Bi lanzfaktoren/
Finanz–
kennzahlen
Menge an
qual i tat iven
Faktoren
„Warnsignale"
Haf tungs–
verbünde
Faktoren:
Faktor
Bereicti
Finanzen
Finanzkraft
Liquidität
Ertragskraft
Rentabilität
Ertrag
Aufwandsstruktur
Vermögen
Kapitalstruktur
Lager
Kapitalbindung
Faktoren:
• Unternehmensführung
• Planung und Steuerung
• Markt und Produkt
• Wertschöpfungskette
Faktoren:
• Kontoführung
• veraltete Untedagen
• Leistungsstörungen
bei Darlehen
• Scheck- / Lastschrift–
rückgaben
• Kontopfändungen
Faktoren:
Bei Verflechtungen
mit
anderen Unternehmen
hängt die Bonität eines
Kreditnehmers
zusätzlich vom Grad der
Verflechtung ab
Bilanzrating
Qualitatives Rating
Rating-Abstufung
Bonitätseinfluss
Basisrating
Kundenrating
Integriertes Kundenrating
Abb. 3: Standardfirmenkundenrating der Sparkassen-Finanzgruppe"
18
lysiert. Während erstere harte und objektive
Antworten wie Alter der Firma oder Bildungs–
stand der Geschäftsführer beinhalten, sind letz–
tere primär die subjektiven Einschätzungen
des Kundenbetreuers Warnsignale im
nächsten Schritt bezeichnen konkrete Hinweise
auf Zahlungsschwierigkeiten. Beispiele sind
Lastschriftrückgaben und Wechselproteste. Di–
ese Faktoren führen zu einer Verschlechterung
des Ratings. Der Haftungsverbund letztlich be–
rücksichtigt die Interdependenzen zwischen
einzelnen Kreditnehmern und dem gesamten
Kundenverbund, etwaige strategische und
rechtliche Verbindungen werden analysiert. Die–
se führen dann zu einer letzten Korrektur des
Ratings des Kunden.
Das Rating der Sparkassenorganisation erfüllt
die Anforderungen der MaRisk (vgl. nächsten
Abschnitt) und analysiert den Kunden umfas–
send. Letztlich wird diesem ein umfassendes
Unternehmensurteil gegeben; die Ratingnote
berücksichtigt auch die zukunftsweisenden
qualitativen Faktoren.
Basel II - Auswirkungen auf den
Deutschen Mittelstand^
Basel II ist momentan oftmals ein vorgescho–
bener Grund, die Kreditvergabe an den deut–
schen Mittelstand als erschwert darzustellen.
Diese oft sehr plakativ venwendete Aussage ist
jedoch isoliert betrachtet nicht korrekt. Hierzu
muss der gesamte Komplex Basel II näher
beleuchtet werden. Dieser besteht aus drei
Säulen^^;
• Säule
1:
Quantitative Mindestanforde–
rungen: Wie haben Banken Ihre Kreditrisiken
mit Eigenkapital zu unterlegen?
• Säule
2:
Qualitative Mindestanforde–
rungen: Sind Banken in der Lage, ihren Ri–
sikomanagementprozess adäquat umzu–
setzen?
• Säule
3:
Marktdisziplin: Erweiterte Trans–
parenzvorschriften für Banken: diese müssen
in ihren eigenen Jahresabschlüssen nun
mehr veröffentlichen.
Doch was hat dies nun mit Ratings zu tun:
Ratings im KSA und IRB
Wann immer in der Presse über Basel gespro–
chen wird, wird implizit auf die Säule 1 Bezug
genommen. Über das KWG und die darauf ba–
sierende
Solvabilitätsanforderung SolvV
wird
geregelt, welche Bankenkredite in welcher Höhe
mit Eigenkapital unterlegt werden müssen. Wäh–
rend dies in Basel I pauschal geregelt war - 100
€ Kredit mussten mit 8 € Eigenkapital unterlegt
werden - sieht Basel II nun differenzierte boni–
tätsabhängige Ansätze vor wobei zwischen dem
KSA
(Kreditrisikostandardansatz) und dem IRB
(auf internen Ratings basierender Ansatz) unter–
schieden wird.^° Im KSA werden Forderungen
ratingunabhängig in verschiedene Forderungs–
klassen eingeteilt und auf Basis dieser Forde–
rungsklassen mit Eigenkapital untedegt. Nur in
einem einzigen Fall finden Ratings hier Anwen–
dung: wenn sie von einer externen Ratingagen–
tur ausgestellt wurden und die Bank dieses ex–
terne Rating intern verwenden möchte und dies
der BaFin anzeigt. Interne Ratings haben hier
keine Auswirkung. Diese
werden
erst im
IRB
OHTROLLER