C M Controller magazin 2/07 - Helmut Hopp
ist und pr imär naci i trägl icl i l^iiler fest–
stellt, um Schuldige suchen, anklagen und
bestrafen zu können, ist Controlling als
Steuerungskonzept zukunftsorientiert,
wobe i Pl anung, Hi lfe zur Selbsthi l fe,
Beratung und Leitung im Vordergrund
stehen. In der theoret ischen Diskussion
um den Terminus Control l ing hat We–
ber mindestens drei unterschiedl iche
Ausr ichtungen ausgemacht und jeweils
analysiert^":
•
Con t r o l l i ng als I n f o rma t i onsve r –
sorgungssystem,
•
Control l ing als speziel le Form der
Führung,
•
Control l ing als Koordinierungsfunkti–
on.
Weber hat versucht, die unterschiedlichen
Begriffsbestimmungen, die er al lesamt für
berecht igt ansieht , in einen eigenen De–
finitionsansatz
zu integrieren: „Aufgabe
des Controlling ist die Sicherstellung der
Rationalität der Führung (. ) Sicher
Stellung bedeutet Subsidiarität. Umf ang
und Ausprägung des Control l ing werden
v om Umf ang und Ausprägung der Ratio–
nal itätsdefizite der Führung best immt"^' .
Auch im Rahmen des New Public Manage–
ments hat Control l ing grundsätzl ich die
Aufgabe, die Rat ional i tät des Führens
sicherzustel len. Control l ing muss pr imär
verhindern, dass die Eigenrat ional i täten
der dezentralen Organisat ionseinhei ten
nicht zu Lasten des Gesamtsystems ge–
hen. Wi rd beispielsweise die Kompetenz
zu dezentraler Ressourcenverantwortung
übe rmäß i g st rapazier t , kann
dieses der Gesamt rat ional i tät
einer Verwal tungsorganisat ion
durchaus schaden . Insowei t
hat Control l ing die Aufgabe, die
jewei l ige Führung in den Stand
zu versetzen, in Bezug auf das
Gesamtsystem rat ionale Ent–
scheidungen zu treffen. Dazu
sind i nnerha l b des Systems
Rückkoppelungen notwendig,
d i e übe r Sol l - I st -Vergl e i che
Abweichungen feststellen, um
darauf aufbauend Gegenmaß–
n a hme n vor zusch l agen . Die
Abbi ldung 6 verdeut l icht die
Rolle des Control l ings im Rah–
men von Kont raktmanagement
und dezentraler Ressourcenver–
antwor tung .
Die Re i chwe i te des Cont rol –
l i ngs kann un t e r sch i ed l i ch
ausgeprägt sein. Sowei t das
Control l ing lang- bzw. mi ttel frist ig greift
und sich pr imär auf die Aufgaben sowie
die sachl ichen Zielsetzungen einer Ver–
wal tungsorganisat ion bezieht, handel t es
sich um strategisches Control l ing. Wenn
das Control l ing kurzfristig ausgerichtet
ist und sich auf die zei tnahe Bewäl t igung
konkreter Aufgaben bezieht , ist das ope–
rative Control l ing gemeint .
Das st rategische Cont rol l ing ha t die
Funkt ion, gesel lschaftl iche, pol i t ische,
w i r t s cha f t l i che u n d t echno l og i sche
Entwicklungen systemat isch zu beob–
achten, um die Verwal tung in die Lage
zu versetzen, ihre pol itischen Ziele und
Programmeze i tnah an diese Entwicklun–
gen anpassen zu können. Es bezieht sich
überdies vor al lem auf die politisch-stra–
tegische Zielsetzung, die Kongruenz von
Zielsetzungen und Aufgaben sowie auf
das Vorhal ten eines Frühwarnsystems.
Zusammenfassend geht es da r um, dass
das Control l ing dafür Sorge trägt , dass
die Verwal tung die richtigen Dinge tut .
Dabei muss jedoch auch berücksicht igt
werden, dass strategisches Control l ing
sehr anspruchsvol l ist und die jeweilige
politische Vertretungskörperschaft mi t
einzubeziehen ist.
Das operat ive Control l ing hat demge–
genüber die Funkt ion, das Planungs- ,
Kontroll- und Informat ionsversorgungs–
system des konkreten Verwa l tungsma-
Politische
Vertretungskörperschaft
(z.B. Gemeinderat )
I
I
nagement s zu koordinieren. Zu di esem
Zweck muss rege lmäß i g beobach t e t
werden , ob die tatsächl iche konkrete
Dur ch f ührung mi t den st rategischen
Zielsetzungen in Einklang gebracht wer–
den kann. Insofern kann das operat ive
Cont rol l ing aus den Ent sche i dungen
hergeleitet werden, die im Rahmen des
langfristigen Controllings gefällt werden.
Das operat ive Controlling stellt somi t den
Aufbau und die Pflege eines Informations–
systems sicher, das auf Basis von konkre–
ten Zielsetzungen und Budgetvorgaben
die konkrete Steuerung der Fachbereiche
ermögl icht. So ist auch das nachstehende
Zitat von Albers zu deuten: „Controlling als
I ns tmment der verbesserten Führung der
Verwal tung verstanden, bedeutet unter
anderem, dass globale Ziele vorgegeben
werden (strategisches Handeln) , die es zu
erreichen gilt, wobe i der Weg zur Errei–
chung der Ziele (das operat ive Handeln)
mögl ichst den für die Ausführung der
Beschlüsse Verantwor t l ichen übedassen
bleiben sollte. Erst die Rückkopplung, die
Ergebniskontrolle, muss wieder von den
Vertretungskörperschaften übernommen
we r den" " .
5. New Public Management und Good
Governance
Als die Idee des New Public Manage–
ments um das lahr 2 0 0 0 zusehends in
Verwaltungsführung
(z.B. Magistrat)
Strategievorschlage
Koordinatjor^einpfehlungen
Berichte und Auswer tungen
Zielvorgabe
Leitung des
Fachbereichs
Zentraler
Steuerungsdienst
(Controlling-Einheit)
Berichte der Facht iereiche
J
Steuerung durch
Zielvorgaben. Programme ,
durch def inierte "Produkte«
Berichte
und Analysen
Dezentrale
Steuerungs-Hilfsstelle
Ausführungsstelle
( z .
B. Relerat. Gruppe)
(Ausführung)
BerKht e
(z .B. ütier Kosten und Leistungen)
Abb. 6: Vernetzte Steuerkreise^^
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