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Das Eingehen langfristiger Beziehungen mit
Geschäftspartnern (Lieferanten, Kunden) und
deren Management wird im modernen tech-
nischen Handel immer wichtiger. Dadurch än-
dert sich die Rolle der Beschaffung im Unter-
nehmen und erfährt steigende Aufmerksamkeit.
Aufgaben und Verantwortlichkeiten werden zu-
nehmend an Zulieferer übertragen, was mit
einer stark abnehmenden Fer tigungstiefe
verbunden ist und langfristig angelegte Koope-
rationen mit Geschäftspartnern nach sich zieht.
In den Fokus zukünftiger Unternehmensgestal-
tung sind daher
kooperative Beschaffungs-
konzepte und deren Integration in die eige-
ne Organisation
zu stellen, die unter dem The-
ma
Supplier Relationship Management
(SRM)
zusammengefasst werden können.
Aspekte der Integration sind seit einigen Jahren
zu einem beliebten Thema im Unternehmen
avanciert; dabei stellt die aktuelle Forschung
nur wenige Erkenntnisse zu einem generellen
Verständnis bzw. geeigneten Unternehmens-
modell für die Praxis zur Verfügung. Daher wird
im vorliegenden Beitrag ein Modell für die inte-
grierte Unternehmensorganisation vorgestellt,
das sowohl die klassischen Spezifika in einem
hohen Maß berücksichtigt, als auch organisati-
onswissenschaftliche Sichtweisen miteinander
verbindet und anhand des
SHK-Referenzmo-
dells
überführt und bewertet.
Wandlungsaspekte im technischen
Großhandel
In der Gegenwart, in der die Unternehmens-
grenzen ihre „
klassische
“ restriktive Bedeu-
tung verloren haben, sind
Unternehmen zu-
nehmend auf Interaktion und Kooperation
mit anderen Unternehmen außerhalb ihrer tra-
ditionellen Grenzen
angewiesen
. Der effizi-
ente unternehmensübergreifende Austausch
von Gütern, Dienstleistungen und Wissen ent-
lang der Wertschöpfungskette, sowie die ge-
meinsame Erstellung von Leistungen stehen
daher zunehmend im Zentrum betrieblicher
Optimierungsbestrebungen. Die Austausch-
barkeit von Produkten und Sortimenten zwi-
schen Industrie und Handel, sowie eine Verän-
derung des Kundenverhaltens hinsichtlich der
Ansprüche des Kunden führen dazu, dass In-
novationen maßgeblich durch das vom Kunden
wahrgenommene Profil eines Unternehmens
gestaltet werden.
Darum ist es notwendig, dass Unternehmen un-
ter einem wissenschaftlichen Blickwinkel, mit
dem Ziel der möglichst effizienten Geschäfts-
prozessgestaltung, betrachtet werden. Bisher
lag der Schwerpunkt auf der Optimierung der
Prozesse des Einkaufs, des Vertriebes und der
Logistik. Zur Bewältigung dispositiver, logis-
tischer sowie betriebswirtschaftlicher Problem-
stellungen wurden in der Vergangenheit immer
komplexere IT-Strukturen geschaffen. So ist es
Kooperative Managementkonzepte im Handel
Kooperative Managementkonzepte im Handel
Nutzungsaspekte zukunftsorientierter Wertschöpfungsketten
von Andreas Pescholl