90
Die
kritische Schwachstelle
bei der Excel-
basierten Kosten- und Budgetplanung wie auch
bei anderen Planungsprozessen sind die
Re-
striktionen an der Schnittstelle zwischen
Mensch und ERP-System
. Die Verschmel-
zung von Excel mit der ERP-Welt und der auto-
matische bidirektionale Datenaustausch hebt
diese auf und überführt das Wissen der Fach-
anwender direkt in das ERP-System. So stei-
gern Unternehmen ohne Mehraufwand die
Qualität ihrer Prozesse und Daten. Das Ergeb-
nis: eine höhere Enterprise Intelligence und
damit eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit.
Geschäftsverantwortliche wollen die Wettbe-
werbsfähigkeit ihres Unternehmens primär
durch mehr
Flexibilität und Prozesseffizienz
sowie eine wachsende Produktivität nachhaltig
ausbauen. Zu diesen Ergebnissen kommt die
Studie „Leading in Times of Transition: The
2010 CIO Agenda“ des US-Beratungsunter-
nehmens Gartner.
Top-Down-Ansatz greift zu kurz
Eine wesentliche Voraussetzung für eine erfolg-
reiche Umsetzung der oben beschriebenen
Maßnahmen ist, dass Unternehmen ihre Enter-
prise Intelligence erhöhen. Gemeint ist damit
die
Fähigkeit, das geschäftskritische und
prozessuale Wissen kontinuierlich von Mit-
arbeitern einzusammeln, dieses in einem
ERP-System sinnvoll zu strukturieren und
schließlich intelligent und effektiv in Ge-
schäftsprozessen anzuwenden
.
In der Praxis jedoch hapert es noch bei der Um-
setzung der Vision vom so genannten intelli-
genten Unternehmen. Daran Schuld hat ein von
Business Intelligence (BI ) getriebener Top-
Down-Ansatz. Demnach werden BI-Kenn-
zahlen definiert, die Echtzeitauswertungen der
im ERP-System lagernden betriebswirtschaft-
lichen Daten liefern. Diese übrigens in zahl-
reichen veröf fentlichten Fachbeiträgen und
Kommentaren von Experten und Marktanalys-
ten vertretene Denkweise beruht jedoch auf ei-
ner falschen Prämisse.
Diese lautet wie folgt: Das ERP-System stellt
einer BI-Software per se korrektes Geschäfts-
wissen in Form von Stamm- und Bewegungs-
daten für die Auswertung bereit. Doch mit die-
sem Argumentationsraster springen die BI-
Apologeten zu kurz, denn: Auswer tungen,
etwa Plan-Ist-Vergleiche bei der Budgetpla-
nung oder von betrieblichen Kennzahlen, kön-
nen immer nur so gut sein wie die ihnen zu-
grunde liegenden Daten.
Restriktionen zwischen Mensch
und ERP-System
Diese Daten und Informationen jedoch, mithin
das Geschäfts- und Prozesswissen, bringen die
Fachanwender in das System. Deshalb kommt
der Schnittstelle zwischen Mensch und ERP-
Software eine zentrale Bedeutung zu. Und ge-
nau hier liegt eine große Schwachstelle inte-
grierter ERP-Systeme, wie etwa von SAP. So
leistungsfähig und sicher diese im Hinblick auf
die Datenorganisation und die Buchungsvor-
gänge auch sein mögen, so mangelhaft ist die
Prozessunterstützung der Anwender.
Die Ursache dafür sind vielfältige Restriktionen
an den Verknüpfungspunk ten zwischen
Mensch und ERP-Software. Diese hindern die
Fachanwender daran, ihr Wissen direkt und ef-
fizient in das Enterprise System zu bringen. Das
gilt insbesondere für anspruchsvolle Planungs-
prozesse. Dazu gehören beispielsweise die
Kosten- und Budgetplanung, die Projektpla-
nung und -steuerung, die Liquiditätsplanung,
die Materialbedarfsplanung und Materialdispo-
sition, die Produktionsprogrammplanung, die
Vertriebsauftragsplanung (Sales Order Plan-
ning) oder die Instandhaltungsplanung.
Plan- und Ist-Welt – bisher rigoros
getrennt
Aufgrund dieser Einschränkungen bei der Da-
teneingabe führen Mitarbeiter erforderliche Pla-
nungsarbeiten außerhalb von SAP mit selbst-
entwickelten Excel-Landschaften, Access-ba-
sierten Werkzeugen oder anderen Tools durch.
Diese sind in der Regel weitgehend auf die je-
weiligen Planungsanforderungen zugeschnitten
Wie Unternehmen ihre Enterprise
Intelligence erhöhen
Excel mit SAP zusammenführen und Prozess-
wissen erschließen
von Eckhard Moos
Wie Unternehmen ihre Enterprise Intelligence erhöhen