Seite 33 - CONTROLLER_Magazin_2008_05

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Nach ihren Ursachen
lassen sich folgende
betriebliche Gefahren unterscheiden:"
1. externe Risilten,
z.B. Naturkatastrophen
oder der Ausfall der öffentlichen Versorgung,
2. technische Risiken,
z.B. technische De–
fekte von ivlaschinen und Anlagen aufgrund von
Verschleiß, Ermüdung, mangelhafter Wartung,
Überbelastung oder Verschmutzung,
3.
organisatorische
Risiken,
z.B. durch das
Fehlen einer eindeutigen Zuordnung von Aufga–
ben und Verantwortlichkeiten, eines angemes–
senen Notfalldienstes sowie von Notfallplänen
und
4.
menschliche Risiken,
z.B. Mitarbeiterfehler
aufgrund fehlender Qualifikation oder mensch–
lichem Versagen, Sabotage und Mitarbeiterde–
likte.
Nach dem Schadensobjekt werden Sachrisiken
als Gefahr einer Beeinträchtigung oder Zerstö–
rung von eigenen oder fremden Sachanlagen,
Personenrisiken als Bedrohung von betriebsin–
ternen oder -externen Personen und Umweltri–
siken als Gefahr für die natürliche Unterneh–
mensumwelt unterschieden,"
Abschließend können Gefährdungen des be–
trieblichen Leistungserstellungsprozesses nach
der
Risikowirkung in Kostenrisiken aufgrund ei–
ner ungeplanten Reparatur bzw. Ersatzinvestiti–
on sowie von Sanierungs- und Entsorgungskos–
ten, Produktionsausfallrisiken, Umsatzrisiken
durch
Ertragseinbußen, Haftungsrisiken durch
mögliche Schadensersatzleistungen und Ima–
gerisiken unterteilt werden." Darüber hinaus ist
die Zahlung höherer Beiträge bei Versiche–
rungen und Berufsgenossenschaften eine po–
tenzielle Gefahr
Betriebliche Gefahren sind durch folgende
Merkmale
charakterisiert:
• Es handelt sich um
reine Risiken,
d.h. ihr
Auftreten hat stets negative Folgen und ist
nicht mit einer Chance verknüpft.
• Vom Risikoumfang können sie das gesamte
Spektrum von
Bagatell- bis Existenzri–
siken
einnehmen. Für das Auftreten eines
existenziellen Schadensausmaßes ist nicht
unbedingt eine Risikokumulation notwendig.
Vor allem durch Katastrophen ausgelöste Ri–
siken können ein sehr hohes Schadenpoten–
tial aufweisen.
• Die
Dominanz unternehmensinterner Ri–
sikoursachen
erschwert ihre Identifikation
und Bewertung, da nur eingeschränkt auf
Ertahrungswerte anderer Unternehmen zu–
rückgegriffen werden kann. Zudem müssen
aufgrund der Verschiedenartigkeit der Ein–
zelrisiken unterschiedliche Identifikations–
und Bewertungsverfahren kombiniert wer–
den.™
• Zahlreiche
Verflechtungen im Leistungs-
erstellungsprozess
erschweren die Ab–
schätzung der potenziellen Schadenshöhe.
• Sie sind häufig versicherbar, ihr Schadens–
ausmaß wird jedoch
nicht vollständig
durch Versicherungen abgedeckt.
Bei–
spielsweise deckt eine Feuerversicherung
nicht die Gefahr der Abwanderung von quali–
fiziertem Personal, einen Vertrauensverlust
bei Kunden oder einen Verlust der Kreditwür–
digkeit bei Investoren und Banken ab.""
• Bei entsprechender Datenlage handelt es sich
bei ihnen um quantitativ-messbare Risiken.
Das Schadensausmaß lässt sich anhand ent–
sprechender Szenarien abschätzen. Allerdings
ist insbesondere die Eintrittswahrscheinlich–
keit von externen Risiken schwer prognosti–
zierbar, da es sich bei ihnen um Low-Fre-
quency-High-lmpact-Risiken handelt."
Die Ziele einer betrieblichen Gefahrenab–
wehr umfassen
• die Herstellung und Aufrechterhaltung des
störungsfreien Ablaufs der betrieblichen Leis–
tungserstellungsprozesse eines Unterneh–
mens
• unter Beachtung der relevanten gesetzlichen
Anforderungen,
• die Minimierung der Auswirkungen von Scha–
densfällen und
• die Weiterleitung von notwendigen Informati–
onen an interne Entscheidungsträger, die Öf–
fentlichkeit sowie zuständige Behörden.
Die betriebliche Gefahrenabwehr hat demnach
die Identifikation möglicher Risikoursachen, die
Quantifizierung ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit
und ihres Schadensausmaßes sowie die Ent–
wicklung entsprechender Steuerungsmaß–
nahmen zur Aufgabe. Sie weist Schnittstellen
zur Arbeitssicherheit sowie Unfallverhütung,
zum Gesundheitsschutz der Mitarbeiter sowie
zum Instandhaltungs-, Qualitäts- und Versiche–
rungsmanagement auf.
Die Implementierung einer betrieblichen Gefah–
renabwehr bietet zahlreiche Vorteile, wie in Ab–
bildung 2 dargestellt.
Integration der betrieblichen Ge–
fahrenabwehr in ein unterneh-
mensweites RMS
Das Konzept der betrieblichen Gefahrenabwehr
kann auch als spezielles Risikomanagement
verstanden werden. Hierbei erfolgt i.d.R. eine
Fokussierung auf reine Einzelrisiken." (Abb.
3)
R i s i kof ak tor en
S chadensob j ek t
R i s i kowi r kung
Externe Ursachen
Interne Ursachen
• technische Ursachen
• organisatorische
Ursachen
• menschliche Ursachen
Sachschäden
Personenschäden
Umweltschäden
Höhere Kosten (Er –
satzinvestition etc.)
Höhere Beiträge
Produktionsausfall
Umsatzrückgänge
Schadensersatz,
Haftung
Imageschäden
U r s a chenbezogene Dimens i on
WI r kungsbezogene Dimens i on
Abb. 1: Ursachen- und wirkungsbezogene Darstellung betrieblicher Gefahren
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