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I
Kaufmannisches Studium an
der Uni oder FH
• Kaufmannischer Beruf mit
qualifizierter Weiterbi ldung
inl<l Berufsakademie
• Kaufmännische
Berufsausbi ldung und kfm
Anschluss-Studium
• Anderes Studium
Ausb i l dung der Cont rol ler
1 2%
2 0%
5 2%
Abb. 2: Ausbildung der Controller
(der „Wunsch") nach beruflicher Veränderung
ist ein ganz normales und wichtiges Element
der persönlichen Entwicklung. Die Motive für
den Wechsel sind unterschiedlicher Art. Immer
wieder fällt auf, dass Bewerber
„keine Zahlen
mehr aufbereiten",
sondern bei der Vorberei–
tung strategischer Entscheidungen mitwirken
möchten.
Der erfolgreiche Controller im Job
muss den
„kritischen Blick" haben für das, was hinter der
„Unternehmenskulisse" passiert, was hinter
dem Geschriebenen herauszulesen ist, was sich
hinter den Zahlen verbirgt und woher sie kom–
men. „Formatierungskünstler" und „Excel-
Sheet-Bastler" zu sein, genügt nicht mehr um
z.B. dem Controller-Leitbild der International
Group of Controlling (IGC) gerecht zu werden.
Fach- und Methodenwissen, Erfahrung
und
Bildung - nicht nur Ausbildung - und
Sozial–
kompetenz
gehören dazu. Es kann also von ei–
ner längeren und facettenreichen Entwicklungs–
phase ausgegangen werden und wenn der ver–
staubte Begriff „Reife" sichtbar wird, dann steht
der Controller in seiner „vollen Blüte", Folglich
ist weniger das Alter für diese Berufsgruppe
ausschlaggebend, sondern vielmehr
Reife,
Wachsein, Flexibilität
und
Kommunikati–
onsfähigkeit.
Der erfolgreiche Controller im Bewer–
bungsprozess
muss den kritischen Blick hin–
ter seine eigene „Fassade" werfen. Zum Per–
sönlichkeitsbild des Controllers gehören Un–
abhängigkeit, sicheres Auftreten, Mut, sich frei
von Ängsten zu bewegen, ein wacher Blick
über das Geschehen sowie natürlich das Ver–
ständnis für betriebswirtschaftliche und wirt–
schaftliche Zusammenhänge. Vor allem ist
der
sichere Umgang mit Menschen
aller Cou–
leur entscheidend für den nachhaltigen Erfolg
seines Wirkens. Jeder sollte sich von Zeit zu
Zeit die Frage stellen, ob und wie er von sei–
nem Umfeld wahrgenommen wird.
Anzah l Jobwechse l Control ler
7 -r
26-30
31-35
36-40
41-45
46-50
Al t er sgruppen
51-55
56-60
Abb. 3: Anzahl Jobwechsel (eigene Analyse)
Die Auswertung (siehe Abb. 3, eigene Analyse)
zeigt, dass sich jeder Controller während sei–
ner Berufstätigkeit durchschnittlich bis zu
sechsmal dem Bewerbungsprozess stellen
muss. Da sich dieser ständig ändert, stellt dies
eine Herausforderung für den Controller dar: er
untersteht gleichermaßen einer laufenden
„Überprüfung",
Wie bereite ich mich auf einen
Wechsel vor? Control yourself
I
Controlling
steht n/c
/7f
für den Wunsch, öe//e-
b\ge
Entscheidungen anzuregen, sondern u
.a.
für die Verantwortung, erforderi/cfte Verände–
rungen zu identifizieren, diese zu bewerten, de–
ren Umsetzung zu initiieren und zu begleiten.
„Selbst-Controlling"
steht ebenfalls nicht für
eine Lust, „einfach mal" etwas anderes zu tun,
sondern für die Selbsterkenntnis, eine noftven-
ö\ge
Veränderung für die berufliche Entwick–
lung anzustoßen und schließlich auch durch–
zuführen. Es geht nicht nur darum, sein „Kön–
nen" aufzuzeigen, sondern darzulegen, dass
dieses
„Können" nutzbringend in einem
anderen
Unternehmen eingebracht
werden
kann. Dabei wird der Nutzen ausschließlich
durch das neue Unternehmen bestimmt und
nicht durch den Bewerber Aus diesem Grund
ist es für den Bewerber besonders wichtig, im
Bewerbungsprozess diese „andere Seite" ver–
stehen zu lernen.
Von einem Controller mit Berufserfahrung
wird
erwartet, dass er über die Unternehmenssitu–
ation umfassend informiert ist. Deshalb muss
er sich mit dem Wunschunternehmen ausgie–
big beschäftigt haben, bevor er ein Gespräch
führt. Dies bietet dem Bewerber die Möglich–
keit, auf seinen Gesprächspartner einzugehen
und die für ihn relevanten Themen diskutieren
zu können.
Durchführung einer Ist-Analyse
zu folgenden Themenbereichen
Die nachfolgende Potenzial-Checkliste soll dem
Bewerber mit ausgewählten Fragen helfen, sei–
ne eigene Position zu bestimmen, um sich dar–
über klar zu werden, wie er seine Erfahrungen
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