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10. Welche Auswirkungen hat die Eigentümer-
struktur auf das Verhalten in der Krise?
11. Wäre ein Unternehmen mit Mitarbeiterbetei-
ligung besser aufgestellt?
12. Wird sich nach der Krise etwas geändert
haben oder bleibt alles wie bisher?
13. Welche Möglichkeiten bietet nachhaltiges
Handeln?
Die Unternehmen
In Vorbereitung der Arbeitskreis-Sitzung er-
reichten uns viele Vorschläge zur Auswahl der
Unternehmen. Um die Vielfalt zu gewährleisten,
wählten wir drei Unternehmen aus verschiede-
nen Branchen, mit unterschiedlicher Größe und
Marktumfeld:
1) Tropical Island – unser Gastgeber – Erlebnis-
und Freizeitparks
2) Avancis – ein Hersteller von Solarmodulen
3) Dussmann-Gruppe – ein Globalplayer im Be-
reich Multidienstleister.
Die Ergebnisse unserer Arbeitskreis-Sitzung
werden wir im Folgenden am Beispiel der Duss-
mann-Gruppe darstellen. Unser Tagungsort,
Tropical Island, versprach hitzige Diskussionen,
tropische Temperaturen, karibische Klänge und
exotische Bedienung.
Vorstellung der Dussmann-Gruppe
Die Dussmann-Gruppe ist einer der weltweit
größten
Multidienstleister
mit den Bereichen
Facility-Management, Catering und Kursana Se-
niorenpflege und -betreuung. In Berlin ist Duss-
mann vor allem durch das KulturKaufhaus be-
kannt. Die Idee des Unternehmensgründers Pe-
ters Dussmann war es im Jahr 1963, einen
„Heimpflegedienst für Junggesellen“ zu grün-
den, der Dienstleistungen für Singlewohnungen
verrichtete. Von da an wurde das Dienstleis-
tungsspektrum kontinuierlich weiterentwickelt,
verbreitert und bildet heute eine solide Basis für
die Unternehmensentwicklung. International ist
die Dussmann-Gruppe in 26 Ländern breit auf-
gestellt: z.B. in Italien, Österreich, Luxemburg,
Ungarn und Polen. Als Wachstumsregion ist
derzeitig Asien im Focus.
Die Strategie der Dussmann-Gruppe wird durch
folgende Positionen charakterisiert:
t
Identität als mittelständisch geprägter Konzern
t
Global Business – Local Services
t
Wachsen am Stamm – Akquisitionen nur se-
lektiv
t
Partnerschaftliche Kundenbeziehung
t
Ausgewogenes Angebotsportfolio zur Risi-
kostreuung
t
Ständige Weiterentwicklung des Angebot-
sportfolios entsprechend den Marktgege-
benheiten.
Die Unternehmensentwicklung ist durch flache
Hierarchien gekennzeichnet und die Organisati-
on wird nicht durch die Finanzierung und Integ-
ration akquirierter Unternehmen belastet. Das
proaktive Handeln zur Begrenzung der Risiken
der Krise ermöglichte für das Budget 2009 ei-
nen positiven Ausblick (vgl. Abbildung 3).
So wurden für das Jahr 2009 ein organisches
Umsatzwachstum, Investitionen in Overhead-
Bereiche und Optimierungen im operativen Be-
reich geplant, die zu einer überproportionalen
Ergebnissteigerung führen sollten.
Wie sieht es ein Jahr nach der Krise aus? Die
Prognose für 2009 ist positiv – der Umsatz wird
unter Budget liegen, aber beim Ergebnis wird
das Ziel erreicht. Die getroffene Einschätzung
zu Chancen und Risiken und die Wirksamkeit
der eingeleiteten Maßnahmen wurden kritisch
analysiert. Überraschend war der Effekt im Be-
reich der Finanzierung – durch langjährig er-
worbenes Vertrauen gab es keine Probleme
und auch bei den Mitarbeitern konnte die Duss-
mann-Gruppe als Arbeitgeber punkten.
Wilhelm Malte I First zu Putbus
An einem Sommertag im Juli stellte sich ein Mit-
glied unserer Arbeitsgruppe der Herausforde-
rung, seine Höhenangst zu besiegen. Die freitra-
gende Wendeltreppe des
Jagdschlosses Gra-
nitz
mit ihren 154 gusseisernen Stufen – auf der
Insel Rügen im Norden Deutschlands gelegen –
bietet sich dazu gerade an – jede Stufe eine
Überwindung und am Ende das Ziel erreicht. Die
Krise überwunden. Voller Euphorie über das Er-
reichte beschäftigte sich unser Mitstreiter mit
der Geschichte und stieß dabei auf den
Erbauer
des Schlosses, Wilhelm Malte I zu Putbus
:
Ein Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit!
Unter seiner Herrschaft gab es eine rege Bautä-
tigkeit, die bis heute unübersehbare Spuren auf
der Insel Rügen hinterließ. Es kam zu einem
wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung:
Fürst Putbus war an Zucker- und Kreidefabriken
beteiligt, ließ in Seedorf Schiffbau betreiben und
gründete mit Lauterbach das erste Seebad auf
Rügen. Er ließ 655 Hektar Land mit unteilbaren
Bauernstellen in Erbpacht aufsiedeln. Darüber
hinaus legte er 1836 mit der Gründung des Pä-
dagogiums Putbus, einer Lehranstalt für Jungen
aus Bürgertum und Adel, den Grundstein für
eine bis heute fortdauernde Aus- und Weiterbil-
dungstradition in Putbus.
Resümee – Ein Impulspapier und
seine Praxistauglichkeit
Eine erfolgreiche Arbeitskreis-Sitzung neigt
sich dem Ende – die interessanten Beiträge der
Unternehmen – die angeregten Diskussionen –
Abb. 3: Geplante Maßnahmen 2008 / 2009
Unsere Mitarbeiter sind unser wertvollstes Gut – deshalb:
Nachhaltige Unternehmensführung