GEWOBAG-Projekt: Design einer Leerwohnung
Auszubildende planen Instandsetzung
renovierungsbedürftiger Wohnungen
Fünf Auszubildende der GEWOBAG im ersten Ausbildungsjahr sollten renovierungsbedürftige Wohnungen auf Vordermann
bringen. Zeit und Budget waren knapp bemessen, die kreativen Anforderungen dafür umso höher. Die Azubis meisterten das
Projekt mit Bravour.
Vergilbte Fliesen im Bad, graue Kunststoff-
platten im Wohnzimmer, altmodisches
Blumendekor in der Küche: In eine solche
Wohnung will niemand einziehen. Nun
mag jeder Mensch mit Geschmack tausend
Ideen haben, wie man eine verwohnte
Bleibe wieder zu einer attraktiven Adresse
machen kann. Nur: Wenn Zeit und Budget
begrenzt sind, ein innovatives Konzept
und neue Materialien gefragt sind und die
Wohnung am Ende noch einer möglichst
großen Gruppe potenzieller Mieter gefallen
soll, ist diese Aufgabe nicht so einfach zu
lösen. Exakt vor dieser Herausforderung
standen fünf Auszubildende der GEWOBAG
im ersten Lehrjahr. Ihr Ausbildungsbetrieb
stellte ihnen die Aufgabe, je eine leer ste-
hende Berliner Wohnung auf Vordermann
zu bringen – und zwar innerhalb von knapp
drei Monaten mit einem festen Budget
von 20.000 Euro. Die Azubis dachten am
Anfang, dass dies ein hoher Betrag sei und
wurden von der Realität überholt …
In jedem Fall war das Projekt „Design Leer-
wohnung“ keine leichte Aufgabe, doch eine
lösbare. Es ist bei der GEWOBAG ein Para-
debeispiel für die praxisnahe Ausbildung.
„Wir möchten unseren Nachwuchs damit
optimal auf die Arbeitswelt vorbereiten“,
betont Martina Heger, Personalleiterin bei
der GEWOBAG.
Learning by doing
Nun sind Theorie und Praxis bekanntlich
zwei Paar Stiefel und ein asiatisches Sprich-
wort sagt, dass einmal gemacht besser
ist, als zehnmal gesehen oder hundertmal
gehört. Will meinen: Bei der Ausbildung
zählt fundiertes Fachwissen, gekoppelt
mit praktischen Fähigkeiten. Durch Team-
arbeit, Projektmanagement, Organisation,
Zeitplanung und die Übernahme von Ver-
antwortung sollen die Nachwuchskräfte bei
der GEWOBAG dieses Asset von Anfang an
lernen. Die praxisnahe Projektarbeit bietet
den Azubis dafür die Chance, Denken und
Tun, Lernen und Arbeiten, Schule und Leben
ideal miteinander zu verbinden. Die ange-
henden Immobilienexperten bekommen
kein fertiges Konzept vorgesetzt, das sie sich
nur aneignen müssen. Stattdessen lernen
sie, sich selbstständig und eigenverantwort-
lich Wissen zu erarbeiten, das Erlernte sofort
einem Praxistest zu unterziehen und das
eigene Projekt selbstbewusst zu vertreten.
Alleine lässt die GEWOBAG ihre ange-
henden Immobilienkaufleute mit Projekten
wie „Design Leerraumwohnung“ natür-
lich nicht. Sie konnten jederzeit auf die
Unterstützung der Geschäftsstellen und
GEWOBAG-Experten bauen. Trotzdem: Die
Verantwortung für „ihre“ Wohnung lag bei
den Azubis. Zu bewältigen war die Aufgabe
nur durch gute Planung. Zunächst galt es,
sich ein Bild vom Zustand der Mängel-
wohnung zu machen. Dann analysierten
die Auszubildenden den Markt, die Ziel-
gruppe und den Standort: Wen könnte die
Wohnung ansprechen? Was erwarten die
Mieter? Wie hoch kann die Miete nach der
Modernisierung angesetzt werden? All das
musste durch Recherchen, Kalkulationen
und Umfragen untermauert werden. Also
wälzten die Auszubildenden Designkata-
loge und Wohnzeitschriften, informierten
sich über Baumaterialien und Qualitäts-
unterschiede. Wie kratzfest ist der ausge-
wählte Bodenbelag? Wie empfindlich die
Tapete? Schnell stellten die Azubis fest,
dass schon die notwendigen Basisarbeiten
wie das Aufarbeiten der Fenster und Türen
oder die Erneuerung der Elektrik zwei
Drittel ihres Budgets verschlingen würden.
„Die Schwierigkeit bestand darin, seine Kre-
ativität auszuleben und dabei den finanzi-
ellen Rahmen nicht zu sprengen“, bestätigt
Projektteilnehmerin Julia König. Sobald das
Konzept stand, mussten die Azubis Ange-
bote bei Handwerkern einholen, sie prüfen,
gegebenenfalls korrigieren und schließlich
freigeben. Mit Baubeginn standen neue
Herausforderungen an: Die jungen Immo-
bilienexperten mussten den Fortschritt der
Arbeiten und die Qualität der Ausführung
Ein Auszubildender präsentiert der GEWOBAG-Jury „seine Wohnung“.
Quelle: GEWOBAG
Die Wohnungswirtschaft
10/2011
Management
56
Personalmanagement