Seite 83 - CONTROLLER_Magazin_2010_06

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die Stundensatzermittlung heranziehen, so be-
deutet diese Abweichung einen
Kostenunter-
schied von bis zu € 123,05 pro Stunde
(siehe
Abbildung 6)
!
Dabei sind dies nur drei von 11
Faktoren bei der Ermittlung gemäß Abbildung 1.
Über die Auswirkung auf die Artikelkalkulation
müssen wir hier sicher nicht reden. Die Zahlen
sprechen für sich!
Die Abweichung von un-
serem Richtwert beträgt dabei min. ca.
61% zu niedrig bis max. ca. 56% zu hoch
.
Eine transparente und korrekte Kalkulation ist
auf dieser Basis schlichtweg nicht möglich.
Der
Risikofaktor, im Unternehmen falsch zu lie-
gen, sei der Wert zu hoch oder zu niedrig, ist
somit immens
. Hier besteht also Handlungsbe-
darf, den Risikofaktor drastisch zu reduzieren.
Dabei sind aus unserer Erfahrung Richtwerte
von 5% durchaus erzielbar. Es muss nur die
richtige Methodik mit Unterstützung der ent-
sprechenden IT-Lösung zum Einsatz kommen.
Ansonsten kann kein Mensch wissen, ob der ak-
tuelle Auftrag nun wegen viel zu hoher Kosten
verloren oder wegen der
viel zu niedrigen, aber nicht
kostendeckenden Kalkula-
tion gewonnen wurde. Be-
sonders Letzteres würde
dazu führen, dass man mit
vollen Auftragsbüchern in
die Pleite rasselt.
Unabhängig von der Bran-
che und Unternehmens-
größe: Überal l besteht
Handlungsbedarf.
Wer nun denkt, dass be-
sonders große Unternehmen keinen Bedarf der
Verbesserung haben und dies wohl eher ein
Thema im Mittelstand oder bei kleinen Unter-
nehmen ist, der irrt gewaltig. In der Umfrage
konnten wir feststellen, dass kaum eines der
befragten Unternehmen, gänzlich unabhängig
von Branchen oder Größe, auch nur annähernd
alle Fragen korrekt beantworten konnte.
Fazit: Die Kalkulationsgrundlagen
im Großteil der Unternehmen sind
stark verbesserungsfähig!
Das Risiko einer falschen Kalkulations-
grundlage muss schnellstens reduzier t
werden
. Dafür ist mehr Transparenz in der Kal-
kulation, sowie eine verbesserte Wissensgrund-
lage bei der Ermittlung der Basisdaten und de-
ren Umsetzung, notwendig. Zusätzlich müssen
die IT-Tools gewährleisten, dass die Auswir-
kungen einer falschen Kalkulation viel schneller
ersichtlich gemacht werden können. Und wel-
chen Schluss sollten Sie daraus ziehen?
Stellen Sie sich einfach selber einmal
nachfolgende Fragen:
1. Sind unsere Stundensätze aktuell und wirk-
lich korrekt kalkuliert?
2. Sind alle unsere Basisdaten von den Lohn-
nebenkosten, Werkzeugkosten, Zinsen,
Raumbedarf etc. korrekt und fließen diese
in den Stundensatz ein?
3. Werden alle Faktoren wie Mehrmaschinen-
bedienung, Schichten, Zuschläge etc. bei
der Stundensatzermittlung richtig berück-
sichtigt?
4. Ermitteln wir unsere Stundensätze regelmä-
ßig und passen wir diese auch zeitnah den
neuen Gegebenheiten, z. B. der Beschäfti-
gungsabweichung, an?
5. Simulieren wir die Auswirkungen der Ände-
rungen der Stundensätze auf den Produkt-
preis, den Umsatz und den damit verbun-
denen Deckungsbeitrag im Unternehmen?
6. Kennen wir die Differenz zwischen unserem
kalkulatorisch korrekten Stundensatz und
dem, den wir am Markt unterbringen kön-
nen, und die Auswirkung der Mindereinnah-
men auf unser Betriebsergebnis?
7. Setzen wir nachvollziehbare und flexible IT-
Lösungen ein, die alle Varianten an Auswer-
tungen ermöglichen, damit wir wirklich
fundierte Entscheidungen treffen können?
etc.
Abb. 6: Vollkosten (Kalkuliert mit AnCo APK-Arbeitsplatzkostenrechnung)
Kalkulatorische Stundensatzvarianten:
Richtdaten:
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64,95
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103,18
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188,00
D. Richtwert Beispielunternehmen
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CM November / Dezember 2010