THS Wohnen GmbH
Historisches Ambiente mit modernen
Standards: Wohnungen am Gardeplatz
Die Umnutzung der denkmalgeschützten Reitanlage der Ulanenkaserne zum Wohnprojekt „Gardeplatz“ ist Teil des
städtebaulichen Entwicklungsprojekts „Tannenstraße“ im Düsseldorfer Stadtteil Derendorf. Der früher durch Unternehmen
wie Schlösser-Brauerei und Rheinmetall sehr stark industriell geprägte Stadtteil entwickelt sich derzeit aufgrund seiner guten
Infrastruktur und der Nähe zum Zentrum zu einem beliebten Quartier für attraktives Wohnen und Arbeiten.
Neue Bürogebäude und Kreativflächen für
die Modebranche entstehen sowohl auf
dem Tannenstraßen-Areal als auch auf der
angrenzenden Fläche der „Unternehmer-
stadt“ (vormals Werksgelände der Rhein-
metall) in gezielter Durchmischung mit
Wohnanlagen, die sich oftmals vorhandene
historische Substanz zu Eigen machen.
Die Idee, das ehemals militärisch genutzte
Gelände zu bebauen, wurde bereits 1992
geboren. Das Ergebnis eines städtebauli-
chen Ideenwettbewerbs, aus dem die Archi-
tekten Kohn Pedersen Fox (Büro London)
als Sieger hervorgegangen waren, und der
daraus entwickelte und 1998 beschlossene
Rahmenplan wurden zunächst wieder auf-
gegeben. Erst ein Werkstattverfahren im
Mai 2002 brachte die notwendige Klarheit
über die Entwicklungsmöglichkeiten des
Areals. Aus den sechs eingereichten Bei-
trägen wurde der Entwurf von HPP Hentrich
Petschnigg Partner ausgewählt und zur
Grundlage für die Rahmenplanung und die
zu erstellenden Baupläne gemacht. Nach
Meinung der Jury gingen die Preisträger
am behutsamsten mit der historischen
Gebäudesubstanz um. In ihrer Begründung
heißt es: „Baumreihen, Alleen und Platzsi-
tuationen sind das geeignete städtebau-
liche Gestaltungsmittel für das Gelände an
der Tannenstraße. Wie selbstverständlich
werden dabei die historischen Gebäude in
diese neue Struktur integriert.“
Die THS Wohnen GmbH nutzte im Jahr
2005 die Chance zum Einstieg in das
Projekt, als sich einer der Gesellschafter der
federführenden „Projektgesellschaft Tan-
nenstraße“ zurückzog und deutlich wurde,
dass man für die angestrebte Durchmi-
schung von Wohnen und Arbeiten einen
stabilen Partner mit speziellem Wissen für
die Entwicklung von Wohnquartieren gut
gebrauchen konnte. Gemeinsam mit der
LEG-Tochter „LEG Standort und Projekt-
entwicklungsgesellschaft Düsseldorf“ ent-
wickelte man auf der
Basis des Wettbe-
werbsbeitrags einen
B-Plan, der auf Grund-
lage der HPP-Rah-
menplanung konkrete
Einzelprojekte beider
Gesellschaften sowie
anderer Investoren
integrierte. Ein großer
und prägender Anker-
mieter für die von der
LEG angekaufte Fläche
wurde frühzeitig mit
der Werbeagentur
Grey gefunden, die
2008 am „Platz der
Ideen“ zwischen Roß-
und Ulmenstraße ihre
neue Zentrale etab-
lierte und damit einen
weiteren wichtigen Impuls für die Entwick-
lung des Stadtteils zum Standort der Krea-
tivwirtschaft gab.
ImAnschluss an das Grey-Objekt entwickelte
die THS ihr Projekt „Gardeplatz“ als kombi-
nierte Anlage für Wohnen und Arbeiten im
denkmalgeschützten Rahmen ehemaliger
Stallungen rund um einen zugehörigen
Reitplatz. Neben 30 exklusiven, modernen
Wohnungen entstanden hier auch weitere
3.000 Quadratmeter Gewerbefläche, die
zu großen Teilen von der Modeakademie
AMD angemietet und Ende 2010 bezogen
wurden.
Die Mieten für die verfügbaren Gewerbe-
flächen liegen zwischen 14,50 und 16,00
Euro während die Nettokaltmieten für die
Wohneinheiten bei 11,70 Euro/Quadrat-
meter angesetzt sind. Insgesamt investierte
die THS rund 13 Millionen Euro in das
Ensemble, zu dem auch eine großzügige
Tiefgarage mit 113 Stellplätzen gehört, die
für private und gewerbliche Mieter zugleich
ausreichend Stellplätze bietet.
Wohnen im Denkmal einmal anders
Der besondere Charakter des Projektes
„Gardeplatz“ wird durch die städtebauliche
Form der ehemaligen Stallgebäude und
Reithallen der Ulanen geprägt, einer der
letzten existierenden Komplexe dieser Art
aus den 1890er Jahren in Deutschland. Der
Reitplatz und die Stallungen bildeten den
Mittelpunkt der Anlage und waren für das
Regiment von entsprechend großer Bedeu-
tung. Auf der Grundlage der Vorgaben des
Denkmalschutzes galt es, eine moderne,
attraktive Wohnbebauung in die geschützte
städtebauliche Form zu integrieren, mar-
kiert durch die zu erhaltende Außenmauer
sowie zwei portalartige Torhäuser am west-
lichen Ende der Stallungen. An die beiden
Torhäuser schließen sich im Neubau hufei-
senförmig ein nördlicher und ein südlicher
Wohnriegel an, die den Platz umschließen,
der wiederum zu einem halböffentlichen
Park ausgestaltet wird. Da der Bebauungs-
plan von 2006 Freiheiten bei der Gestal-
tung mit neuen Bauteilen lässt, wurde die
eingeschossige historische Fassade um ein
In den Treppenhäusern erinnern eingelassene Pferdereliefs an die
Historie des Standortes.
Quelle: THS Wohnen GmbH
Die Wohnungswirtschaft
10/2011
Unternehmen
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umnutzung