bis zwei Geschosse ergänzt. Das Ergebnis
ist ein spannungsreicher Kontrast zwischen
Bestand und zeitgenössischer Architektur,
bei dem das Denkmal jedoch nicht unmit-
telbar Teil der funktionalen Bebauung ist,
sondern als einzigartiger Rahmen und
Imagefaktor genutzt wird.
Die neue Wohnbebauung beinhaltet sieben
unterschiedliche Wohnungstypen: Die
Bandbreite reicht dabei von Ein- bis Drei-
raumwohnungen zwischen 74 und 152
Quadratmetern als Wohnungen mit Loft-
charakter über Terrassenwohnungen mit
Atriumgarten bis hin zu Penthouse- oder
Galeriewohnungen mit einer oder zwei Ter-
rassen. Zusätzliche Bandbreite im Angebot
schuf man durch den unterschiedlichen
Ausbau von Nord- und Südflügel.
Während beispielsweise die beiden Pent-
housewohnungen im Nordflügel ein
besonders offenes Wohnambiente mit
weitläufigem Wohn- und Essbereich sowie
Blick auf den Campus bieten und dabei
gezielt auf den inzwischen im modernen
Wohnungsbau angesagten Charme von
Sichtbeton setzen, wurden die Wohnungen
im Südflügel eher klassisch ausgebaut,
das heißt mit verputzten und verkleideten
Wänden. Aber auch hier gibt es besondere
Details, die sich aus der Verzahnung von
Neubau und Denkmal ergeben: Die eben-
falls offen gestalteten Atriumwohnungen
im Erdgeschoss bieten im Südflügel einen
kleinen innen liegenden Minigarten, der
auf einer Seite durch die historische Mauer
abgegrenzt wird und durch alte Rundbo-
genfenster den Blick auf das dahinterlie-
gende Areal freigibt. Generell vermitteln
alle Wohnungstypen ein offenes Raumge-
fühl und trennen dabei geschickt die eher
öffentlichenGemeinschaftsräume (Wohnen,
Kochen, Essen, Gäste-WC) von den Individu-
alzimmern (Schlafen, Bad).
Unterstützt wird die Wirkung der groß-
zügigen Grundrisse durch Designdetails.
Selbstverständlicher Standard ist dabei eine
große, geräumige Tiefgarage, die sich nun
unsichtbar unter Teilen des ehemaligen Reit-
platzes erstreckt. Auffällig sind die Winter-
gärten ähnlichen, verglasten Freisitze, die
einigen Wohnungen ein besonderes Flair
verleihen. In den Wohnräumen wurde durch-
gängig hochwertiger Eiche-Parkettboden
verlegt, die Nassräume überzeugen durch
ein dezent-modernes Ausstattungskonzept.
Alle Wohnungen sind per Aufzug zu errei-
chen. Mit einem Küchenstudio wurden drei
passende Küchenvarianten entwickelt und
für einen Aufschlag zur Miete angeboten –
ein Angebot, von dem immerhin 17 von 30
Mietern gegen Aufschlag von immerhin rund
zehn Prozent der Nettokaltmiete Gebrauch
machten. Insgesamt wurde bei vielen Details
auf eine besonders wertige und individuelle
Ausführung geachtet, dazu gehören auch
Pferdereliefs in den Treppenhäusern oder in
der Klinkerfassade, die an die besondere His-
torie des Standortes erinnern.
Die THS setzt mit dem Projekt ihre Reihe
der urbanen, architekturorientierten Stadt-
quartiere für gehobene Ansprüche fort,
die sie mit dem Projekt NF1 im Duisburger
Innenhafen Ende der 1990er Jahre startete.
Wie sehr die vielfältige Durchmischung von
Wohnen und Arbeiten, Moderne und His-
torie, urbaner Dichte und individueller Pri-
vatheit gerade in einer wachsenden Stadt
wie Düsseldorf gefragt ist, zeigte sich gleich
zu Beginn der Baumaßnahme, als bereits
mit der Aufstellung
eines Bauschildes
die ersten Anfragen
von Kauf - und
Mietinteressenten
eingingen. Zur Fer-
tigstellung im Mai
2011 konnte man
nur noch drei Ein-
heiten anbieten,
im Sommer wurden
dann auch die
letzten Einheiten an
Mieter übergeben.
Ralf Radschun
Leiter Kommunikation
THS Wohnen GmbH
www.ths.de
In den großen und exklusiven Wohnungstypen im Nordflügel wurden
Sichtbetonwände oder -decken bewusst als Designelement eingesetzt.
Quelle: THS Wohnen GmbH
Alle Wohnungen verfügen über große Terrassen oder Balkone. Die erhaltene Umfassungsmauer
der alten Stallungen, hier links im Bild zu erkennen, wird durch einen Betonbalken abge-
schlossen.
Quelle: THS Wohnen GmbH
Die Wohnungswirtschaft
10/2011
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