Seite 56 - DIE_WOHNUNGSWIRTSCHAFT_10_2011

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BBA-Tagung: Treffen wir uns bei Facebook?
Potenziale sozialer Medien für die
­Immobilienwirtschaft
„Facebook ist wie eine Gartenparty“, sagen Kommunikationsexperten. „Müssen Wohnungsunternehmen jede Party
mitmachen?“, fragen sich Geschäftsführer, Vorstände und Mitarbeiter von Wohnungsunternehmen. Bei der BBA-Tagung
„Strategien und Einsatzpotenziale von Social Media“ in Berlin wurde diskutiert, was Facebook, Twitter & Co. wirklich bringen.
„Social Media hat meinen Tagesablauf
umgekrempelt“, bekannte Prof. Dr. Jörg
Erpenbach gleich zu Anfang der Tagung.
Der Fachdozent und Prodekan der BiTS Busi-
ness and Information Technology School
gGmbH aus Iserlohn wacht mit Facebook
auf und kehrt im Laufe des Tages immer
wieder dahin zurück, denn auf seinem
Computer hat Facebook längst Google als
Startseite abgelöst. Für die Zuhörer aus
den Wohnungsunternehmen, die aus dem
ganzen Bundesgebiet angereist waren,
sieht die Welt zwar noch anders aus. Jedoch
belegt die gut besuchte Veranstaltung der
BBA – Akademie der Immobilienwirtschaft
e. V., Berlin, dass das viel beschworene Web
2.0 die Branche erreicht hat. Der Begriff
bringt eine Entwicklung auf den Punkt, bei
der die Grenze wischen Produzenten und
Rezipienten verwischt. Inhalte werden nicht
mehr nur ins Netz gestellt und gelesen,
sondern von den Nutzern gemeinschaftlich
verändert.
Neue Medien lösen alte nicht ab
In seinem Einführungsvortrag machte
Erpenbach aber auch deutlich, dass im Web
2.0 nicht alles anders wird. So bleibt die
eigene Website die zentrale Anlaufstelle,
auf der Wohnungsunternehmen ihr Image
vermitteln, über sich und ihre Produkte
informieren und gegebenenfalls auch Woh-
nungen vermarkten. „Neue Medien lösen
alte nicht ab, sondern bedingen einander“,
ist Erpenbach überzeugt. Wenn Menschen
eine Wohnung suchen, sind Mundpropa-
ganda, Immobilienportale und die Internet-
seiten von Wohnungsunternehmen immer
noch erste Wahl. Doch die Bedeutung der
sozialen Netzwerke wächst. Die Frage an
Freunde und Bekannte, wo eine Wohnung
frei ist, verlagere sich zunehmend ins
Internet.
Dabei ist Facebook nicht die einzige
Plattform und sie ist auch nicht immer
und für jeden Kommunikationsmittel der
Wahl. Bei der Rekrutierung von Personal
haben einige Teilnehmer bereits mit XING
Erfahrungen gesammelt. Das Fotoportal
Flickr bietet Wohnungsunternehmen die
Möglichkeit, gelungene Bilder aus ihren
Beständen zu zeigen. Blogs ermöglichen,
öffentlich aus dem Nähkästchen zu plau-
dern. Einige Wohnungsunternehmen
bloggen bereits – mit unterschiedlichen
Ergebnissen. Erpenbach hält es für keine
gute Idee, wenn die Kommunikationsab-
teilung lediglich ihre Pressemitteilungen
in den Blog stellt. Sinnvoller sei es, wenn
zum Beispiel ein Hausmeister von seiner
täglichen Arbeit erzählt. Wem das in nur
140 Zeichen gelingt, für den bietet sich
ein Twitter-Account an. Einige Wohnungs-
unternehmen nutzen Twitter als Vertriebs-
instrument, über das sie freie Wohnungen
anbieten. Auch davon hält Erpenbach
wenig. Social Media sei kein reines Ver-
triebsinstrument, sondern diene dazu, den
Podiumsdiskussion: Frank Kopatschek, Dirk Lönnecker, Peter Stubbe, Professor Dr. Jörg Erpenbach, Klaus Graniki, und Peter Soltau, (v. l. )
Quelle: BBA
Die Wohnungswirtschaft
10/2011
Management
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Social Media