Seite 61 - CONTROLLER_Magazin_2008_05

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Teil erheblich zwischen 43 und 24% in den be–
trachteten Jahren.
Auffällig ist, dass oft die
Ergebnis-, Ziel- oder
Lösungsorientierung
genannt wird (20 %, 9
Nennungen). Diese Orientierung ist den Unter–
nehmen sehr wichtig, so wie auch das unter–
nehmerische Denken und Handeln. Daran ist
erkennbar, dass der Beteiligungscontroller nicht
nur „Lotse" ist, sondern
teilweise auch Funk–
tionen des Managements wahrnimmt
und
(interner) Consultant ist. Er hat die Aufgaben, die
Konzernleitung mit Zahlen und der Vorbereitung
strategischer und operativer Entscheidungen zu
unterstützen, aber er ist auch mit der aktiven
Steuerung betraut, um die gesteckten Ziele zu
en
-eichen. Er muss Entscheidungen mitverant–
worten und damit über gewisse Management–
kompetenzen verfügen.
In 8 Stellenanzeigen (17 %) wird auf die
Belast–
barkeit
des Mitarbeiters im Beteiligungscontrol–
ling eingegangen. Durch die geforderte Flexibili–
tät, Mobilität, die Ausarbeitung von Präsentati–
onen und die Vermittlungsfunktion wird viel Zeit
in Anspruch genommen. Um dies alles souverän
zu bewältigen, sollte er belastbar sein.
Es gibt sehr vielfältige persönliche Anforde–
rungen an den Beteiligungscontroller. In der
vortiegenden Studie sind nach der Zusammen–
fassung einiger Merkmale insgesamt 28 Vor–
aussetzungen genannt worden. Somit ist ein
breites Feld an Eigenschaften in demBerufsbild
en/vünscht. Die Durchführung einer ABC-Analy–
se lässt die wichtigsten Kriterien transparent
werden. Wie in Abb. 5 zu sehen ist, machen die
ersten 12 Kriterien von 28 (43 %) einen Anteil
von 80 % aus. Von der relativ geringen Konzent–
ration kann auf die Vielzahl unterschiedlicher
Kriterten und damit auf sehr unternehmensindi–
viduelle persönliche Anforderungen an einen
Beteiligungscontroller geschlossen werden.
Zusammenfassung
Ein fachlich passender Bewerber für das Betei–
ligungscontrolling sollte auf jeden Fall internati–
onal orientiert sein und über ein erfolgreich ab–
geschlossenes Studium mit den entspre–
chenden Schwerpunktfächern verfügen. Da–
nach sollte er einige Jahre in Unternehmen
Berufserfahrung gesammelt haben, wobei dafür
verschiedene Berufsfelder möglich sind. Er soll–
te verhandlungssicheres Englisch, bzw. gerne
weitere Fremdsprachen und bevorzugt Aus–
landserfahrung mitbringen, um sich in dem in–
ternational ausgerichteten Unternehmen bewe–
gen zu können. IT-Kenntnisse sind unerlässlich.
Ein idealer Bewerber hat bereits Erfahrung im
Umgang mit SAP gesammelt. Er sollte sich im
Laufe seines Werdegangs Kenntnisse imRech–
nungswesen angeeignet haben und u.a. die na–
tionale und internationale Rechnungslegung
beherrschen.
Persönlich sollte der ideale Bewerber eine hohe
Reisebereitschaft bzw. Flexibilität mitbringen.
Dies unterscheidet ihn wesentlich von seinen
Kollegen im allgemeinen Controlling. Eine analy–
tische und konzeptionelle Arbeitsweise ist eben–
so wichtig. Die Kommunikationsfähigkeit spielt
eine große Rolle für die ertolgreiche Vermittlung
Studien der letzten Jahre als bei den fachlichen
Anforderungen. Dies ist auf die „Trennschärfe"
der Stichprobe im Vergleich zu den in der Lite–
ratur dokumentierten Auswertungen zurückzu–
führen. Für die Funktion des Beteiligungscon–
trollers werden Kandidaten gesucht, die sich
wesentlich in den persönlichen als in den fach–
lichen Anforderungen von ihren Controllerkolle–
gen unterscheiden.
Literaturverzeichnis:
Borchers, S.; Trebes, D.: Konzerncontrolling in
der Praxis, in: Controlling, Bd. 11,1999, S. 23-
28 Krupp, A.D.: Beteiligungscontrolling, Norder–
stedt 2007
Littkemann, J . ; Eisenberg, D; u.a.: Ergebnisse
einer Längsschnittuntersuchung zum Aufga–
bengebiet und Anforderungsprofil des Beteili–
gungscontrollers, in: Controlling, Heft 3, 2007,
Autoren
• Prof Dr Alfred Krupp
ist Professor für allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Insbeson–
dere Unternehmensführung am Fachbereich Wirtschaftswis–
senschaften an der Fachhochschule Bonn-Rheln-Sieg in Sankt
Augustin. Die Schwerpunkte seiner Tätigkeit liegen Im Perso–
nal- und Beteiligungscontrolling.
• Melanie Tilgen
studiert Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Controlling
im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Fachhochschule
Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin.
und Präsentation von Analysen und Lösungen.
Einerseits sollte er selbstständig arbeiten, aber
auch die Teamfähigkeit dart nicht fehlen. Zudem
sind Überzeugungskraft, Durchsetzungsvermö–
gen, sicheres Auftreten und Engagement wich–
tige Eckpfeiler, die das Profil des Bewerbers ab–
runden. Bringt er dann noch das notwendige un–
ternehmerische Denken und Ergebnisorientie–
rung mit, kann er sich für die überwiegende
Anzahl der Stellen erfolgreich bewert)en.
Interessanterweise gibt es bei den persönlichen
Anforderungen größere Abweichungen zu den
S.137-144
Volk, G.: Das Anforderungsprofil an den Beteili–
gungscontroller, in: Schulte, C. (Hrsg.): Beteili–
gungscontrolling, Wiesbaden 1994, S. 139-158
Kalwait, R.; Maginot, C; u.a.: Wenn Controller
wechseln wollen: Controller's Anforderungspro–
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Hering, E.; Rieg, R.: Prozessorientiertes Control–
ling-Management, München 2001
Ziegenbein, K.: Kompakt-Training Controlling, 2.
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Küpper, H.-U.: Controlling, 4. Auflage, Stuttgart
2005
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