Seite 29 - CONTROLLER_Magazin_2010_06

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gegenüber den Kunden, ergeben. Abhängig
von der Phase, in der sich die Handelsleistung
befindet, lassen sich so die Funktion Kontakt-
aufnahme, die Beziehungsentwicklung, die
operative Kundenbeziehung, das Konfliktma-
nagement und die Servicebeziehung voneinan-
der abgrenzen.
Die Motivation für die Integration des Custo-
mer Relationship Managements (vgl. Abbil-
dung 6) ist daher zum einen die verfolgte Ziel-
stellung zur Integration kooperativer Manage-
mentkonzepte, als auch die wertschöpfende
Sichtweise auf die Supply Chain, die die Stel-
lung des Kunden betont und die Betrachtung
der Prozesse aus Kundensicht fordert. Somit
stellt die Interaktion zwischen dem Handelsun-
ternehmen und seinen bestehenden, aber
auch zukünftigen Kunden die Grundlage zum
Aufbau profitabler Geschäftsbeziehungen dar.
Mit der Forderung nach einer kundenorien-
tierten Sichtweise und der Implikation, die sich
aus dem Bestreben ergibt, auf Kundenwün-
sche schneller reagieren zu können und die
Kundenzufriedenheit nachhaltig zu steigern,
sind diese Prozesse in das Unternehmen zu in-
tegrieren. Somit kann die Kundenorientierung
als Leitgröße marktgerechten Handelns aus-
geprägt werden.
Nutzen des Supply Relationship
Management
Das vorgestellte SHK-Referenzmodell trägt zur
Lieferkettenoptimierung bei, ermöglicht Verän-
derungen, erhöht die Effizienz des Beschaf-
fungsprozesses und verbessert dadurch die ge-
samte Lieferketten-Performance. Das Modell
unterstützt alle Lieferprozesse durchgehend –
von der Lieferantenauswahl und Beschaffung,
der Überwachung der ausgelagerten Produk-
tion bis zur Logistik und Distribution. Durch die
Ausnutzung eines zeitnahen Überblicks über
das gesamte Liefernetzwerk können fundierte,
faktenbasierte Entscheidungen getroffen wer-
den.
Optimierung:
Durch die Integration in eine
einzige Informationsplattform werden die Zu-
ordnung eindeutiger Arbeitsabläufe zu unter-
schiedlichen Geschäftspartnern ermöglicht,
Papierarbeit reduziert und Routine-Aufgaben
automatisiert. Die Vermeidung von Prozessun-
terbrechungen und / oder -überschneidungen
hilft, die Bearbeitungszeit zu beschleunigen
und damit schneller auf Veränderungen im
Markt reagieren zu können.
Transparenz:
Informationen sind in der Wert-
schöpfungskette schneller verfügbar und wer-
den entlang dieser ausgetauscht. Das inte-
grierte Ereignismanagement erlaubt die Über-
wachung aller Situationen in Echtzeit und er-
möglichen eine schnelle Korrektur. Durch eine
einheitliche Informationsplattform können die
Lieferantenleistungen in allen Stufen des Netz-
werkes effektiv bewertet werden. Der Effekt:
eine enge Kontrolle der Abläufe und Kosten,
eine bessere Abstimmung mit den Lieferanten
und eine Ausrichtung der Wertschöpfungskette
an die Unternehmensstrategie.
Wachstum:
Mit diesem Modell werden Sie in
der Lage sein, das Potenzial Ihres Liefernetz-
werkes durch die Abkehr von eingefahrenen
Strukturen, die oftmals auf dem Austausch
zwischen getrennten Einheiten mit manchmal
widersprüchlichen Strategien basieren, zu
nutzen.
Fazit
Zusammenfassend ist festzustellen, dass
durch das Supplier Relationship Management
eine
Einsparung von 10 – 25 % bei Pro-
zesskosten und 5 – 10% bei Materialkos-
ten
zu erwarten ist. Durch die Integration des
Supplier Relationship Management im Unter-
nehmen werden vor allem die Bündelungs-
strategien effektiv unterstützt. Weitere große
Potenziale liegen in der Lieferantenbewertung
und Lieferantenentwicklung mit einer Konzen-
tration auf die besten Lieferanten.
Die
Bündelung von Informationen zwi-
schen allen Lieferpartnern
wird zur unmit-
telbaren Voraussetzung für das Erreichen stra-
tegischer Ziele, was letztendlich eine bessere
Reaktion auf die Konsumnachfrage zulässt.
Der Ansatz soll dabei helfen, die Grundlagen
für die Verbesserung Ihres Liefernetzwerkes
zu legen und so von einem gewinnbringenden,
nachfragegesteuerten Liefersystem zu profi-
tieren.
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CM November / Dezember 2010