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„Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie
die Zukunft betreffen.“
(zugeschrieben Mark
Twain, Winston Churchill.)
„Die beste Art, die Zukunft vorauszusagen, ist,
die Zukunft zu erfinden“.
(Alan Kay, Informatiker)
„Es ist unmöglich in die Zukunft zu schauen,
und es ist gefährlich, es nicht zu tun“.
(Sir Henry
Deterding)
In Zeiten immer kürzer werdender Produkt-
zyklen, steigenden Wettbewerbs sowie immen-
sen Kostendrucks wird ein
möglichst genaues
Forecasting immer wichtiger
. Dies gilt in be-
sonderem Maße für die
Produktionsplanung
und die
Vorratshaltung
, aber auch für andere
Bereiche wie zum Beispiel die
Liquiditätsplanung
.
Ergebnisorientiertes Steuern steht in der der-
zeitigen Finanz- und Wirtschaftskrise für alle
Beteiligten auf allen Ebenen im Vordergrund.
Nur wer jederzeit über den aktuellen Stand in-
formiert ist, kann kritische Situationen frühzei-
tig erkennen und die erforderlichen Maßnah-
men ergreifen. Transparenz ist hierfür die un-
abdingbare Basis. Um die Performance seines
Verantwor tungsbereiches überwachen und
steuern zu können, sollte ein Manager
jeder-
zeit den aktuellen Leistungsstand
aller sei-
ner Geschäftsindikatoren (Leistungskennzah-
len) kennen und in der Lage sein, eventuelle
Abweichungen schnell zu analysieren. Nur so
können rechtzeitig die richtigen Maßnahmen
ergriffen werden.
Die Erstellung von Forecasts leidet unter zum
Teil langen Bearbeitungszeiten und ist zuweilen
mit Problemen hinsichtlich der Genauigkeit be-
haftet. Ausweislich einer Studie von 282 teil-
nehmenden Unternehmen verwiesen über 80%
der Befragten auf Ungenauigkeiten in ihren Pro-
gnosen. Zur Planung insgesamt bezeichneten
sich weniger als ein Viertel der Befragten als
„sehr zufrieden” und nahezu ein Drittel gab
„unzufrieden” an.
Die Studie zeigt andererseits, dass in Deutsch-
land die Genauigkeit von Budgets und Fore-
casts ein vorrangiges Ziel der Planung ist – eine
Antwort, die bei anderen Ländern insgesamt
eher am Ende der Liste steht.
1
Lediglich 23%
der Befragten gaben an, dass ihr Unterneh-
men seine operative Planung vierteljährlich
aktualisiert
, während fast die Hälfte nur ein-
mal im Jahr oder seltener aktualisiert. Die über-
wiegende Mehrheit der Unternehmen würde
die Planung gerne häufiger aktualisieren.
2
Mit jedem neuen
Forecast
ist beinahe immer
die Diskussion hinsichtlich seiner Einhaltung,
sprich der Genauigkeit, verbunden. Die Studien-
ergebnisse werfen ein interessantes Bild auf:
Rund 84 % der Unternehmen gaben bei der
Frage nach der Genauigkeit ihrer Forecastings
an, dass diese zu 5% oder mehr ungenau sei-
en.
Bei rund 54% der Teilnehmer ist die Ge-
nauigkeit sogar geringer als 10 % oder
mehr.
Nach Best Practice befragt, zeigten sich
Nachverfolgung der Forecast-Genauigkeit
Maßnahme zur Optimierung der Unternehmenssteuerung
von Hendrik Vater
CM September / Oktober 2010