Seite 49 - 2007-02

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die Angaben gaindsätzi ici i oi ine Rüci<griff
auf die Angaben im Konzernabscl i luss
verständl ich sein.
2.3. Internationaiisierung durch das
Bilanzrechtsreformgesetz (BilReG)
In den vergangenen lahren waren zwar
viele große, aber nicht die Masse inlän–
discher Unt ernehmen - e twa aufgrund
von Börsenordnungen - verpf l ichtet ,
internat ionale Rechnungslegungsstan–
dards a n z uwe nd e n und dami t auch
auf die i n t e r na t i ona l en I ns t r umen t e
externer Rechnungslegung zurückzu–
greifen. Zu diesen Standards zählen US-
Generally Accepted Accounting Principles
(US-GAAP) und Internat ional Account ing
Standards (lAS) bzw. nach der Reorgani–
sat ion des Standardsetters Internat ional
Financial Report ing Standards (IFRS). M i t
Verabschiedung der sog. lAS-Verordnung
( 1 6 0 6 / 2 0 0 2 ) durch die Europä i sche
Union im |ahr 2 0 0 2 wurden kapi talmarkt –
orient ierte Unt ernehmen in den Mi tgl ied–
staaten ab 2 0 0 5 verpf l ichtet , bei der
Konzernrechnungslegung internat ionale
Re c h n u n g s l e g u n g s s t a n d a r d s a n z u –
wenden. ' "
Art ikel 4 der lAS-Verordnung verpf l ichtet
kapi talmarktor ient ierte Mut terunterneh–
men für Geschäftsjahre, die nach dem
3 1 . 1 2 . 2 0 0 4 beginnen, einen Konzernab–
schluss nach IFRS aufzustel len. Als kapi–
talmarktor ient ier t gel ten Unt ernehmen ,
deren Eigen- oder Fremdkapi tal t i tel (i.d.R.
Akt ien oder Schuldverschreibungen) zu
diesem Zei tpunkt in einem bel iebigen
EU-Mi tgl iedstaat zum Handel an e inem
geregelten Ma r k t zugelassen sind. Für
alle anderen Konzerne sowie auch für den
Einzelabschluss besteht ein Mi tgl iedstaa–
tenwahl recht bezügl ich der Anwendung
von IFRS (Art. 5). Eine Übergangsfrist bis
2 0 0 7 besteht für US-GAAP-Bilanzierer,
die e inem Börsenlisting in den USA un–
terl iegen, sowie für Unt ernehmen , die
ausschließlich Fremdkapi tal t i tel emi t t iert
haben (Art. 9).
Der deutsche Gesetzgeber hat mi t dem
BilReG das HGB u.a. um § 315a ergänzt
und pr imär die von der EU-Verordnung
bet rof fenen deut schen Un t e r nehmen
vonderHGB-Konzernrechnungslegungs-
pflicht wei testgehend befreit (§ 315a Abs.
1 HGB). Diesen kapi talmarktor ient ier ten
Mut terunternehmen stehen solche gleich,
die z um jewei l igen Bi lanzst ichtag die
Zulassung eines Wertpapiers im Sinne
des § 2 Abs. 1 S. 1 WpHG z um Handel
an einem organisierten Ma r k t im Sinne
des § 2 Abs. 5 WpHG im Inland bean–
tragt haben (§ 315a Abs. 2 HGB). Zudem
besteht für nicht -kapi talmarktor ient ierte
Mu t t e run t e rnehmen ein Wahl recht zur
befreienden Aufstel lung eines IFRS-Kon-
zernabschlusses (§ 315a Abs. 3 HGB).
Neben Kapitalgesel lschaften gilt dieses
Wahl recht auch für bes t immt e Personen–
gesellschaften und Einzelkauf leute (gem.
§ 2 6 4 a HGB, § 11 PublG) sowie Branchen
(etwa § 3401 HGB).
Der befreiende Konzernabschluss um–
fasst alle oben dargestel l ten Inst rumente
des HGB-Konzernabschlusses. Bislang
gibt es jedoch keinen befreienden Kon–
zernlagebericht. Daher sind kapi talmarkt–
orientierte deutsche Mut terunternehmen
gemäß § 315 HGB i .Vm. § 315a HGB
CM
Controller
magazin 2/07
Konzernabschlus.s
.Jahresabschluss
Kapi talmarktor ient ierte
Unternehmen
EU: IFRS-Abschluss verpf l ichtend ab
1.1.2005 in den Mi tgl iedstaaten
Deutschland: Umsetzung der l AS -
Verordnung durch Einführung \ on
.315a Abs. 1 u n d 2 I K i B
EU: Mi tgl iedstaatenwahlrecht
Deutschland: IKRS-Abschluss
ausschließlieh zu Informat ionszwecken
(OfTenlegung), § 325 Abs. 2a HGB
Nicht-
kapi talmarktorient icrte
Unternehmen
EU: Mi tgl iedstaatenwahlrecht
Deutschland: Wahlrecht zwischen
IFRS- und HGB-Abschluss, § 315 a
Abs. 3 HGB
EU: Mi tgl iedstaatenwahlrecht
Deutschland: IFRS-Abschluss
ausschl ießl ich zu Informat ionszwecken
(Of fenlegung) , § 325 Abs. 2a HGB
Abb. 1: Konkretisierung der lAS-Verordnung in Deutschland durch das BilReG"
155
bislang we i t erh i n zur Erstel lung und
Veröffent l ichung eines HGB-Konzernla-
geberichts verpf l ichtet .
Neben der bef reienden Wi r kung von
IFRS-Konzernabschlüssen wu r de mi t
dem BilReG auch eine befreiende Wir–
kung für den Jahresabschluss kodifiziert,
wobe i sich diese ausdrückl ich auf die
Of fenlegung beschränkt (§ 3 2 5 Abs. 2a
S. 1 HGB). Dies bedeutet im Ergebnis,
dass sämt l iche deutsche Un t e rnehmen ,
die ihren Jahresabschluss of fenlegen
müssen, auch jene gem. § 2 6 4 a HGB,
§ 9 PublG und § 3401 HGB, die Mög –
l ichkei t haben , neben d em handels–
recht l ichen lahresabschluss auch einen
Einzelabschluss nach IFRS für Offenle-
gungszwecke zu erstel len. Für Zwecke
der Ausschüt tungsbemessung häl t der
deutsche Gesetzgeber be im Einzelab–
schluss zunächst noch demons t ra t i v an
der Rechnungslegungspf l icht nach HGB
fest. Grund ist, dass der Jahresabschluss
neben I n f o rma t i onszwecken , die ein
Abschluss nach IFRS anerkannt ermaßen
gut erfül l t , auch als Grundlage für die
Ausschüt tungsbemessung und für die
s t euer l i che Gew i nne rmi t t l ung d i en t .
Abb. 1 zeigt ausgehend von der lAS-Ver-
ordnung die Neuerungen im HGB durch
das BilReG im Überbl ick.
Der in praxi beobachtbare Trend hin zu
einer imme r schnel leren Internat iona–
i isierung der Rechnungslegung mach t
dennoch nicht vor dem Einzelabschluss
Hal t . Wagenhofer begründet diese Ten–
denz mi t der Internat ionai isierung der
Kapi talmärkte und der Geschäftistätigkeit
der Unt ernehmen wei t über Landes-