Seite 74 - DIE_WOHNUNGSWIRTSCHAFT_10_2011

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Wohnungsgenossenschaft WOGENO München eG
Innendämmung im Denkmalschutzobjekt
In denkmalgeschützten Altbauten kommt im Zuge der energetischen Sanierung in der Regel nur Innendämmung in
Frage. Bei einem Bestandsbau in München entschied sich die Wohnungsgesellschaft Wogeno für eine mineralische
Innendämmung, die ohne Dampfsperre auskommt.
Der Neubau oder umgebaute Bestand
muss den gültigen Normen der Energie-
einsparverordnung genügen. Als einzige
Ausnahme von der derzeit gültigen Ener-
gieeinsparverordnung lässt der Gesetzgeber
unter Denkmalschutz stehende Häuser
gelten – weil hier in der Regel keine Außen-
dämmung erlaubt ist. Doch auch an diese
Gebäude stellen Käufer und Mieter immer
mehr Anforderungen in puncto Energieein-
sparung.
Wärmebrücken vermeiden
Als die Münchner Wohnungsgenossen-
schaft Wogeno einen unter Denkmal-
schutz stehenden Altbau aus dem Jahr
1890 erwerben konnte, entschloss sich die
Genossenschaft, den Baukörper vor der
Neuvermietung nicht nur optisch zu moder-
nisieren und etwa Bäder einzubauen oder
den Grundriss an heutige Bedürfnisse anzu-
passen. Die Wogeno wollte das Gebäude
darüber hinaus energetisch optimieren.
Weil eine Außendämmung aufgrund der
Denkmalschutzauflagen nicht in Frage kam,
entschied sich der mit der Planung beauf-
tragte Münchner Architekt Matthias Heller
für eine Innendämmung mit dem Knauf
Perlite System TecTem Insulation Board.
„Wir wollten eine mineralische Innendäm-
mung, die ohne Dampfsperre auskommt“,
erklärt Architekt Heller diese Wahl, „um
Probleme etwa durch Beschädigungen der
Dampfsperre auszuschließen. Zudem sollte
es ein System sein, das nicht luftdicht abge-
schlossen ist, weil dieses Raumklima einem
Altbau eher entspricht.“
Alle zehn Bestandswohnungen des Altbaus
wurden mit dieser Dämmung energetisch
aufgewertet. Zuvor berechnete ein Bauphy-
siker mögliche Wärmebrücken. Daraus resul-
tierte die Entscheidung, neben den reinen
Außenwänden auch die Flanken der daran
angrenzenden 30 Zentimeter dicken Innen-
wände rund 50 Zentimeter tief zu dämmen,
um die Wärmebrückenproblematik zu mini-
mieren. Die angrenzenden schlankeren
Innenwände benötigten laut Berechnung
hingegen keinerlei Dämmung.
Eine Außendämmung kam aufgrund der Denkmalschutzauflagen nicht in Frage.
Quelle: Knauf
Wärmebrückendetail: Wandeinbindung Wand 500 mm, Innendämmung 60 mm,
WLG 045/Flankendämmung 25 mm, WLG 045 beidseitig
Quelle: Energieagentur Berghammer und Penzkofer
Ergebnisse:
f-Wert: 0,792 bzw. 0,843
Der zur Vermeidung von Oberflächentauwasser f-Wert von 0,70 wird an beiden Stellen über-
schritten, die Ausführung ist frei von Oberflächentauwasser (bei normalen Raumfeuchten bei
Wohnnutzung).
Eingabedaten:
Baustoffe
Nr. Bezeichnung
Nr. Bezeichnung
λ
[W/mK]
1 Innendämmung WLG 045
0,045
2 DIN V 4108 1.1.5 Leichtputz <= 700
0,172
3 DIN V 4108 1.1.1 Putzmörtel aus Kalk, Kalkzement und
hydraulischem Kalk
1,000
4 DIN V 4108 4.1.2 Voll-, Hochloch-, Füllziegel 2000
0,960
5 DIN V 4108 1.1.5 Leichtputz <= 700
0,180
6 DIN V 4108 1.1.5 Leichtputz <= 700
0,250
Eingabedaten:
Wärmeübergänge
Ψ
-Wert-Berechnung
f-Wert-Berechnung
Bezeichnung
Temperatur
R
s
[W/mK]
Temperatur
R
s
[W/mK]
Luft innen (Außenwände,
­Innenwände und -decken)
20 °C
0,25
Luft außen
-5°C
0,04
Die Wohnungswirtschaft
10/2011
72
Gebäude und Technik
Innendämmung