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bzw. Zwischenerfolgen unterschieden. (Dies
setzt die Wissensbilanzierung zu verschiedenen
Zeitpunkten voraus, Lehner (2009), S. 229).
Auf der
dritten Ebene
werden nun die Wis-
sensbilanz-Indikatoren auf einzelne Rollenträ-
ger bezogen. Ein mögliches Ergebnis zeigt
Abbildung 6.
Die Wissensbilanz-Indikatoren werden nun in
Attribute umgesetzt und als KMDL-Wissensob-
jekte modelliert. Die Abbildung 7 stellt ein Bei-
spiel dar. In diesem Beispiel sind Wissensbi-
lanzindikatoren für die Kenntnis der Kunden-
wünsche und die Kundenorientierung als Wis-
sensobjekte mit entsprechenden Attributen
dargestellt und den vorgesehenen Rollenträ-
gern (hier dem Vertriebsmitarbeiter-Team) zu-
geordnet worden.
Im nächsten Schritt werden die Geschäftspro-
zesse modelliert. Abbildung 8 enthält hierzu ei-
nen Ausschnitt aus der Aktivitätssicht: Der CSO
(Chief Security Officer) liest den Text „existie-
rende Controlling Guideline“. Hierzu benötigt er
verschiedene Kenntnisse und Fähigkeiten wie
Fremdsprachkenntnisse, System- und Fach-
wissen usw. Diese Wissensobjekte sind in die-
sem Fall also dem Rollenträger „CSO“ zugeord-
net. Ihnen stehen die Anforderungen für diese
Tätigkeit gegenüber (in der Abbildung 8 „Pro-
blemverständnis“ usw.). Basierend auf diesen
Anforderungen und korrespondierenden Fähig-
keiten werden Änderungsideen entwickelt. Die-
se werden später mit dem Konzernteam abge-
stimmt, usw.
Es wird ein semantisches Netz gebildet (siehe
Abbildung 9), das die aus den Strategien abge-
leiteten Indikatoren, das in den Geschäftspro-
zessen geforderte Wissenskapital und das tat-
sächlich vorhandene Wissenskapital miteinan-
der integriert. In der Abbildung 9 bezeichnen
die fett umrandeten Begriffe Indikatoren für
top-down abgeleitete Strategien. Darunter be-
finden sich die bot tom-up anhand der Ge-
schäftsprozesse abgeleiteten Anforderungen
und die Kennzeichnung der Rollenträger bzw.
Informationsobjekte, welche diese Anforde-
rungen erfüllen (hier „CSO“ und „Dokumente“).
Darüber hinaus wird das Struktur- und Bezie-
hungskapital durch die Betrachtung der Netz-
werkstrukturen analysiert. Die Grundlage hier-
für bildet ebenfalls das KMDL-Modell. Bei-
spielsweise sieht die Aktivitätssicht einen Aus-
tausch von Ressourcen zwischen dem CSO,
dem Konzernteam und dem Länderteam vor,
wie in Abbildung 10 dargestellt.
Diese Kommunikationsstruktur stellt eine Soll-
Anforderung dar, die mit der tatsächlichen
Kommunikationsstruktur verglichen werden
kann. Auf der
vierten Ebene
wird schließlich
die Wissensbilanz erstellt. Dazu wird für jede
Anforderung jeder Person ein Ist-Sollvergleich
erstellt. Da hierfür eine Reihe quantitativer An-
nahmen erforderlich ist, wird das Beispiel an
dieser Stelle nicht fortgeführt.
Abb. 7: Umsetzung der Indikatoren in KMDL
Kenntnis Kundenwünsche:
Name: Kundenwünsche
Domäne: Kundenwissen
Niveau: X%
Ausprägung: (fachlich)
Kundenorientierung:
Name: Kundenorientierung
Domäne: Verhalten
Niveau: X%
Ausprägung: (methodisch, sozial)
Abb. 8: Ausschnitt aus der Aktivitätssicht der Geschäftsprozessmodellierung
Ein prozessorientierter Ansatz zum Wissenscontrolling