Seite 14 - CONTROLLER_Magazin_2008_05

Basic HTML-Version

SegmentberJchterstanung nach IFRS
Belastung mit
Primär- und
Sekundärkosten
Sekundärverrectinung
an andere Kostenstellen
48,000 -
Ergebnisberictit für das Service Segment
Materialaufwand
120.000 +
Personalautwand
430.000 +
Absctireibungen
120.000 +
Sonstiger Aufwand
30.000 +
Belastung gesamt
700.000 +
Sekundärverrectinung
630.000 -
Ergebnis des Segments
70.000 +
Abb. 4: Ergebnis des Senice Segments durch die Zuordnung der Kostenstellen des allgemeinen Bereichs
gruppen verfügen und dass alle Kostenstellen
korrekt zugeordnet sind. Unbedeutend ist da–
gegen die Anzahl der Kostenstellen, die jede
Gesellschaft hat.
1.
Zuordnung der Kostenstellen des all–
gemeinen Bereichs
Kostenstellen aus dem allgemeinen Bereich
können in der Regel keinem Segment zugeord–
net werden, da sie Leistungen für alle Seg–
mente erbringen. Eine Aufspaltung dieser Kos–
tenstellen wäre zwar denkbar In diesem Fall
hätte jedes Segment eine eigene Gebäudekos-
Segment keine Auswirkung auf das IVIonatser-
gebnis dieses Segments.
Um die Aussagekraft der Kostenstellenrech–
nung zu verbessern, wird statt der Umlage
aber häufig eine direkte Leistungsverrech–
nung
für
die Verrechnung der Istkosten
herangezogen. Die Venwendung einer Leis–
tungsverrechnung hat allerdings zur Folge,
dass auf der sendenden Kostenstelle jeden
Monat eine Über- oder Unterdeckung entsteht.
Die Kostenstelle weist mithin ein günstiges
oder ungünstiges Ergebnis aus. In dieser Situ–
ation bedeutet die Zuordnung der Kostenstelle
zu einem echten Segment (SIC, S20 oder
• Dr
Oliver
Schob
ist bei Plaut Consulting gmbH in Ismaning als Berater und Pro–
jektleiter in zahlreichen nationalen und internationalen Pro–
jekten in Groß- und Mittelstandsunternehmen tätig. Inhaltliche
Schwerpunkte seiner Arbeit sind Auswirkungen der IFRS-Ein-
führung auf das Controlling, die Harmonisierung des internen
und externen Rechnungswesens, die integrierte Unternehmens-
planung und das Value Based Controlling.
tenstelle, Energiekostenstelle, usw. Diese Auf–
spaltung würde aber nur eine Genauigkeit vor–
täuschen, da eine verursachungsgerechte Bu–
chung der Primäri<osten auf diese Kostenstellen
in vielen Fällen unmöglich wäre.
Ist eine Aufspaltung nicht sinnvoll, muss eine
Zuordnung der existierenden Kostenstellen zu
Segmenten ertolgen. Hierfür gibt es zwei Alter–
nativen: Zum einen könnte man versucht sein,
alle Kostenstellen dem größten Segment zuzu–
ordnen oder willkürlich per Los ein Segment
auszuwählen. Dies wäre eine sehr pragma–
tische Lösung: verteilen alle Kostenstellen des
allgemeinen Bereichs ihre gesamten Istkosten
jeden Monat mit Hilfe einer Umlage, dann hat
26
die Zuordnung dieser Kostenstellen zu einem
530), dass dieses das Ergebnis der Kosten–
stelle übernehmen muss, obwohl es dafür nur
zum Teil verantwortlich ist. Um solche Unge–
rechtigkeiten und die dadurch verursachte Un-
genauigkeit in den Segmentergebnissen aus–
zuschließen, sollten die Kostenstellen des
allgemeinen Bereichs einem Service Seg–
ment zugeordnet werden.
Damit ist das Problem allerdings noch nicht voll–
ständig gelöst. Durch die Zuordnung der Kosten–
stellen zu einem Service Segment weist dieses
Segment in jeder Perlode ein positives oder ne–
gatives Ergebnis aus (siehe Abbildung 4), was zu
der Frage führt, wie man mit diesem Ergebnis
umgehen soll. Sind die monatlichen Über–
oder Unterdeckungen auf den sendenden
Kostenstellen nur sehr gering, könnte man
auf eine Verrechnung verzichten. Das Ergeb–
nis der echten Segmente würde ja nur unwe–
sentlich beeinflusst.
Vorstellbar ist auch eine Situation, in der die
Gewinne bzw. Verluste für das Service Seg–
ment gewollt sind. Das Service Segment erhält
eine Ergebnisverantwortung und einen verant–
wortlichen Manager, verbunden mit der Hoff–
nung, dass dadurch der Kostenanfall in den
Kostenstellen des Service Segments reduziert
werden kann. Eine konsequente Weiterfüh–
rung dieses Gedankens führt zur Einführung
von festen Transferpreisen für innerbetrieb–
liche Leistungen Nach unserer Erfahrung
ist dies eine sehr zeitaufwändige Vorge–
hensweise, deren Kosten den Nutzen häu–
fig übersteigt.
Müssen die Gewinne bzw. Verluste des Sen/ice
Segments verteilt werden, kommen verschie–
dene Verfahren in Betracht. Innerhalb der Kos–
tenstellenrechnung gibt es die Möglichkeit einer
Isttarif-Ermittlung mit anschließender Nach–
verrechnung. Der „Gewinn" bzw. „Vertust" der
sendenden Kostenstelle wird dabei anteilig auf
die empfangenden Kostenstellen verteilt.
Diese Form der Verrechnung innerhalb der Kos–
tenstellenrechnung führt dazu, dass das Service
Segment keinen Gewinn oder Vertust erzielen
kann, da alle zugeordneten Kostenstellen am
Perioden-Ende auf Null gebracht werden. Aus
Sicht der Kostenstellenrechnung ist diese Nach–
verrechnung in vielen Fällen aber unenwünscht:
im ungünstigen Fall bedeutet es ja, dass die
UnWirtschaftlichkeiten der sendenden Kos–
tenstellen auf die anderen Kostenstellen
weitergewälzt werden. Verzichtet man aus
dem genannten Grund auf die Nachverrechnung
zwischen den Kostenstellen, ist eine Verrech–
nung zwischen den Segmenten vorzunehmen.
2.
Zuordnung der Kostenstellen des Ma–
terialbereichs
In Großunternehmen gibt es im Matenaibe–
reich typischerweise mehrere Kostenstellen
für den Einkauf und die Lagerabwicklung. Die
dazu gehörenden Kostenstellen orientieren
sich aber viel eher an Tätigkeiten als an Pro-
ONTROLLER