Seite 88 - CONTROLLER_Magazin_2010_05

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Prozesse und die dadurch entstehenden Ferti-
gungskosten auf einer Plattform transparent
verknüpfen. Des Weiteren analysiert dieser An-
satz mittels dynamischer Simulation Effekte,
die mithilfe traditioneller statischer Verfahren
nicht zu erfassen sind. Die simulationsbasierte
Kostenermittlung verfolgt den umgekehrten
Ansatz wie bisherige Kostenrechnungsverfah-
ren, da nicht versucht wird, Kosten Top-down
verursachungsgerecht zu verteilen, sondern die
tatsächliche Kostenentstehung auf Prozess-
ebene Bottom-up betrachtet
wird.
Materialflusssimulation
Bevor eine simulationsbasierte Kostenermittlung
möglich ist, muss zunächst der gewünschte Ana-
lysebereich innerhalb eines Simulationsmodells
abgebildet werden. Hier ist kritisch zu prüfen, ob
eine Simulation für die Analyse des betrachteten
Prozesses das richtige Instrument darstellt.
Allgemein ist festzustellen, dass ein Simulati-
onssystem immer dann Anwendung findet,
wenn komplexe
Wirkzusammenhänge
zwi-
schen unterschiedlichen Prozessen bestehen,
eine
Vielzahl an stochastischen und zeitab-
hängigen Parametern
existieren,
dynamische
Effekte
betrachtet werden sowie eine maxima-
le Planungssicherheit gefordert wird. Mithilfe
der Simulation lässt sich das unternehmerische
Risiko neuer Vorhaben senken, Projekte kön-
nen kostengünstiger umgesetzt werden und es
besteht ein besseres Systemverständnis durch
transparente Prozessvisualisierung.
Prozess zur Simulationserstellung
Zur Modellierung eines Simulationssystems und
der Sicherstellung der realitätsgetreuen und
zielführenden Abbildung sollten zwingend be-
stimmte Prozessschritte durchlaufen werden
(siehe Abbildung 2).
Der erste und auch grundlegende Prozess-
schritt innerhalb der Simulationserstellung ist
die klare Definition des zu untersuchenden
Abb. 1: Ursachen für Unternehmenskrisen
Abb. 2: Der Simulationsprozess
Kostenermittlung mithilfe von Simulationsmodellen