Seite 33 - CONTROLLER_Magazin_2009_02

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stellte Beauftragung vor und werden Ände–
rungsanforderungen ordnungsgemäß durcfi-
geführt?
• Planung/Steuerung durchführen - Wird die
Detailplanung aus der Grobplanung abgelei–
tet und erfolgt eine regelmäßige Anpassung
auf Basis aktueller Projektentwicklungen?
• Risiken managen - Erfolgt eine Erhebung der
allgemeinen Projektrisiken und werden dar–
aus [Maßnahmen abgeleitet und weiter ver–
folgt?
• Organisation managen - Werden die Organi–
sationsgrundsätze in der Projektarbeit be–
achtet?
Bedeutung der Standards für die
Interne Revision
Die Etablierung eines risikoorientierten Pla–
nungsansatzes auf Basis des Projektportfolios
ermöglicht die Priorisierung von Projekten und
die darauf abgestimmte Auswahl der Prüfungs–
methode bzw. des Prüfungsansatzes.
Der systemische Prüfungsansatz folgt dabei der
f^axime, dass bei angemessener Beachtung
der Prozesse und Regelwerke im Projekt ein
Mindestmaß an inhaltlicher Qualität erwartet
werden kann. Andernfalls sind Rückschlüsse
auf den Prozess zu ziehen.
Die strukturierte Planungsmethodik auf Basis
des Projektportfolios verbessert zudem die Qua–
lität der Prüfungsplanung insgesamt. Eine voll–
ständige Abdeckung des Projektportfolios ist
wohl kaum realisierbar Die Dokumentation des–
sen, was nicht geprüft wird und vor allem war–
um es nicht geprüft wird, ist daher erforderlich.
Bedeutung für die geprüften Ein–
heiten (Projekte und Auftraggeber)
Als wesentlicher Katalysator für die Schaffung
eines produktiven Prüfungsklimas hat sich die
Darstellung des Prüfungsprozesses als (Projekt-)
Phasenmodell enwiesen. Der weitgehend ein–
heitliche Sprachgebrauch sowie der vorhande–
ne Wiedererkennungswert generiert in der Re–
gel eine verbesserte Akzeptanz der Prüfungs–
handlungen, die gerade bei der Prüfung von
Projekten wegen der höheren Dynamik des Prü–
fungsgegenstandes von besonderer Bedeutung
ist. Diese Transparenz ermöglicht zudem eine
bessere Koordination im Projekt.
Bereits zum Prüfungsbeginn konnten auftre–
tende Fragen beantwortet werden wie:
• Welche Verantwortung habe ich als Projekt–
leiter/Auftraggeber für die Prüfung?
• Welche Einflussmöglichkeiten habe ich auf
das Prüfungsergebnis?
• Wie und an wen erfolgt das Berichtswesen?
Bin ich dabei involviert?
• Welche Konsequenzen haben Prüfungsfest–
stellungen der Internen Revision?
• Warum wird mein Projekt geprüft? Und war–
um gerade jetzt?
Beitrag zum Unternehmenserfolg
Ein effizienteres Prüfungsvorgehen ermöglicht
eine verbesserte Abdeckung des Projektportfo–
lios im Unternehmen bei vergleichbarem Res–
sourceneinsatz. Hinsichtlich des Ressourcenein–
satzes führt eine solche Standardisierung auch
zu einer Erhöhung der Prüfungsqualität in Pro–
jekten des Unternehmens. In der Gesamtheit der
Prüfungen wird überdies die Vergleichbarkeit der
Ergebnisse ermöglicht, wodurch die Venwertbar-
keit der Prüfungen im Rahmen der Unterneh–
mens- bzw. Projektsteuerung verbessert wird.
Standards für die Prüfung von
PM-Reife definieren
Geeignete Standards sollten einen umfassenden
Untersuchungsansatz verfolgen. Darüber hinaus
sollten sie ein hohes Maß an Automatisierung
gewährfeisten, um Aufwände für Prüfungen in
der Datenerhebungsphase zugunsten der ei–
gentlichen Prüfungsarbeit zu optimieren. Es hat
sich als entscheidender Vorteil enwiesen, Stan–
dards zu berücksichtigen, wie sie im Projektma–
nagement bereits Anwendung finden.
Externe Standards sichten,
bewerten und auswählen
Nachdem das Unternehmen sich bei der Ausbil–
dung und Zertifizierung ihrer Projektleiter für
Standards entschieden hatte, wie sie von der
GPM / Gesellschaft für Projektmanagement e.V
vertreten werden, setzte die Interne Revision auf
Standards, wie sie im Project Excellence Modell
definiert werden. Die Untersuchungsergebnisse
brachten in einem ersten Schritt Tendenzen in
der Bewertung der PM-Reife der einzelnen Un–
tersuchungsobjekte. Im Einzelnen wurde unter–
sucht:
• Die Qualität des PM-Systems des Unterneh–
mens im Ganzen
• Die Qualität des Multi-Projektmanagements
im Unternehmen
• Die Qualität des Programm-Managements in
einem ausgewählten Programm
• Die Qualität des Projektmanagements in vier
ausgewählten Einzelprojekten
Anschließend wurden die Daten weiter spezifi–
ziert und mit Stichproben qualitätsgesichert,
worauf weitergehende risikoorientierte Prü–
fungshandlungen folgten.
Das E F QM - Mo d e l l für Excel lence
Das EFQM-Modell für Excellence der European
Foundation for Quality Management dient der
ganzheitlichen Betrachtung von Organisationen.
Es ist als unverbindliche Rahmenstruktur defi–
niert, innerhalb derer sich Branchen und Unter–
nehmen ihre spezifischen Konzepte auf dem
Weg zum „exzellenten" Unternehmen suchen
sollen. Grundaussage des EFQM-Modells für
Excellence ist: „Exzellente Ergebnisse im Hin–
blick auf Leistung, Kunden, Mitarbeiter und Ge–
sellschaft werden durch Führung erzielt, die Po–
litik und Strategie mit Hilfe der Mitarbeiter Part–
nerschaften und Ressourcen sowie der Pro–
zesse umsetzt." (Deutsches EFQM Center:
Excellence einführen, 2003).
Die p r o j ec t PROF I T -Me t hode
Alle Punkte des EFQM-Modelles für Excellence
können problemlos auch auf die Beurteilung
von Projekten angewandt werden. Umgekehrt
kann auch ein hoher Grad an Übereinstimmung
zwischen dem Führungskonzept „Management
by Projects" und dem EFQM-Modell für Excel–
lence festgestellt werden.
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