Seite 93 - CONTROLLER_Magazin_2009_02

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auftretende Schadenaufwand. Entsprechend ist
die relative Unfallquote und der Schadenauf–
wand je Schadensfall Bestandteil des Kennzah–
lensets. Die relative Unfallquote wird ermit–
telt, indem die Anzahl eigen verschuldeter Un–
fälle zur Kilometerleistung inklusive Leerfahrten
ins Verhältnis gesetzt wird.
Ein fortwährendes Thema ist die Minimierung
der Overhead-Kosten. Es handelt sich hier um
Aufwand für Vertrieb und Venivaltung, der sich
zur besseren Vergleichbarkeit ins Verhältnis
zur Kilometerleistung inklusive Leerfahrten
setzen lässt. Man erhält so einen Wert, der
die Belastung mit Overhead-Kosten je ge–
fahrener Kilometer angibt.
Einen guten Indikator für die Wirtschaftlichkeit
des Leistungserstellungsprozesses und die
Wettbewerbsfähigkeit am Markt bilden die
Fahrdienstkosten je Fahrplanstunde der in
Eigenregie erbrachten Fahrleistung sowie die
Kosten je Wagenkilometer Neben den Personal–
kosten für die Fahrer zählen zu den Fahrdienst–
kosten auch personalunabhängige Kosten wie
Sozialraumkosten, Kosten für Berufskleidung,
Bildungs- oder Reisekosten. Die Kosten je Wa–
genkilometer werden berechnet, indem die Ge–
samtkosten bereinigt um bestimmte Erträge ins
Verhältnis zur insgesamt gefahrenen Leistung
(inklusive Leerkilometer) gesetzt werden.
Die Anlagenintensität setzt das Anlagevermö–
gen ins Verhältnis zum Gesamtvermögen. Je
höher die Anlagenintensität, desto höher die
Fixkostenlastigkeit und desto geringer die Flexi–
bilität auf Betriebsschwankungen zu reagieren.
Die Entwicklung des Working Capitals wird
mit Hilfe der Kennzahlen durchschnittliches
Kundenziel, durchschnittliches Lieferantenziel
sowie durchschnittliche Lagerdauer überwacht.
Das Kundenziel bzw. die Days Sales Outstan–
ding (DSO) oder Debitorenlaufzeit, zeigt das von
den Kunden durchschnittlich in Anspruch ge–
nommene Zahlungsziel auf. Es beschreibt die
durchschnittliche Bindung der Umsätze als For–
derungen und wird ermittelt, indem die Forde–
rungen aus Lieferungen und Leistungen ins
Verhältnis zum Umsatz gesetzt werden. Das
Lieferantenziel, auch Days Payables Outstan–
ding (DPO) bzw. Kreditorenlaufzeit genannt,
zeigt auf, wie lange ein Unternehmen Kredit bei
seinen Lieferanten in Anspruch nimmt. Als Quo–
tient aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen und dem Materialaufwand inklusive
des Aufwandes für bezogene Leistungen be–
schreiben die Days Payables Outstanding das
Zahlungsverhalten des Unternehmens an seine
Zulieferer und Dienstleister
Das Ergebnis ist die durchschnittliche Zeitspan–
ne zwischen Rechnungseingang und Bezahlung
in Tagen. Die durchschnittliche Dauer der Kapi–
talbindung im Vorratsvermögen (Days Inventory
Outstanding = DIO) zeigt die Lagerdauer an. Zur
Ermittlung dieser wird zunächst der Material–
aufwand ins Verhältnis zum durchschnittlichen
Vorratsvermögen gesetzt. Man erhält so die
Lagerumschlaghäufigkeit. Die durchschnittliche
Lagerdauer ergibt sich schließlich, indem die
Anzahl der Tage durch die Lagerumschlag–
häufigkeit dividiert wird.
Nicht im ROCE-Baum enthalten, aber erhoben
und ergänzend nachrichtlich ausgewiesen wer–
den die Anzahl der Fahrzeuge, das durch–
schnittliche Fahrzeugalter, die Fahrzeugre–
serve (in %), der Dieselverbrauch je 100 km so–
wie die Anzahl der Mitarbeiter gemessen in Voll–
zeitäquivalenten, aufgeteilt nach Overhead,
Fahrpersonal und Werkstattpersonal. Zudem
werden der Personalaufwand und der Umsatz
zur Mitarbeiteranzahl ins Verhältnis gesetzt. Der
Umsatz je Mitarbeiter lässt in gewissem Umfang
Rückschlüsse auf die Produktivität der Beleg–
schaft und einen effizienten Personaleinsatz zu.
Freilich wird die Aussagefähigkeit dadurch ein–
geschränkt, dass der Umsatz auch von Faktoren
beeinflusst wird, die nicht von den Mitarbeitern
zu vertreten sind. Der Personalaufwand je Mit–
arbeiter ist ein Indikator für das Lohn- und Ge–
haltsniveau. Die Fahrzeugreserve ist derjenige
Fahrzeugbestand, der zusätzlich zum verkehr–
lichen erforderlichen Einsatz vorgehalten wird,
um bei unvorhergesehenen Fahrzeugausfällen
und Betriebsstörungen das Leistungsangebot zu
erbringen und um die durch Instandhaltung nicht
verfügbare Fahrzeugzahl auszugleichen.
Erhebungsfrequenz und
Erhebungsweise
Die Kennzahlen wurden erstmals für das 2.
Quartal 2008 ermittelt, ab dann vierteljährlich
erhoben. Da die Niederlassungen als eigene
Profit-Center mit Ergebnisverantwortung geführt
werden, ist erstmals im ersten Quartal 2009
angedacht, ein deutlich abgespecktes Bündel
an Kennzahlen für jede Niederlassung zu
ermitteln. Dies soll ein internes Benchmarking
ermöglichen. Des Weiteren ist geplant, bei der
eignen Tochtergesellschaft sowie bei zwei
Schwestergesellschaften den ROCE-Baum ein–
zuführen, so dass auch gesellschaftsübergrei-
fend ein Benchmarking möglich wird. Ohnehin
ermittelt unsere Führungsgesellschaft regelmä–
ßig einzelne Kennzahlen zum Vergleich der Ge–
sellschaften untereinander Diese Kennzahlen
wurden in das Kennzahlensystem integriert.
Die Kennzahlen werden in einem Excel-Ta-
bleau berechnet, und zwar weitgehend au–
tomatisiert. Dabei stammen die zur Ermittlung
der Kennzahlen notwendigen Daten aus unter–
schiedlichen Systemen wie der Kostenrechnung,
der Transportleistungs- bzw. Linienerfolgsrech–
nung, dem Produktionssystem sowie dem Per-
sonaldisposltions- und -abrechnungssystem.
Es wird ein Vergleich zum Vorjahr sowie ein Ab–
gleich Plan gegenüber Ist, und zwar jeweils ku–
muliert zum Quartalsende vorgenommen. Auch
existiert ein Kennzahlenbuch, in dem bis ins
Detail beschrieben wird, wie die Kennzahlen er–
mittelt werden, welche Daten einfließen und
aus welchen Systemen diese generiert werden.
Eine entsprechende Dokumentation ist unab–
lässig, um eine einheitliche und vergleichbare
Erhebung und Ermittlung der Kennzahlen sicher
zu stellen (siehe Bsp. in Abb.
7),
Vergütungssat z Auf t ragnehmer (AN) = AN Kos ten / AN km
Auftraqnehmeraufwand:
Auftragnehmervergütung zzgl . für AN übernommene Kosten für Fahrscheindrucker,
Buslackierungen, etc. und incl. Sekundärverrechnungen i. w. aus 22350 Betrieb und
Produktion. (KSN der RKOST 22351 Zeile 60)
Herkunft der Daten: ADAAlVl & SAP & TLR Bus
Abb. 7: Auszug aus dem Kennzahlenhandbuch
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