Seite 84 - CONTROLLER_Magazin_2010_06

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Der
Fachverband Unternehmensführung
und Controlling BDU
hatte die Grundsätze
ordnungsgemäßer Planung (GoP) entwickelt,
um die Aussagefähigkeit und Qualität von Un-
ternehmensplanungen zu erhöhen. Nach dem
ersten Entwurf der GoP aus dem Jahr 2007
1
wurde in der Zwischenzeit ein deutlich weiter-
entwickelter Entwurf erstellt, der auch weiter-
führende Gedanken zur Optimierung von Pla-
nung und den fachlichen Input von „Nutzern“
2
aufgegriffen hat.
Kernaspekte der Aktualisierung der GoP betref-
fen dabei die
noch deutlichere Betonung der
Notwendigkeit, Transparenz über Planan-
nahmen und den Grad an Planungssicher-
heit zu schaffen, sowie die Implikationen
der Planung für das Kreditrating und damit
die Beurteilung eines Unternehmens aus
Gläubigersicht zu berücksichtigen.
Die Grundsätze ordnungsgemäßer
Planung
Mit den GoP sollen die
essentiellen Anforde-
rungen an Unternehmensplanungen fest-
gelegt
werden. Durch den dadurch aufge-
spannten Rahmen wird die Planung zu einem
sicheren und reproduzierbaren Prozess. Jeder
individuellen Unternehmensplanung geht dabei
eine Analyse voraus, die sowohl den Ist-Zu-
stand abbildet, als auch Potenziale aufzeigt.
Alle relevanten zukünftigen Situationen und
Entscheidungen müssen berücksichtigt wer-
den. Eine operative Planung sollte auf einer klar
formulierten Strategie basieren. Ausgangs-
punkt der zukunftsbezogenen Planung ist dabei
die Prognose künftiger Entwicklungen und Ver-
änderungen des Unternehmens und seines
Umfeldes.
3
Das bedeutet, der
Unternehmensplan
legt
u.a.
°
die Unternehmensziele
°
die strategische Ausrichtung
°
die geplanten Maßnahmen
°
die zur Realisierung vorgesehenen Mittel
für die Planperioden fest.
Im Folgenden werden einige der theoretischen
Überlegungen, die dieser Überarbeitung der
GoP zugrunde liegen, erläutert, wobei zugleich
auch Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung
traditioneller Planungssysteme aufgezeigt wer-
den, die über die Grundanforderungen der GoP
hinausgehen.
Gegenüber dem ersten Entwurf der GoP sind
einige wesentliche Weiterentwicklungen
umgesetzt
worden, die zugleich
Ansatz-
punkte für die Verbesserung
von Unterneh-
mensplanungen bieten, da die GoP natürlich
nur Mindestanforderungen darstellen können.
Eine der wichtigen Herausforderungen für jede
Planung besteht darin,
Transparenz zu schaf-
fen hinsichtlich der Planungssicherheit
.
Bisher wird im Rahmen der Planung meist le-
diglich ein Planwert (idealerweise ein Erwar-
tungswert) angegeben, und damit bleibt unklar,
welcher Umfang von Planabweichungen –
Chancen und Gefahren (Risiken) – realistisch
ist. Für eine aussagefähige Planung ist es zu
empfehlen anzugeben, welche Risiken Planab-
weichungen auslösen können und welcher Um-
fang von Planabweichungen insgesamt zu er-
warten ist.
Dies ist beispielsweise im einfachsten Fall
möglich durch die
Angabe von (a) Mindest-
wert, (b) wahrscheinlichstem Wert und
Die Grundsätze ordnungsgemäßer Planung
GoP 2.1 des BDU: Nutzen für die betriebswirtschaftliche Steuerung
von Werner Gleißner und Ralf Presber
Die Grundsätze ordnungsgemäßer Planung