Investitions- und Simulationsrechnung
vestition (Al<tiva) und Kapital (Passiva). Die zwei–
te Paarung spiegelt die Erfolgsrechnung wider:
Autwand und Ertrag. Zwischen diesen vier Kom–
ponenten laufen eindeutige Prozesse nach ei–
ner mathematischen Gesetzmäßigkeit ab. Jeder
Prozess bzw. jede Transaktion spiegelt einen
separaten Buchungssatz wieder Zur Abbildung
eines „dynamischen Geschäftsbetriebes" wird
jede Transaktion als selbststeuernder Bu–
chungssatz in Form von Wenn-/ Dann Bedin–
gungen erstellt. Ist eine Bedingung erfüllt, wird
die Buchung ausgeführt. Beispiel:
Wenn Wirtschaftsgut > 0 UND Rest-Lebens–
dauer >= 1 Ivlonat dann buche: Abschreibung
an Wirtschaftsgut
Nachdem alle Wenn-/ Dann-Buchungssätze in
logischer Reihenfolge für ein Planjahr ausge–
führt wurden, wird das Ergebnis in Form einer
Plan-Bilanz sowie Plan-GuV dargestellt. An–
schließend wird die (Plan-) Schlussbilanz in die
(Plan-) Anfangsbilanz des Folgejahres übertra–
gen und der Berechnungslauf entsprechend
dem Planungszeitraum - z. B. 15 Jahre - wie–
derholt.
Phase könnte die geforderte „Percentage of
Completion" das Planergebnis verzerren. —>
Aus diesem Grunde erfolgt die Rechnungsle–
gung in diesem fyiodell auf Basis der Bilanzie–
rung gemäß HGB. Entsprechend dem „Impan-
tätsprinzip" und dem daraus abgeleiteten „com–
pleted contract" Prinzip genenert das Simulati–
onsmodell (Plan-) Umsätze und dadurch (Plan-)
Gewinne erst dann, wenn eine (Plan-) Forde–
rung entstanden ist.
3. Ausgabe - Mehrdimensionale Ergeb–
nisplattform
Wie bereits erklärt, ermittelt das Simulations–
modell nicht nur eine einzelne Kennzahl wie
beispielsweise die Rentabilität, sondern präsen–
tiert im Sinne von „balanced" verschiedenartige
Entscheidungsgrößen auf Basis der Plan-Bi–
lanzen und Plan-GuV Rechnungen. So lassen
sich u. a. globale Langzeitperspektiven aufzei–
gen, technisch-kaufmännische Ursache-/ Wir–
kungszusammenhänge darstellen, sowie ver–
schiedene „WEG-Perspektiven" ermitteln. Fer–
ner sind auch makroökonomische Aussagen zu
4. Grenzen dieser Investitionsrechnung
Mit diesem Modell ist es gelungen, die Realität
in einer „Laborumgebung" weitgehend zu simu–
lieren und Tendenzen für eine strategische Pla–
nung aufzuzeigen. Doch hat diese dynamische
Investitionsrechnung auch ihre Grenzen:
• Abgesehen von den technischen Ressour–
cen sind es vor allem fehlende oder fehler–
hafte Ausgangsdaten, welche die Resultate
der Simulation in Frage stellen (können). Das
Simulationsergebnis ist nur so gut, wie die
Qualität der Ausgangspläne oder plakativ
ausgedrückt: „gartjage in - garbage out".
• „Soft-Kennzahlen" wie Kundenzufriedenheit
oder Stammkundentreue sind häufig nur der
Ausdruck eines Gefühls oder die Wirt<ung ei–
ner Verhaltensweise, die jeder Betroffene
unterschiedlich empfindet bzw. ertebt. Aus
diesen mannigfaltigen „Sinnesempfindung"
konnte kein mathematischer Algorithmus
entwickelt werden, um diese sog. „weichen
Kennzahlen" sicher planen zu können.
Benefits für Controller
• Dipl.-Betriebswirt (FH) Alfred BezIer
ist tür die Firma gibGrelner Gesellschaft für Projektmanage–
ment, mit Hauptsitz in Hflünchen, tätig.
E-Mail: Alfred.Bezler@glbgreinerde
Mit dieser Software-Methode hat man ein Werk–
zeug für die Investitionsplanung geschaffen, um
direkt
die Ergebniswirkung der operativen Plä–
ne durch Simulation zu ermitteln und
indirekt
die strategische Gesamtplanung zu verproben.
Dabei werden die Ergebnisse in der „Sprache
des Entscheiders" - in Form einer Planbilanz -
dargestellt.
Diese zentralen Ergebnisse der Simulation -
Plan-Bilanz und Plan-GuV - bieten ein be–
trächtliches Potenzial unterschiedlichster Aus–
wertungsmöglichkeiten. Es reicht von der Beur–
teilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragsla–
ge bis hin zu Aussagen über die künftige
Rentabilität.
Exkurs: Art der Rechnungslegung
Nach den Vorgaben der lAS bzw. US-GAAP sind
Teilgewinne nach dem jeweiligen Grad der Fer–
tigstellung auszuweisen, sofern die hierfür gel–
tenden Voraussetzungen ertüllt sind. Bei Groß–
projekten mit einer Planungs- und Bauzeit von
10 bis 15 Jahren, einem unsicheren Fertigstel-
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lungstermin und einer ungeklärten Betriebs-
„Beschäftigungswirkung" und „Steuerrück–
fluss" möglich. Für eine flexible Auswertungs–
möglichkeit überführt man die Ergebnisse in ei–
nen mehrdimensionalen OLAP-Würfel (Online
Analytical Processing) und genenert hieraus
u. a. folgende Aussagen:
• Plan-Bilanz / Plan-GuV Rechnung
• Kennzahlen zur Bilanzanalyse bzw. nach
Basel II
• Management Ertolgsrechnung / Deckungs–
beitragsrechnung
• (Plan-) Break Even Analyse
• Ad-Hoc Auswertungen
• Steuerrückflüsse / Beschäftlgungswiri<ung
• Portfolio mit den Achsen Investitionssumme
und Rentabilität
1. Ursache- Wirkungszusammenhang er–
kennen
Auch lassen sich die Auswiri<ungen von Entschei–
dungen in kausalen Ketten darstellen. Beispiel:
Die Erweiterung einer bestehenden (Bau-) In–
vestition führt zu Kosten. Dieses erfordert i. a.
zusätzliches Fremdkapital In der Folge steigen
die Zinsaufwendungen an und die Abschrei–
bungsbeträge nehmen zu. Diese beiden Auf–
wendungen mindem ihrerseits nun den Gewinn.
Soll die Rentabilität der Gesamtinvestition auch
nach einer Teilenveitewng unverändert bleiben,
muss beispielsweise mehr abgesetzt werden.
Bei einer unterstellten Preisstabilität kann man
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