Seite 26 - CONTROLLER_Magazin_2008_05

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Risikocontrolling / Risikomanagement
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Risikocontrolling und strategisches
Risikomanagement (Teil 2):
Identifikation und Bewältigung strategischer Risiken in Workshops
von Werner Gleißner, Leinfelden-Echterdingen
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strategisches Risikomanagement erfordert zu–
nächst die Kenntnis der strategischen Risiken.
In diesem Artikel werden die wichtigsten
Me-
thoden der strategischen Risikoanalyse vorge–
stellt (für weitere Methoden der strategischen
Risikoanalyse, speziell unter Beachtung von
Realoptionen siehe Kaninke, 2004). Dabei wird
ein Vorschlag für die Durchführung von Wori<-
shops der Unternehmensführung zur Identifika–
tion strategischer Risiken und speziell eine
Methodik zur Beurteilung der Bedrohung von
Kernkompetenzen erläutert.
Workshop zur strategischen Risi–
koanalyse
Der Workshop „Strategische Risikoanalyse"
geht von der Grundannahme aus, dass diejeni–
gen Risiken für das Unternehmen von beson–
ders hoher Bedeutung sind, die durch unge–
plante Änderungen in den Ausprägungen der
Erfolgspotenziale der Marktcharakteristika zu
einem Verfehlen der strategischen Ziele führen
können. Im Rahmen des Workshops wird die
Unternehmensstrategie unter Risikogesichts–
punkten analysiert.
Der ganze Workshop orientiert sich an zwei
zentralen Fragen:
• Von welchen Faktoren ist der langfnstige
Erfolg eines Unternehmens abhängig?
-» Welchen Risiken (speziell Bedrohungen) sind
diese Erfolgsfaktoren ausgesetzt?
Die Bedrohungen der zentralen Erfolgsfaktoren
sind die maßgeblichen „strategischen Risiken",
da sie oft „bestandsgefährdend" im Sinne des
KonTraG sind.
Der Workshop „Strategische Risikoanalyse"
gliedert sich beispielsweise in folgende Ab–
schnitte:
(1) Analyse der strategischen Markt–
risiken und „Trendrisiken"
Unter den bestandsgefährdenden Risiken findet
man oft Marktrisiken, wie insbesondere die
Insolvenzstatistik immer wieder belegt. Solche
(Absatz-) Marktrisiken — wie bspw. Nachfrage–
schwankungen, Markteintritte neuer Wettbe–
werber oder Veränderungen der Kundenwün–
sche — werden daher in dieser Phase analy–
siert. Dafür wird insbesondere ein aus dem in–
dustrieökonomischen Porter-Ansatz (Porter,
1992 und Budd, 1994) der Wettbewerbskräfte
abgeleitetes Analyseinstrument eingesetzt. Vor
allem werden die Märkte systematisch bezüg–
lich der Marktbedingungen (Wettbewert)skräfte)
charakterisiert, die den Risikoumfang eines
Marktes bestimmen. Solche Wettbewerbskräfte
sind bspw. die Marktwachstumsrate, die Diffe–
renzierungsmöglichkeiten, die Markteintntts-
hemmnisse sowie die Abhängigkeit von Kunden
und Lieferanten.
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