in
der Regel nicht, Maßnahmen, mit denen in
einem Stadtteil gute Erfahrungen gemacht
wurden, direkt auf ein anderes Gebiet zu
übertragen. Bei der Partizipation der Quar-
tiersbewohnerinnen und -bewohner kommt
es vielmehr darauf an, für neue Prozesse und
Ideen offen zu sein und einen vielfältigen
„Methodenkoffer“ – unter Berücksichtigung
der lokalen Ausgangssituation – effektiv zu
nutzen, auch wenn dies oftmals mit kon-
kreten Projekt-, Zeit- und Output-Vorstel-
lungen der Verwaltung kollidiert.
Schließlich zeichnen sich erfolgreiche Pro-
jekte und Maßnahmen partizipativer Stadt-
teilentwicklung dadurch aus, dass sie den
beteiligten Akteuren eine „Stimme“ und
ein „Gesicht“ verleihen, die Beteiligten in
alle Entwicklungsphasen einbeziehen und
Umsetzungsperspektiven sichern. Wenn in
diesen Prozessen Bürgerinnen und Bürgern
Verantwortung und Entscheidungsmacht
übertragen sowie Handlungs- und Gestal-
tungsspielräume eröffnet werden, wenn in
Politik und Verwaltung an einem Strang
gezogen wird und sie Unterstützung – auch
finanziell – gewähren, kann dies zu einer
Ausweitung und Qualifizierung der Beteili-
gung an Stadt(teil)entwicklung führen.
Christa Böhme
Dr. Thomas Franke
Dr. Bettina Reimann
Deutsches Institut für Urbanistik
Der „Platz für die Marie“ in der Marienburger Straße in Berlin-Prenzlauer Berg entstand unter
reger Beteiligung der Anwohner.
Quelle: Wolf-Christian Strauss/XPLAN, Berlin
Kooperation von vier Wohnungsunternehmen:
ein gemeinsames Quartiersmanagement baut
Brücken zu den Bewohnern. Das gemeinsame
Motto „Scharnhorst ist bunt“ beschreibt das
Leben im Quartier ebenso wie die vielfältigen
Maßnahmen der Bewohneraktivierung.
Quelle: DOGEWO21
Die Wohnungswirtschaft
3/2012
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