Seite 96 - CONTROLLER_Magazin_2010_06

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Besprechungen
In der Diskussion:
Ökonomie der Regulierung
Picot, Arnold / Schenck, Marcus (Hrsg.)
Ökonomie der Regulierung
Stuttgart: Schäffer-Poeschel Verlag 2010 – 294 Seiten, € 49,95
Autoren und Buch
Die hier vorliegende Kongressdokumenta-
tion versammelt die Beiträge des 63. Deut-
schen Betriebswirtschafter-Tages in erwei-
terter und ausführlicher Form. Dieser Band
ermöglicht damit einem größeren Kreis In-
teressierter, am fachlichen Diskurs teilzu-
nehmen. In 18 Einzelbeiträgen befassen
sich namhafte Fachvertreter und Verant-
wortungsträger aus Praxis, Politik und Wis-
senschaft mit „neuen Spielregeln“ für Ka-
pitalmärkte und Netzindustrien.
Inhalt und Gliederung
Geleitwort / Vorwort – Ökonomie der Regulierung, z. B. Ziele, Formen und
Herausforderungen der Regulierung oder Einfluss der Regulierung auf die
Entwicklung der Finanz- und Kapitalmärkte – Kapitalmärkte und Banken,
z. B. Regulierung und Corporate Governance oder Lehren aus der Finanz-
krise für die Steuerung, Kontrolle und das Rating der Marktteilnehmer –
Netzindustrien, z. B. Netzindustrien und Anreizregulierung oder Netzneu-
tralität und offener Netzzugang.
Beschreibung und Einschätzung
Dieser Sammelband greift relevante Aspekte aus dem breiten und weitrei-
chenden Themenspektrum der Regulierung heraus und vermittelt fun-
diertes Fach- und Erfahrungswissen. Der Band verhilft zu einem vertieften
Verständnis der Regulierungsproblematik und verschärft das Bewusstsein
für die Bedeutung und die möglichen Folgen unterschiedlicher Lösungs-
ansätze. Die Suche nach einem geeigneten und sinnvollen Regulierungs-
rahmen durchzieht die Einzelbeiträge. Die Frage nach der „richtigen“
Schnittstelle zwischen Staat und Unternehmen und die weitreichende Be-
deutung und auch Tragweite der Regulierung für Unternehmenspolitik und
Volkswirtschaft beschäftigen die Autoren in vielfältiger Weise. Der Band
verdeutlicht, in welchem Spannungsverhältnis dieses Thema steht und
welche Optimierungsfragen zu diskutieren und zu lösen sind. So machen
die Autoren u. a. auf das Spannungsverhältnis zwischen gesetzlicher Re-
gulierung und Selbstregulierung aufmerksam, beschreiben mögliche
Fehlanreize und unbeabsichtigte Verhaltensanpassungen und heben die
Aus- und Rückwirkungen auf den Wettbewerb hervor. Der Band stellt ein
wichtiges und komplexes Thema in die Diskussion, gibt Anstöße und bie-
tet bedenkenswerte Hinweise – ohne ein „Rezept- oder Lösungsbuch“ zu
sein. Die gedrängte Informationsvermittlung, das vergleichende und prü-
fende Argumentieren, die vertiefenden Gedankengänge erwarten vom Le-
ser eine ernsthafte Auseinandersetzung und gründliche Lektüre, ein
Das Grundproblem des
„Stakeholder-Value-Ansatzes“
besteht darin,
dass er keine operationale Maßgrößen abbildet und sich die Wertmaßstä-
be sowie die Interessen und Zielsetzungen der verschiedenen Anspruchs-
gruppen („Stakeholder“) auch widersprechen können. – Aus: Büter: Inter-
nationale Unternehmensführung, S. 241.
Ran an die
Selbstregulierung
, d. h. sie verbessern und erweitern, gerade
dort, wo sie sich bisher als nicht robust erwiesen hat. Nur so wird sich ver-
hindern lassen, dass der gegenwärtige politische Druck eine dauerhafte
und einschnürende Überregulierung erzeugt. – Aus: Picot / Schenck: Öko-
nomie der Regulierung, S. 97.
Wenn
komplexere Formen der Kooperation
eingegangen werden, dann
resultieren erhebliche Steuerungsprobleme, um Effizienz und Effektivität
der Zusammenarbeit zu gewährleisten. – Aus: Weber /Wallenburg: Logi-
stik- und Supply-Chain-Controlling, S. 350.
Die große Aufgabe des Vereins in Zukunft ist demnach, das intuitive, oft si-
tuative Controlling durch ein geplantes, dokumentiertes und
bewusst
durchgeführtes Controlling
sowohl im strategischen als auch im opera-
tiven Bereich zu ersetzen. – Aus: Graumann / Thieme: Controlling im
Sport, S. 193.
Das Idealbild einer effektiven
Beziehung
sind Ratgeber, die sich gegen-
seitig vertrauen. – Aus: Kett / Schewe: Management Skills, S. 161.
Selbst innerhalb eines Unternehmens fällt es den vielfältigen Spezialisten
schwer, sich miteinander bzw. mit den Generalisten
zu verständigen
. Ge-
paart mit einer Kultur der Hierarchie und der Schuldzuweisung führt diese
Konstellation häufig zu einer Atmosphäre des Drucks, der Hast und Ober-
flächlichkeit, des Misstrauens und des Gegeneinanders. – Aus: Klein:
Strategische Controlling-Instrumente, S. 75.
Wertemanagementsysteme
, die nur rechtsorientiert sind, scheitern an
ihrer mangelnden Überzeugungskraft; Wertemanagementsysteme, die
nur werteorientiert sind, an ihrer mangelnden Operationalisierung. – Aus:
Küng / Leisinger /Wieland: Manifest Globales Wirtschaftsethos, S. 119.
Punkten Sie
mit passgenauen Antworten, vermitteln Sie Ihre Stärken und
treten Sie glaubwürdig auf. – Aus: Püttjer / Schnierda: Trainingsmappe
Vorstellungsgespräch, S. 7.
Wenn nun einmal
Zahlen nicht mehr überzeugen
können, weil Trends
nicht mehr verlässlich sind und es keine Grundlage für langfristige, quan-
titative Planungen mehr gibt, müssen Persönlichkeiten an ihre Stelle tre-
ten, die ihre Werte klar und unmissverständlich vorleben (…). – Aus:
Lück: Jahrbuch für Wirtschaftsprüfung, Interne Revision und Unterneh-
mensberatung 2010, S. 25.
Professionelle Analyse meint eben auch
Selbstreflexion
und die Bereit-
schaft, das eigene Handeln kritisch zu überprüfen und wenn nötig zu
verändern. – Aus: Frank: Schnelleinstieg Psychologie im Unternehmen,
S. 10.
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