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Erfolgsfaktoren des Ideenmanagements
t
Organisatorische Verankerung in Einklang
mit der Unternehmenskultur
t
Information und Motivation der Mitarbeiter
t
Schaffung eines kreativen Umfeldes/Kultur
t
Transparenz des Abwicklungsprozesses
t
Schnelle Bearbeitung der eingereichten
Vorschläge
t
Bewertung/Entscheidung durch direkte
Vorgesetzte
t
Ausreichend Freiraum für Gutachter
t
Schnelle und konsequente Umsetzung der
Ideen
t
Prämien- und Anreizsysteme
t
Kontinuierliche Kommunikation
Fazit
Das IDM kann einen wertvollen Beitrag zur
Messung und zur Steigerung des Humankapi-
tals leisten. Die Messung sowohl von quantita-
tiven, als auch von qualitativen Nutzeneffekten
von Mitarbeiterideen liefert
Kennzahlen, die in
Relation zum Wissen und zum Leistungs-
potential der Mitarbeiter und damit für das
Humankapital stehen
.
Neben den Bewertungsaspekten hat das IDM
auch wertsteigernde Effekte auf das Humanka-
pital. Das gilt insbesondere für die Faktoren
Mitarbeiterbindung und die Innovations-
kraft einer Organisation
.
Quellen
„Human Capital Management“; Scholz, Stein,
Bechtel; 2004
„Human Capital messen und steuern – An-
näherungen an ein herausforderndes Thema“,
DGFP e. V., 2007
„Die wandlungsfähige Belegschaf t. Ent-
schlüsselung ihrer DNA“; IBM Global Human
Capital Study 2008; IBM Global Business
Services.
www-935.ibm.com/services/de/bcs/html/hc-
study.html
nagements auch als Indikator für die Füh-
rungsleistung bzw. für die Führungsquali-
tät herangezogen werden
. Diesem Aspekt
kommt im IDM besondere Bedeutung zu, da die
Führungskräfte eine entscheidende Rolle bei
der Motivation und Förderung der Mitarbeiter
einnehmen.
Ein Ideenmanagement-System stellt also ein
mögliches Werkzeug dar, um einen Teilbereich
des Humankapitals zu erfassen und zu bewer-
ten oder dessen Bewertung vorzubereiten.
Wissensträger & Experten
identifizieren
Wissensmanagement
ist ein Baustein der
innovativen Organisation und liefert einen
wesentlichen Beitrag zum Humankapital
des Unternehmens. Einer Studie der IBM zu-
folge konstatiert die Mehrzahl der Unterneh-
men, „dass sie Fachkenntnisse noch nicht
systematisch identifizieren und auf finden
können.“(Quelle: IBM Global Human Capital
Study 2008).
Eine der Herausforderungen besteht aber ge-
rade in der Identifikation von Wissensträgern
bzw. Experten sowie dem Maß an Wissen,
welches diese Experten repräsentieren. Ge-
eignete Werkzeuge aus dem Personalma-
nagement und dem Wissensmanagement für
die Suche nach Experten gibt es zahlreiche.
Sie werden innerhalb des Unternehmens u.a.
bei der Besetzung von Stellen mit geeignetem
internen Personal angewendet.
Das Ideenmanagement ist einerseits auf diese
Informationen als Eingangsgröße für dessen
Prozessgestaltung angewiesen. Andererseits
kann es bei der Identifikation unterstützen, in-
dem es die impliziten Möglichkeiten ausnutzt.
Dazu gehören
Bewertungs- und manchmal
sogar Prämierungssysteme für Wissens-
träger
, die als Gutachter für Ideen fungieren.
Diese Experten sind aber bei genauerem Hinse-
hen ohnehin über die Aufbauorganisation des
Unternehmens vorgegeben. Neben dem Einsatz
von Taxonomien oder Strukturbäumen können
Suchalgorithmen wie Ähnlichkeitssuche bei der
Identifizierung von Experten helfen, indem die
Systeme vorschlagen, wer Ideen mit ähnlichem
Wortlaut in der letzten Zeit am häufigsten be-
wertet hat.
Mitarbeiter binden
Die Bereitschaft der Wissens-, Leistungs- und
Potenzialträger, im Unternehmen zu bleiben, ist
ein weiterer Faktor für den Wert des Humanka-
pitals.
Die Mitarbeiterbindung ist insbesondere vor
dem zunehmenden
„War for Talent“
eine der
Hauptaufgaben des Personalmanagements.
Sie trägt wesentlich zur Erhaltung und Wert-
steigerung des Humankapitals bei. Ein nied-
riges Maß der Mitarbeiterbindung, also eine
hohe Fluktuation, bedeutet umgekehrt hohe di-
rekte Kosten für Recruitement und Einarbei-
tung, aber auch höhere indirekte Kosten, die
durch den Abfluss an Wissen entstehen.
Zu den materiellen Faktoren der Mitarbei-
terbindung zählen die Gehälter sowie Boni
und Prämien
. Das Ideenmanagement kann
hier durch ein angemessenes Prämiensystem
positive Effekte haben. Mehr noch aber sind es
eigentlich die immateriellen Faktoren, die der
Mitarbeiterbindung förderlich sind. Dazu zählen
u.a.
t
Gezielte Personalentwicklung
t
Unternehmerische Verantwortung
t
Unternehmenskultur und -werte
t
Führungsverhalten, Führungsgrundsätze
t
Arbeitsorganisation
t
Unternehmensattraktivität und Image
Aus einem Klima, in dem Mitarbeiterförderung
und Einbeziehung von Mitarbeiterideen keine
relevante Rolle spielen, werden also schwerlich
Innovationen und Prozessoptimierungen her-
vorgehen, das Humankapital wird dort keinen
sehr hohen Wert haben. Hier kann das IDM
ebenfalls einen wertvollen Beitrag leisten. Sind
den Mitarbeitern über das IDM Möglichkeiten
gegeben, ihr Arbeitsumfeld mit zu organisieren
und zu verbessern, werden sie und ihre Ideen
von ihren Führungskräften gefördert und ge-
würdigt, werden diese schnell und unkompli-
ziert umgesetzt, so trägt dies erheblich zur At-
traktivität des Arbeitsplatzes und Innovations-
fähigkeit des Unternehmens bei. Der Wert des
Humankapitals steigt also.
Ideenmanagement und Human Capital