Quartiers- und Nachbarschaftsmaßnahmen
liegen. Die Öffentlichkeit und der Stadt-
kämmerer schauen auf Ergebnisse und Ren-
diten. Es ist jedoch bisher nicht gelungen,
die Bedeutung der Stadtrendite in der
öffentlichen Wahrnehmung zu verankern.
In Pressekonferenzen zu den Jahresergeb-
nissen der Unternehmen finden sich, bis auf
Ausnahmen, nur Botschaften zu den Bilanz-
zahlen. Was die Wohnungsunternehmen
zusätzlich im Bereich der guten Nachbar-
schaft und für die Kommunen geleistet
haben, hat in aller Regel keinen Platz. Muss
die Branche nicht die Stadtrendite so quan-
tifizieren, dass sie diese Ergebnisse wie die
Bilanzergebnisse jährlich der Öffentlichkeit
vorstellen kann? Ist es vielleicht notwendig,
nicht nur anlässlich von Projekten an die
Öffentlichkeit zu gehen? Wenn das gelingt
und selbstverständlich wird, können sich die
Unternehmen vielleicht mit Erfolg gegen
die Überforderung wehren?
Hendrik Jellema:
Der Begriff Stadtren-
dite war ein politischer Kampfbegriff, der
entstand, als man sich darüber auseinan-
dersetzte, was öffentliche Unternehmen
bringen. In diesem Zusammenhang hatte er
seine Berechtigung. Ich würde ihn nicht in
Euro und Cent ausrechnen wollen. Es geht
um inhaltliche Fragen, die die Unternehmen
durchaus selbstbewusst darstellen können.
Wir haben Kompetenz darin, Quartiere zu
entwickeln und Akteure zu vernetzen. Die
Kompetenz im Bereich Öffentlichkeits-
arbeit und Imageentwicklung ist jedoch
ausbaubar. Unser Außenauftritt ist zu
bescheiden und zu zurückhaltend, um deut-
lich machen zu können, wofür wir stehen.
Wie wollen wir von der Öffentlichkeit, der
Politik und unseren Gesellschaftern wahr-
genommen werden? Wir sind keine Verwal-
tungsabteilungen, sondern Unternehmen
– und als solche sollten wir bewertet
werden. Wir arbeiten mit öffentlichem Geld
und müssen uns deshalb auch der öffent-
lichen Diskussion stellen. Es liegt an uns
Gesellschaftern zu verdeutlichen, dass wir
besondere Angebote mit einer besonderen
Wirkung haben – dass wir der Schrauben-
schlüssel mit großer Hebelwirkung sind.
Axel Gedaschko:
Einige Wohnungsun-
ternehmen haben richtigerweise quantifi-
ziert, was sie
in dem Bereich
machen, der
allgemein mit
S t a d t r e nd i t e
ums c h r i e b e n
wird. Sie können
dem Kämmerer,
der knallharte
F o r d e r ung e n
an das Unter-
nehmen richtet,
zeigen, was sie wie erwirtschaftet und in die
Stadt zurückgegeben haben. Das ist auch
eine Art Schutz. Allerdings man kann sich
hinter diesem Begriff auch wunderbar ver-
stecken und einfach auf die Stadtrendite
verweisen.
Ralf Zimlich:
Geht es um die Stadtren-
dite oder ist nicht vielmehr etwas anderes
wichtig: Viele Investitionen, vom Sportplatz
bis zum Seniorenspielplatz, rechnen sich
nicht direkt, sondern erst in der Zukunft.
Ich brauche keine Renditen, um zu wissen,
dass das dauerhaft für meinen Bestand
und für meine Auslastung gut ist. Damit
Komfortable
Wohnraumlüftung
von Zehnder,
für die Sanierung.
■ Erhalt der Bausubstanz
■ Wertsteigerung Ihrer Immobilie
■ Zufriedene Mieter
■ Energieersparnis von bis zu 50%
■ Baustandard der Zukunft
www.zehnder-systems.de
Heizung
Kühlung
Frische Luft
Saubere Luft
19
Die Wohnungswirtschaft
10/2011