„Balanced" Investitions- und
Simulationsrechnung
von Alfred BezIer
Wer kennt nictit die Situation: Kaum entsctieidet
man sicti für die Ausfütirung einer langfristigen
und kostenintensiven Investition,
sclion än–
dern sicti aus der Dynamik im Projekt die
Ausgangsdaten.
Die Tectinik benötigt bei–
spielsweise mehr Flächen, der Verkauf befürch–
tet einen Umsatzrückgang und die Bank ändert
die Fremdkapitalzinsen. Häufig ist das Control–
ling ab diesem Zeitpunkt über die geplante In–
vestition nur noch begrenzt aussagefähig. Viel–
fach fehlt die (yiöglichkeit, die wirtschaftlichen
Auswirkungen von qualitativen und quantita–
tiven Planänderungen zu bestimmen und die
technischen Tekturen in kaufmännische Aussa–
gen zu transferieren.
Vor
diesemHintergrund wurde
speziell für das
Marktsegment der „Mega-Bauprojekte"
wie den Neubau von Flughäfen, Verkehrstras–
sen, Kraftwerken etc. eine Software-gestützte
Controlling-Methode entwickelt: Die „balanced"
Investitions- und Simulationsrechnung.
„Balanced" Investitions- und
Simulationsrechnung
Bereits mit dem Attribut „balanced" (in Anleh–
nung an Kaplan, Norton: Balanced Scorecard)
wird angedeutet, dass dieses Werkzeug zur In–
vestitionsplanung nicht nur eine einzige Ziel–
kennzahl wie z. B. Rentabilität ermittelt, sondern
das Ergebnis ein ausgewogenes Verhältnis ver–
schiedener Perspektiven wie „Wachstum - Ent–
wicklung - Gewinn" (Deyhle Controller Praxis,
Band I; Seite 13) zeigt. Diese Aussagen werden
durch Simulation des Geschäftsbetriebes im
Zeitablauf generiert. Denn nur ein ausgewo–
genes Verhältnis dieser Perspektiven unterein–
ander sichert den langfristigen Erfolg eines Pro–
jektes bzw. Unternehmens.
Ziel dieser Methode ist es, im Sinne einer „dy–
namischen Wirtschaftlichkeitsrechnung" geän–
derte Ausgangssituationen durch Simulation
frühzeitig auf ihre Ergebniswirkung hin zu über–
prüfen.
Nachfolgend wird die Realisiemng ausschließ–
lich aus fachlicher Sicht dokumentiert. Die EDV-
technische Vorgehensweise wird nicht ertäutert:
Realisierung
EDV-technisch gliedert man dieses Simulati–
onsmodell in drei logisch aufbauende Phasen:
(1) Eingabe - Bereitstellen der Einzelpläne, (2)
Verarbeitung - Simulationslauf und (3) Ausgabe
- mehrdimensionale Ergebnispräsentation.
Hinweis: Einen vollständigen IJberblick über das
fi^odell sowie das schematische Zusammenwir–
ken der fachlichen Phasen ist in der nachfol–
genden Modellskizze dargestellt.
1.
Eingabe - Sammeln der Einzelpläne
„Erfolg haben kann nur die Unternehmung,
die weiß was sie will,
..." (Deyhle: Controller
Praxis, Band 1; Seite 12)... und hierfür
sind
Planungen unertässlich. Jeder Plan dokumen–
tiert themenbezogen einen Ausschnitt der künf–
tigen Entartungen. Bei komplexen Investitionen
sind häufig viele Einzelpläne aus den verschie–
denen Teilbereichen des Unternehmens zu be–
rücksichtigen. Diese werden für die strategische
Gesamtplanung in eine methodische Ordnung
gebracht, identifiziert, strukturiert, aufeinander
abgestimmt und durch das operative Control–
ling bereitgestellt. Für eine Simulation sind bei–
spielsweise die Inhalte folgender Einzelpläne er–
forderlich: Kostenplanung; Produkt-, Absatz–
mengen- und Preisplanung; Finanzplanung, so–
wie eine Einschätzung der Baunutzungs- und
Betriebskosten.
2. Verarbeitung - Simulationslauf
Die Simulation ist der eigentliche Kern des Mo–
dells. Fachlich bedeutet diese Simulation, dass
man
die Inhalte der technischen Planungen in
ökonomische Formulierungen transformiert und
diese imHinblick auf die zentralen Aussagen
künftiger Projektsituationen wie Ertrag, Liquidi–
tät und Vermögenslage projiziert. Mathematisch
ist die Simulation dagegen nur eine logische
Reihenfolge von Rechenalgorithmen, die in
einem definierten Datenmodell ablaufen,
Rechenalgorithmus:
Reduziert man die Betrachtungsweise bei In–
vestitionen auf die elementaren Prozesse, so
zeigen alle ein gleiches Grundmuster In Abhän–
gigkeit von einer Bezugsmenge werden Investi–
tionen erbracht, Kapital gebunden, Aufwand er–
zeugt sowie Erträge erwirtschaftet. Gruppiert
man
diese vier Größen
im
Sinne der Buchhal–
tung, entsteht ein ökonomisch methodisches
Ordnungssystem mit zwei Paarungen. Die erste
Paarung zeigt die Bilanz mit den Bereichen
In-
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