Seite 69 - CONTROLLER_Magazin_2008_05

Basic HTML-Version

Das AKH-Wien ist eine Zentralkrankenanstalt
der höctisten Versorgungsstufe. Mit jährlich ca.
99.000 stationären Aufnahmen bzw. 1,3 Millio–
nen ambulanten Frequenzen"' zählt es zu den
größten Krankenanstalten Europas. Träger des
AKH-Wien ist die Stadt Wien. Die Leistungser–
stellung erfolgt gemeinsam mit der Medizi–
nischen Universität Wien (MUW). Das Zusam–
menwirken erfolgt sowohl auf oberster Ebene
zwischen demRektor der MUW und dem Direk–
tor der Teilunternehmung AKH-Wien, als auch
auf Ebene der kollegialen Führung des AKH-
Wien (vgl. Abbildung 1).
Mit der technischen Betriebsführung sowie den
Aufgaben des Technischen Servicezentrums im
AKH-Wien ist seit 1.1.1986 die VAMED-KMB
Krankenhausmanagement und Betriebsfüh-
rungsges.m.b.H (VKMB) beauftragt. Der Auf–
traggeber Stadt Wien wird in diesem Vertrags–
verhältnis durch die Technische Direktion des
AKH-Wien vertreten.
Auf Grund der Bedeutung des Controlling-Pro–
zesses ist der Leiter der Abteilung Controlling
der Direktion der Teilunternehmung (DTU) mit
beratender Stimme direkt im obersten Ma–
nagement-Gremium des AKH-Wien vertreten.
Die Controlling-Stelle selbst ist als Linien–
abteilung direkt dem Direktor der Teilun–
ternehmung AKH-Wien unterstellt Um die
Systemintegration zu erreichen, wurden bei
der Umstellung im Jahr 2004 die komplette Fi–
nanzbuchhaltung in das Rechnungswesen ein–
bezogen, die Rechnungswesen-Prozesse völlig
überarbeitet und derart organisiert, dass die
Durchgängigkeit in die Kostenrechnung sicher–
gestellt werden konnte. Die Kosten- und Leis–
tungsrechnung ist damit die Basis für den ge–
samten Controlling-Prozess.
Die in diesem Artikel beschriebene BSC bein–
haltet den AKH-Wien-Teil, lässt aber Raumund
sieht Anknüpfungspunkte™ für die Zielset–
zungen der Stadt Wien, des Wiener Krankenan–
staltenverbundes und der MUW vor Damit ist
gewährleistet, dass sowohl Krankenversorgung,
als auch Forschung und Lehre weiter unter
einem gemeinsamen Dach als Ziele verfolgt
werden können. Die Zusammenarbeit findet da–
bei auch bottom up auf der Ebene der jewei–
ligen Universitätsklinik" statt, wird aber bewusst
durch die Führung des AKH-Wien und der MUW
in Abstimmung mit den jeweils übergeordneten
Zielen gesteuert.
Verständnis der BSC als Basis für
die BSC des AKH-Wien
Die BSC" wird als Instrument zur Übersetzung
der Unternehmensstrategie in operative
Maßnahmen, die mit Kennzahlen versehen
und gemessen werden, verstanden. Dieses In–
strument wird gleichzeitig für das Berichts–
wesen genutzt und trägt dazu bei, den Beitrag
der vereinbarten Maßnahmen für die Umset–
zung der Strategie zu messen und möglichst
einfach darzustellen. Auf den Einsatz eines
komplexen EDV-Instruments wurde bewusst
verzichtet, der Erstellungsprozess stand im Vor–
dergrund.
lung. Die Einzelziele bestehen großteils schon
länger Die Berücksichtigung der Wechselwir–
kungen im Zielgefüge, die Gewichtung und die
systematische Ausstattung der Ziele mit Maß–
nahmen sowie die Vernetzung mit den strate–
gischen Komponenten kommen in dieser Art
und Weise erstmals zusammen.
Der Prozess, der zu diesem Ergebnis ge–
führt hat, wird von den Teilnehmerinnen
und Teilnehmern als entscheidend für den
Erfolg gesehen. Der Prozess, der in der Strate–
gieklausur selbst abläuft, die Kommunikation,
der Umgang mit den unterschiedlichen Stand–
punkten und Sichtweisen der Berufsgruppen
wird zum zentralen Element. ImVorfeld wurde
entschieden, den Prozess und damit die 3-tä-
gige Strategieklausur intern zu moderieren und
keinen externen Berater hinzuzuziehen. Nach
• Ing. Peter Csukovits
Technischer Direktor - AKH-Wien
Leiter der Stabstelle Betriebsentwicklung - Direktion der Teil–
unternehmung AKH-Wien
c/o Allgemeines Krankenhaus der Stadt Wien - Universitätskliniken
Tel.Nr •H43(1)404001 701, E-Mail:
t
• Mag. Dr Martin Reich
Leiter der Abteilung Controlling - Direktion der Teilunterneh–
mung AKH-Wien
Leiter Arbeitskreis Gesundheitswesen Österreich - ICV
Tel.: -(•43(1)404003997, E-Mail:
Gleichzeitig wird ein Mehrjahresaspekt für Pla–
nung und Steuerung eingebracht, wodurch der
operative Controlling-Prozess um die stra–
tegische Komponente erweitert wird. Diese
Verzahnung muss im Zuge der Umsetzung der
BSC organisiert und gelebt werden. Die opera–
tiven Controlling-Instrumente müssen Messgrö–
ßen für die Maßnahmen, die aus den strate–
gischen Zielen abgeleitet wurden, liefern. Die
BSC des AKH-Wien stellt eine individuelle BSC
dar, die für das AKH-Wien selbst neu ist, nicht
nur vom Instrument, sondern auch vom zusam–
mengefassten Zielgefüge her gesehen. Das
neue daran ist das Zielgefüge" selbst, die Form
der Verzahnung der Einzelziele und die Darstel-
Durchführung der Strategieklausur kann diese
Entscheidung als vollkommen richtig bestätigt
werden. Die Anforderungen an alle Beteiligten
sollten dabei aber nicht unterschätzt werden.
Dieser Prozess wird in der Folge beschrieben.
Vorgang der Erarbeitung der BSC
des AKH-Wien
Das Strategiemodell des AKH-Wien ist ein dy–
namisches, d.h. es ist ein periodisches, vier–
teljährlich durchzuführendes Strategiere–
view vorgesehen. Basis bildet der strategische
Management-Planungs-Zyklus, bei dem auch
89