Seite 17 - CONTROLLER_Magazin_2008_05

Basic HTML-Version

werden, ebenfalls eine Zuordnung zu einem
Service Segment in Erwägung zieiien.
Die Zuordnung des Halbfabrikats zu einem
Service Segment bedeutet, dass die Kosten,
die für die Fertigung des Halbfabrikats anfal–
len, dem Service Segment zugewiesen wer–
den. Ebenso werden die dem Halbfabrikat di–
rekt zuordenbaren Buchungen (Inventurdiffe–
renz, Umbewertung,...) auf das Service Seg–
ment kontiert.
Wichtig ist in diesem Fall natürlich, dass die
Kostenstellen, die für die Produktion der Halb–
fabrikate eingesetzt werden, ebenfalls dem
Service Segment zugeordnet werden. Diese
Buchungen führen dazu, dass das Service
Segment ein Ergebnis erzielt. Erneut ist zu ent–
scheiden, ob und wenn ja, wie dieses Ergebnis
auf die echten Segmente verrechnet werden
soll. Letztendlich haben in dieser Situation die
echten Segmente das Halbfabrikat zu teuer
oder zu günstig erhalten. Eine Verrechnung
des Service Segment-Ergebnisses dürfte also
sinnvoll sein.
Verrechnung der Ergebnisse des
Service Segments
Es ist zu übertegen, ob eine Verteilung je Kos–
tenart sinnvoll ist oder ob stattdessen mit Hilfe
einer Sekundärkostenart nur der Saldo aller
Kostenarten verteilt wird. Beispielsweise kann
es sinnvoll sein, eine Inventur- oder Preisdiffe–
renz unter Beibehaltung der Primärkostenart zu
verteilen, da die Werte für diese Kostenart ein–
facher interpretiert werden können als ein Be–
trag unter einer Sekundärkostenart, der eine
Saldierung von unterschiedlichen Effekten dar–
stellt.
Wird jede Kostenart extra verteilt, lässt sich
die Verteilung mit unterschiedlichen Schlüs–
seln vornehmen. Dadurch wird die Genauig–
keit verbessert. Da die Ermittlung Individueller
Verteilungsschlüssel sehr aufwändig sein
kann, sollte die individuelle Verteilung aber
nur für wertmäßig bedeutende Kostenarten
erwogen werden. Bei allen anderen Kosten–
arten empfiehlt sich eine Zusammenfassung.
Die Umlegung ertolgt mit Hilfe einer Sekun–
därkostenart.
Intra-Company-Verrechnungen
Der Austausch von Waren und Dienstleistun–
gen zwischen rechtlich selbständigen Gesell–
schaften eines Konzerns wird allgemein als In-
ter-Company-Verrechnung bezeichnet. Dabei
spielt es keine Rolle, ob bei diesemAustausch
zusätzlich zum Gesellschaftswechsel noch ein
Übergang von Segment 1 auf Segment 2 er–
folgt. Die Inter-Company-Verrechnung ist nicht
Gegenstand dieser Ausführungen. Im Fokus
unserer weiteren Betrachtung stehen aus–
schließlich Matenallieferungen innerhalb einer
Gesellschaft, bei denen es zu einem Wechsel
des Segments kommt. Diese Art der Verrech–
nung wird nachfolgend als Intra-Company-
Verrechnung bezeichnet.
Problemstellung: Das Segment S10 produziert
5.000 Stück eines Halbfabrikats, das sowohl
von diesem als auch vom Segment S20 ver–
braucht wird. Bei der Produktion des Halbfabri–
kats fallen im Segment S10 Materialkosten
(Konto 400000), Personalkosten (Konto
420000) und Abschreibungen (Konto 481000)
an. Bei der Wareneingangsbuchung für die zu–
rückgemeldete Gutmenge kommt es beim
Segment S10 zu einer Bestandsveränderung
(Konto 895000). Durch den nachfolgenden
Verbrauch des Halbfabrikats entsteht bei bei–
den Segmenten eine Bestandsveränderungs–
buchung (Konto 890000). Beide Segmente
produzieren aus dem Halbfabrikat ein Endpro–
dukt, das auf Lager gelegt wird, wodurch es
bei beiden Segmenten zu einer weiteren Be–
standsveränderung (Konto 895500) kommt. In
der betrachteten Periode hat kein Verkauf
stattgefunden. Abbildung 8 zeigt das Perioden–
ergebnis für die beiden Segmente. Die Positi–
onen des Gesamtkostenvertahrens sind als
Zwischensummen hervorgehoben.
Auf den ersten Blick könnte der Eindruck ent–
stehen, dass alles in Ordnung ist, aber das
stimmt nicht. Beim Segment
S10
wird eine
zu hohe Bestandsveränderung ausgewie–
sen. Das von diesem Segment produzierte
Halbfabrikat hat eine Zugangsbuchung in Höhe
von - 51.600 EUR ausgelöst (Konto 895000).
Dieses Halbfabrikat ist inzwischen vollständig
vert)raucht. Die Bestandsveränderungsbuchung
wurde aber nicht in voller Höhe aufgelöst. Im
Segment SlO wurden nur 41.280 EUR gebucht
(Konto 890000), da die Restmenge vom ande–
ren Segment S20 verbraucht wurde. Die Liefe–
rung des Halbfabrikats an das Segment S20
stellt aus Sicht des Segments S10 einen Ver–
kauf dar Eine Buchung für Umsatzerlöse wurde
allerdings nicht vorgenommen.
Beim Segment S20 sieht es nicht besser aus.
Der Vertjrauch des von S10 gelieferten Halbfab–
rikats wird hier als Bestandsabbau gebucht
(Konto 890000). Dadurch fällt die betriebliche
Leistung des Segments S20 zu gering aus. Der
VertDrauch des Halbfabrikats stellt aus Sicht von
S20 einen Materialaufwand dar Ein Betrag wird
in dieser Position aber nicht angezeigt.
Aus externer Sicht sind mit Blick auf die Gesell–
schaft alle Buchungen korrekt. Es wurde nichts
verkauft, deshalb dürfen keine Umsatzerlöse
ausgewiesen werden. Es liegt kein Halbfabrikat
mehr auf Lager, und das wird durch die Salden
der beiden Konten 890000 und 895000 auch
richtig angezeigt. Da lediglich für die Produkti–
on des Halbfabrikats ein echter Rohstoffver–
brauch stattgefunden hat, ist auch der ausge-
1?
1^
Ergebmskonten
seeeee
Uasatzerloese I n l a n |
Umj a t zer l ose
895500 Zugang Endprodukt i
890000 Abgang H a l b f a b r i k a t e
895600 Zugang Halbfabr ikate
Bes t and i ve r ande rung
Ciesamtl ei stung
460080 Verbrauch Rohstoffe 1
Ma t e n
.51
auf wand
426606 Fer t i gungs
-LoelV
Pe r sona l aufwand
481066 Abschreibungen
Abschreibungen
B e t r i e b s e r g e b n i s
Sumue
1
Seg S10
0-
0-
96.028-
41.280
51.600-
106.348-
106.348-
21 .875
21 .875
25.630
25.630
8.100
8.1G0
50 743-
50.743-
Seg S20
6-
0-
53 578-
10.320
43 258-
43 258-
0
0
16 750
16 750
18 320
18.320
8.187-
8 187-
Abb 8: Betriebsergebnis der Segmente SlO und S20 ohne Intra-Company-Verrechnungen
29