Seite 26 - CONTROLLER_Magazin_2010_05

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bung bietet das SAP System mit seinen unter-
einander hochgradig integrierten Modulen zur
Unternehmenssteuerung und -planung (vgl. Jo-
hanning/Kusterer; 2007; S. 698). Die konkrete
Umsetzung der BSC erfolgt im SAP Business
Information Warehouse (BW) und SAP Net-
Weaver
Visual Composer (VC)
, da diese bei-
den Produkte alle notwenigen Funktionalitäten
zur Verfügung stellen. Auf eine Nutzung des
SAP CPM Moduls wurde verzichtet – der Auf-
bau der Scorecard erfolgte ausschließlich mit
SAP BW Bordmitteln.
Der VC von SAP ist wie das BW Teil der SAP
NetWeaver Plattform
. Er ist Teil der Kompo-
nente Application Platform und gehört zu den
SAP xApp bzw. dem Unterbereich SAP xApp
Analytics. Unter den SAP xApp sind alle Applika-
tionen zusammenfasst, die auf SAP Enterprise
SOA basieren (vgl. Bönnen/Herger; 2007; S. 26
f.). SOA steht für Service Oriented Architecture
und ist ein Konzept der IT für eine serviceorien-
tierte, flexible und anpassbare IT-Architektur, die
eine verteilte Datenverarbeitung unterstützt.
SAP xApp Analytics ermöglichen die Erstellung
von analytischen Applikationen, die eine ganz-
heitliche Sicht auf die Geschäftsprozesse eines
Unternehmens ermöglichen sollen.
Die SAP xApp Analytics setzen sich hauptsäch-
lich aus drei Komponenten zusammen:
t
dem
VC als Werkzeug
zur Erstellung analy-
tischer Applikationen,
t
dem SAP
NetWeaver Portal
als Präsenta-
tionsschicht für die analytischen Applikatio-
nen – das SAP NetWeaver Portal führt ver-
schiedene Informationen, Anwendungen und
Dienste auf einer einheitlichen Oberfläche
zusammen. Der Zugang und die Nutzung der
Inhalte kann dabei individuell auf die Anfor-
derungen zugeschnitten werden. Über eine
Vielzahl von Schnittstellen lassen sich di-
verse Fremd- und SAP-Eigensysteme ein-
binden. Im SAP NetWeaver Portal ist zudem
die analytische Data-Warehousing-Lösung
von SAP (SAP NetWeaver BI) eingebunden
t
und dem SAP
NetWeaver BI
, welches einen
wesentlichen Teil der Daten für die analy-
tischen Anwendungen bereitstellt (vgl. Essl/
Oehler; 2007; S. 73).
Der VC ist ein flexibles Werkzeug zur Imple-
mentierung und Erstellung modellbasierter An-
wendungen. Mit ihm lassen sich ohne Pro-
grammierkenntnisse über eine grafische Be-
nutzeroberfläche,
per „Drag & Drop“, Ge-
schäftsprozesse abbilden und modellieren
.
Der Visual Composer kann alle im SAP Net-
Weaver Portal zur Verfügung gestellten Daten-
quellen nutzen, so dass ein Zugriff auf SAP-
sowie auch Fremddaten gewährleistet ist (vgl.
Essl/Oehler; 2007; S. 76).
Die Modellierung der Applikationen im VC er-
folgt über das sogenannte Storyboard. Das
Storyboard setzt sich aus drei Registrierkarten
(engl. Boards) zusammen:
°
Design
°
Layout
°
Source.
Auf dem
Design Board
werden die zur Erstel-
lung der Applikation benötigten Datendienste
und Elemente per „Drag & Drop“ ins Storyboard
geschoben und mit Konnektoren untereinander
verbunden. Datendienste können zum Beispiel
Queries, Webservices oder Business Applica-
tion Programming Interfaces (BAPIs) sein.
Über das
Layout Board
kann das Aussehen
der später erstellten Applikationen angepasst
werden.
Die
Source
bildet die auf den ersten beiden
Bearbeitungsebenen erstellten Modelle in ihrem
Programmcode ab. Für die Modellierung einer
Anwendung muss grundsätzlich im ersten
Schritt über das Design Board ein sogenanntes
Paket (Package) angelegt werden, das als Con-
tainer für die integrated Views (iView) dient.
iViews sind Ausgangspunkte für alle weiteren
im VC genutzten Elemente, und bilden im SAP
NetWeaver Portal die kleinste ausführbare Ap-
plikationseinheit. Eine Anwendung selbst kann
aber über mehrere iViews verfügen.
Die bislang vorgestellten Möglichkeiten der Mo-
dellierung dienen jedoch lediglich als Basis für
die Erstellung von Formularen und Übersichten.
Erst durch die in den Ein- und Ausgabeele-
menten definierbaren UI-Steuerelemente (
Con-
trols
) können die Applikationen für spezifische
Anforderungen konfiguriert und angepasst
werden.
Realisierung der BSC im
SAP BW/ VC
Die BSC ist sowohl zentrales Steuerungs- als
auch Kontrollinstrument im Gesamtkonzept der
integrierten Planung. Folglich ist eine IT-ge-
Autoren
Achim Johanning
ist Senior Consultant und SAP-BI-Spezialist bei der Westfalen
Informatik AG, Dortmund.
Johannes Thünken
ist Teamleiter für den Bereich Infrastructure Management im
Dialogmarketing / Inside Accountmanagement bei der innotec
Marketing GmbH in Wuppertal.
Prof. Dr. Dietmar Schön
ist seit 2006 Professor für das Fachgebiet BWL, insbesondere
Controlling an der Fachhochschule Dortmund und Partner der
CIC Group.
Strategische Planung mit der Balanced Scorecard