Seite 25 - CONTROLLER_Magazin_2008_05

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• „Funktionierende" Tools,
die deshalb fas-
zinationstreibend bzw. faszinationsbehaftet
sind, weil es sich um bewährte Standards
handelt. Auch Standards, die ex definitione
niemals innovativ sein können, denn sonst
wären sie keine Standards, können also
faszinieren (z. B. Wertonentiertes Control–
ling, Risk-Controlling). Aber: Im Consumer-
bereich gibt es mitunter zumindest Stan–
dardpotenziale (z. B. das iPhone im Jahre
2007) schon bei innovativer Markteinfüh–
rung. Gibt es das auch im Controlling? Nun
ja, evtl. beim zwar nicht ganz mehr so jun–
gen Kernkompetenz-Controlling und bei
Basel III als Vision.
Fazit
Es gibt
diverse Auffälligkeiten
beim Blick auf
Abb. 4 und Abb. 5. Einige davon sind:
• Offenbar existiert ein relativ hohes Faszinati–
onsniveau bei Controllingleistungen im Ver–
gleich zum Consumersektor, nämlich bzgl,
Rhetorik der Spitzenwert 5,9 aus Manager–
sicht im Vergleich zum Allgemeinwert 7,7
bei Gesundheit. Controlling scheint also tat–
sächlich faszinieren zu können!
• Innerhalb der Controllingservices gibt es
hohe Faszination bei den Leistungen bzw.
Objekten die neu und/oder künden- bzw.
marktnah sind (Managersicht).
«• Bei anderen Controllingitems (z. B. Control–
ler Akademie) entsteht dort hohe Faszinati–
on, wo Kommunikation, Bildung und auch
ein bereits länger etabliertes Image vorhan–
den sind.
- Sieht man einmal von der Äpfel/Birnen-Ver–
gleichsproblematik verschiedener Untersu–
chungen ab, so weisen Manager und auch
Controller ein geringeres Faszinationsniveau
in Abb. 5 als der Durchschnittskonsument It.
Abb. 1 auf (vgl. die jeweiligen Spitzenwerte
in Abb. 1 vs. Abb. 5) Gibt es hier die geistige
Ermüdung bei Spitzenkräften in der Wirt–
schaft (Have-seen-it-all-Syndrom?)
« Faszinationen sind emotionsgeladene, of
träumerische Ideale, ohne dies selbst zu er–
reichen oder anzustreben (Beispiel: Er–
löscontrolling bzgl. Controllerinvolvement).
• Die beiden Items „Controller als Business–
partner" vs. „Ertolgsabhängige Vergütung"
zeigen, dass auch managerseits weniger
Abb. 5/2: Allgemeine Faszination (Auswahl dargestelltl bei Managern und Controllern
faszinierende - um nicht zu sagen: unbe–
liebte - Objekte zumindest aber den Con–
troller doch faszinieren können.
Auch solche Tools, die nur als nur bedingt
effektiv eingeschätzt werden (Witt / Witt
2007), strahlen offenbar - vielleicht durch
Namen und Ursprung (USA) - Faszination
aus (Beispiel: Six Sigma).
Auch „gefährliche" Herausforderungen
(fachliche Duelle mit externen Beratern) lö–
sen oft Faszination aus, auch wenn sie in der
Alltagswelt eher ungeliebt sind (weil im Ex–
tremfall nämlich positionsgefährdend für
den Controller).
Exoten haben ex Definition wohl zumindest
doch eine gewisse Faszinationskraft (ERP-
Controlling, das zumindest in der Liste ge–
mäß Abb.4 überhaupt auftaucht, wenn auch
auf hinteren Plätzen).
Traditionais (BPR, BSC) faszinieren nicht
mehr (stark).
- Vereinfachtes, weil assistentengestütztes
und visualisierendes Datamining scheint ein
künftiges Faszinations-Highlight zu werden.
• Weltweite Reportingstandards scheinen
auch auf einen gewissen Simplifikations-
wunsch hinzudeuten.
••Manche Personenpositionierungen (z. B.
Dr. Deyhle) sprechen für sich! Ein „faszinie–
rendes Controlling" fün/vahr!
Literatur
Franke, D.: Zum Abheben. Absatzwirtschaft
(Sonderheft zum Dt, Marketingtag) 2007, 34-
39
Witt, F-J.: Kundenlatenz. Controller Magazin
2004,145-154
Witt, F-J. / Witt, K,: Was wirkt wirklich in
Controller's Toolset?, Controller Magazin 2007,
462-466
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ü A
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• Kehn Witt
ist Dipl.-Verw. Dipl.-Kffr und profitierte vor allem aus der Mitar–
beit an Forschungs- und Beratungsprojekten (TIM&C) in den Be–
reichen Controllingtools, IT-Basierung des Controllingreports,
IFRS-Integration im Controlling, Statistics in Controllers Repor–
ting.
• Frank-J, Witt
Promotion zwar zunächst mit einem Marketingthema, aber
schon Mitte der 80er Jahre Wechsel ganz hin zum Controlling:
Mit seiner langjährigen Erfahrung aus Forschungs-, Beratung-
und Lehrtätigkeit als Professor u, als Leiter des Transfer-Instituts
Management&Controlling (TIM&C) liegen aktuelle Interessens-
schwerpunkte im verhaltensorientierten Controlling/Controlling–
theorie, Erlöscontrolling, Reporting mit IT-Stützung des Controlling.
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