Sätze zur Ertialtung der Stabilität des Finanz–
marktes und zum Zweck des Gläubiger-
sctiutzes unabdingbar seien^° - eine Prophe–
zeiung, die sich sehr schnell als nur allzu wahr
herausgestellt hat.
Die Vertrauenskrise am Finanzmarkt zieht seit
Ende 2007 auch gute Bonitäten in Mitleiden–
schaft. Selbst diese werden momentan kaum
gehandelt^\ trotz Staatsgarantie herrscht
Misstrauen
zwischen den Banken vor Der
Markt misstraut nun auch dem Ratingurteil der
externen Agenturen. Dies geschieht nicht zu
unrecht, im Rahmen der Bewertung von ver–
brieften Transaktionen formuliert Osman:
Ratingagenturen stehen unter Druck, weil man
ihnen vorwirft,
fragwürdige W/ertpapiere zu
lange zu gut bewertet
zu haben,"^^ Das Pro–
blem ist, dass die Ratingagenturen nicht von
den Käufern, sondern von den Originatoren be–
zahlt werden. Dies führt auch dazu, dass ein
Auftraggeber sich bei strukturierten Produkten
meist das Rating aussucht, welches für ihn am
unkritischsten ist. Dies wird auch als
Rating
Shopping
bezeichnet.^^ Somit kann von einer
Unabhängigkeit des Ratings nicht mehr die
Rede sein.
Aber auch die Systematik externer Ratings ist in
der Kritik. Der
ZKA
(Zentraler Kreditausschuss)
kritisiert die Modellgläubigkeit
und den zu
starken Fokus der Ratingagenturen auf quanti–
tative Daten. Dadurch reagierten die Rating–
agenturen zu langsam auf die Krise und verlo–
ren einen Großteil ihrer Glaubwürdigkeit.
Aber auch die Qualität der Ratings lässt zu wün–
schen übrig. Ein trauriges Beispiel hierfür ist die
Meldung von Moody's, sich bei einem Rating
schlichtweg vertan zu haben - statt AAA musst
das Papier
wegen eines Computerfehlers
um bis zu vier Stufen schlechter bewertet wer–
den,^" Laut Agentur waren technische Fehler
Auslöser dessen. Allerdings lassen sich bei der–
selben Ratingagentur auch menschliche oder
prozessuale Fehler beobachten: Moody's hatte
nicht entdeckt, dass einige der von der Agentur
gerateten Papiere keine einfachen Anleihen,
sondern komplexe Verbriefungsstrukturen wa–
ren, die statt mit Aal höchstens mit B3 bewer–
tet werden sollten. Dies ist erst 3 Jahre später
aufgefallen.^^ Dadurch, dass beide Meldungen
mit nur 6 Wochen Zeitversatz erschienen sind,
wird die Glaubwürdigkeit der Ratings in keinem
Maße gefördert.
Praxisbeispiel: Internes Rating
der Sparkassen-Finanzgruppe
Interne Ratings sind hingegen ganz anders auf–
gebaut. Als Praxisbeispiel für ein Rating soll das
Standardfirmenkundenrating der Sparkassen–
organisation vorgestellt werden. Dieses vereint
qualitative und quantitative Faktoren. Das Ra–
ting ist in vier Schritte aufgeteilt. Aufbauend auf
Jahresabschlüssen oder Einnahmen-Über–
schussrechnungen werden die rein
quantita–
tiven
Kennzahlen der Kategorien
Vermö–
genslage, Finanzlage und Ertragslage ermit–
telt. Diese führen zu einem trennscharfen Urteil,
welches bereits direkte Rückschlüsse auf die
Ausfallwahrscheinlichkeit des Kunden zulässt.^^
Danach werden die qualitativen Faktoren - wie–
derum aufgeteilt in „harte" und „weiche" -
ana-
Faktor
Internes Rating
Externes Rating
Zugänglichkeit
Nicht öffentlich, nur dem Kunden
und
der Bank ist es bekannt.
öffentlich, da jeder der sich dafür
interessiert, dieses über die
Homepages einsehen kann.
Zielgruppe
Banken, die es erstellen. Diese
verwenden es zur Beantwortung
der Frage der Kreditwürdigkeit.
Letzten Endes alte, ob
Shareholder Stakeholder oder
„nur" Kreditnehmer
Rating verfahren
Stichtaasbezoaen: Zu einem
Bilanzzeitpunkt wird die Firma
gewürdigt.
Permanent: Es gibt oftmals keine
festen Rhythmen.
Ratingart
Emittentenrating: reine
Beantwortung der Frage der
Bonität, d.h. Kreditwürdigkeit.
Auch Emissionsratina: Oft werden
Besicherungen hinzugezogen -
z.B. beim Pfandbrief
Auftraggeber
Die Bank selbst - sie hat ein
ureigenes Interesse an dem
Rating
Kunde oder Aoentur - obwohl der
Kunde dafür zahlt, wird manchmal
die Agentur von sich aus aktiv.
Anerkennung Basel
Wird nur bei den fortoeschrittenen
Ansätzen (IRB) anerkannt.
Externe Ratings finden auch beim
KSA Anwendung - aber welcher
Kunde verfügt darüber?
Kosten
Für den Kunden kostenlos - nicht
jedoch für die Bank! Hier fallen
erhebliche Aufwendungen an.
Sehr teuer Die Ratingagenturen
lassen sich das Rating sehr teuer
bezahlen.
Abb. 2: Interne vs. externe Ratings"
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