Seite 89 - CONTROLLER_Magazin_2010_05

Basic HTML-Version

87
Systems sowie die eindeutige Zieldefinition. Die
im Anschluss zu ermittelnden
Input-Daten
sind für ein Simulationsmodell von fundamen-
taler Bedeutung. Sie beeinflussen maßgeblich
die Qualität der Simulationsergebnisse. Häufig
werden in Unternehmen die benötigten Daten-
mengen und somit auch der Aufwand zur Be-
reitstellung dieser Informationen unterschätzt.
Aus den dann bekannten Informationen soll ein
nachvollziehbares Modell entwickelt werden.
Dabei ist in allen Prozessschritten auf eine lo-
gische und transparente Vorgehensweise zu
achten, um ein für den Auftraggeber glaubwür-
diges und vertrauensvolles Modell zu schaffen.
Die Tätigkeiten bzw. Dokumentationen hierzu
fallen unter den Oberbegriff
„Verifikation und
Validierung“
.
Sobald ein erstes Modell existiert, werden die
zu analysierenden Parameter
innerhalb ei-
nes Szenariomanagements festgelegt. Ein
letzter und zugleich wichtiger Prozessschritt
stellt die Auswertung der unterschiedlichen Si-
mulationsergebnisse dar. Hierbei können so-
wohl Kostenaspekte als auch die zugehörigen
fertigungstechnischen Werte analysiert wer-
den. Interdependenzen zwischen technischen
Größen und den entstehenden Kosten werden
auf diesem Wege ermittelt.
Simulationsbasierte
Kostenermittlung
Klassische Materialflusssimulationen betrach-
ten nur logistische bzw. technische Aspekte.
Die Prozesskosten werden meist nicht oder nur
sehr rudimentär berücksichtigt, was keine ver-
lässliche Ermittlung von Wirkungsbeziehungen
zwischen technischen Prozessen und den zu-
gehörigen Kosten zulässt. Um dieses Defizit zu
beheben, werden Kosten realitätsgetreu inner-
halb des Simulationssystems implementiert.
Konstanter Kostenanfall zu festen
Zeitpunkten
Kosten, die in einem regelmäßigen Zeitintervall
mit einem festen Wert anfallen, stellen die ein-
fachste Kostenentstehung dar, die auch in tra-
ditionellen, statischen Kostenrechnungssyste-
men ohne Probleme korrekt berechnet werden
können. Zu diesen Kosten gehören beispiels-
weise
indirekte Personalkosten
, da diese mit
einem bekannten Wert monatlich konstant an-
fallen.
Bei
direkten Personalkosten
ist eine stati-
sche Berechnung bereits schwieriger, da sich
je nach Schichtmodell des Mitarbeiters das
Entgelt verändert. Eine dynamische Simulation
berücksichtigt alle diese Parameter zu jeder
Zeit korrekt und liefert daher immer ein reali-
tätskonformes Ergebnis. Die Simulationssoft-
ware prüft in Folge in einem bestimmten Zeitin-
tervall (z. B. jede Stunde) die Anzahl der aktuell
benötigten Mitarbeiter und berechnet auf Basis
dieser Information das korrekte Entgelt.
Abb. 3: Beispiele für Simulationsauswertungen
Autor
Christian Heib
ist Erzeugniscontroller bei der Robert Bosch GmbH,
Homburg/Saar.
E-Mail:
CM September / Oktober 2010