Seite 18 - DIE_WOHNUNGSWIRTSCHAFT_2012_03

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einige sogar als Maisonette-Wohnungen.
So verfügen alle Objekte über Eichenpar-
kettböden, Fliesenbeläge in Fluren, Bädern
und Küchen und bis zu sieben Meter breite
Balkone mit satinierten Glasbrüstungen.
Für Komfort sorgen die elektronisch bedien-
baren Rollläden an den nach Süden aus-
gerichteten Fenstern. Die kommenden
Teilabschnitte werden als Familienquartiere
ausgestaltet, was sich unter anderem an
familienfreundlichen Wohnungsgrundrissen
und Ausstattungsmerkmalen wie Spiel- und
Verweilplätzen sowie Kinderwagenboxen
zeigen wird.
Zudem widmet sich die hwg auch dem
Thema „Mehrgenerationenwohnen“. Die
Grundidee: Alle Bewohner – ob jung, alt,
Familien oder allein lebend – unterstützen
und helfen sich gegenseitig. Das Konzept
passt gut zum genossenschaftlichen Grund-
gedanken: Es versucht, der zunehmenden
Vereinsamung und Vereinzelung von Men-
schen entgegenzuwirken – so trägt bei-
spielsweise eine offene Gestaltung des Baus
zum Austausch bei. Dabei hat die hwg alt-
hergebrachte Wege verlassen und arbeitet
mit einem Partner zusammen – getreu dem
tradierten Motto „gelebte Nachbarschaft“.
So hat die hwg einen Neubau im fünften
Bauabschnitt mit 14 Wohneinheiten an
den Verein „wirwohnenzusammen e. V.“
(WIWOZU e. V.) vermietet – dieser tritt als
Wohnungsvermieter gegenüber seinen Mit-
gliedern auf. Die 23 Bewohner – im Alter
von einem bis 83 Jahren – konnten indivi-
duelle Wünsche in die Planung einfließen
lassen. So wurde das Haus im Südring 23
den sozialen und ökologischen Vorgaben
entsprechend kinder- und altengerecht, bar-
rierefrei und energiesparend errichtet. Neu
sind auch Minigaragen für Kinderwagen,
Rollatoren und Fahrräder. Da sich die Ver-
einsmitglieder selbst um die Gartenbe-
wirtschaftung kümmern, bleiben auch die
Betriebskosten vergleichsweise günstig.
Gebäudesanierung
im Kontext der Quartiersentwicklung
Die Neugestaltung der Grün- und Außen-
anlagen des bereits als „SüdstadtGarten“
bekannten Quartiers stehen nun an –
derzeit planen die Landschaftsarchitekten.
Neben farblich harmonierenden Blumen-
beeten sollen weitere Spielplätze und ein
besonderer Dreh- und Angelpunkt der
nachbarschaftlichen Begegnung entstehen.
Darüber hinaus ist geplant, Mietergärten in
die Außenanlagen zu integrieren und neue
Beleuchtungskonzepte zu entwickeln. Alle
Gebäude erhalten helle Fassaden mit dunk-
leren farblichen Akzenten an den Fenster-
rahmen und Gauben.
„Der Erfolg der Stadtteilsanierung macht
sich bereits jetzt bemerkbar, denn unsere
Aktivitäten haben sich herumgesprochen;
wir gewinnen Neumitglieder aus umlie-
genden Städten und die Anerkennung des
Genossenschaftspreises 2010 für unser
Südstadtprojekt freut und bestärkt uns“, so
Erika Müller-Finkenstein. Für die hwg und
ihre Mitglieder wird damit ein wichtiges
Fundament für den zukünftigen Erfolg der
Genossenschaft und ein attraktives Wohn-
angebot für alle Generationen geschaffen.
Bettina Schulze Wehninck
Unternehmenskommunikation hwg eG
Im zweiten Bauabschnitt entstehen hochwertige Maisonettewohnungen.
Quelle: hwg
Interview mit Erika Müller-Finkenstein, Vorstandsvorsitzende, und David Wilde, Vorstand bei der hwg eG
Bei der Modernisierung des Altbestandes die Messlatte
sehr hoch angesetzt
Sehr geehrte Frau Müller-Finkenstein,
warum modernisiert die hwg nicht nur
im Bestand, sondern setzt auch Ersatz-
neubau um? Was ist wirtschaftlicher?
Müller-Finkenstein:
Wirtschaftlich lässt
sich beides momentan ganz gut darstellen,
wobei unsere Renditeziele als Genossen-
schaft sicherlich auch anders definiert sind
als die anderer Wohnungsanbieter. Und
sowohl die eine als auch die andere Vari-
ante hat ihre Vor- und Nachteile, so dass
wir uns bewusst dazu entschlossen haben,
beides zu tun. Bei der umfangreichen
Modernisierung nutzen wir die im Vergleich
niedrigeren Baukosten, um gerade unseren
langjährigen Mitgliedern – aber auch
anderen Zielgruppen – hochwertigen und
energieeffizienten Wohnraum zu bezahl-
baren Preisen anzubieten. Wobei wir bei-
spielsweise durch Erhalt der Satteldachform
auch den besonderen Charakter des Quar-
tiers bewahren. Im Neubau dagegen pro-
fitieren wir von frei planbaren Grundrissen
und der Möglichkeit, vollständig barriere-
freie Wohnungen schaffen zu können. Die
höheren Baukosten rechnen sich dadurch,
dass im Neubau tendenziell kaufkräftigere
Mitglieder ein Zuhause finden, die den
Erstbezug in einem moderen Neubau auch
mit einer höheren Grundmiete honorieren.
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Thema des Monats
Sanierung 50er- bis 70er-Jahre-Bauten
Die Wohnungswirtschaft
3/2012