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magazin 2/07 - Peter Gampenrieder/Anneke Behrendt
(1) den lahresabschluss bestehend aus
Bi lanz, GuV und Anhang (§ 2 6 4 Abs.
1 HGB) sowie
(2) den Lagebericht (§ 2 8 9 HGB).
Um die Rechenschaftslegungspf l ichten
mi t der Unternehmensgröße in Einklang
zu br ingen, enthäl t § 2 6 7 Abs. 1 -3 HGB
eine Differenzierung nach kleinen, mi t tel –
großen und großen Kapitalgesellschaften.
So können z. B. kleine Kapitalgesel l–
schaften auf eine Lageberichterstattung
verzichten (§ 2 6 4 Abs. 1 S. 3 HGB) und
müssen ihren lahresabschluss auch nicht
prüfen lassen (§ 316 Abs. 1 HGB). Ebenso
sind nur große Kapi talgesel lschaf ten
verpf l ichtet , ihren Jahresabschluss im
Bundesanze iger of fenzul egen (§ 3 2 5
Abs. 2 HGB).
Bei Vodiegen konzerntypischer Rechte
nach § 2 9 0 Abs. 1 oder 2 HGB kommen
(3) der Konzernabschluss (§ 2 9 7 Abs. 1
HGB) und
(4) der Konzernlagebericht (§ 315 HGB)
des Mu t t e run t e rnehmens dazu.
Der Konzernabschluss enthä l t neben
Konzernbilanz, Konzern GuVund Konzern–
anhang (§§ 313 - 314 HGB) zwingend die
Bestandtei le Kapitalflussrechnung sowie
Eigenkapi talspiegel . Für Konzernmut –
t erunt ernehmen besteht ein Wahl recht
zur Aufstel lung einer Segmentberichter–
stat tung. Ferner existieren Inst rumente
freiwilliger Publ izi tät wie z. B. Umwel tbe–
richte, Sozial- oder Ökobi lanzen, auf die
hier nicht wei ter eingegangen wi rd.
Zu (1): Der lahresabschluss von Kapital–
gesellschaften soll mi t Bilanz, GuV und
Anhang , die eine Einheit bi lden, unter
Beachtung der Grundsätze ordnungs–
mäßiger Buchführung (GoB) den Adres–
saten ein den tatsächl ichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Vermögens- ,
Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft
vermi t teln. Die Bilanz als zei tpunktbezo–
gene Bestandsgrößenrechnung enthäl t
die nach handelsrecht l ichen Ansatz- und
Bewe r t ungsvo r sch r i f t en e rm i t t e l t e n
Vermögensgegenstände, Bilanzierungs–
hi lfen, Fi rmenwer te, Schulden, Rückstel–
lungen, Rechnungsabgrenzungsposten
sowie das Eigenkapital . Sie gibt auf der
Passivseite Auskunft über die Herkunf t
finanzieller Mi t te l und auf der Akt ivsei te
über die korrespondierende Verwendung.
Anhand der GuV als zei t raumbezogene
St romgrößenr echnung wi rd der Peri–
odenerfolg als Saldo von Erträgen und
Aufwendungen ermi t tel t . Der Anhang
soll Informat ionen bereitstel len, die nicht
aus Bilanz und GuV en t nommen werden
können. Er hat eine Edäuterungs- , Ergän-
zungs-, Korrektur- und Ent lastungsfunk–
t ion, um sys t emimmanen t e Schwächen
von Bilanz und GuV auszugleichen.7
Zu (2): Der Lagebericht hat den lahres–
abschluss um eine Gesamtbeur tei lung
des Unt ernehmens aus Sicht der Ge–
schäf tslei tung neben vergangenhei ts-
bezogenen vor al lem mi t prospekt iven
und unsicherhei tsor ient ierten Angaben
zu ergänzen. Der Lagebericht hat reine
Informat ionsfunkt ion; er verdichtet die
Absch l uss i nforma t i onen und ergänzt
sie in sachl icher und zeitlicher Hinsicht.
Bestandtei le sind der Wirtschafts- , Nach–
trags-, Prognose- und Risikobericht" sowie
Angaben zu Forschung und Entwicklung.
Gr oße Kap i t a l gese l l scha f t en h a b e n
überdies auch über re l evant e nicht–
f inanziel le Leistungsindikatoren sowie
über Umwel t - und Arbei tnehmerbelange
zu ber ichten.
Zu (3): Der Konzernabschluss zeigt den
Erfolg einer am Ma r k t oper i erenden
Unt ernehmensgruppe unter der recht–
l ichen Fikt ion, als ob alle Konzernun–
t ernehmen ein einziges Un t e rnehmen
wä r en . Dabei werden durch verschiede–
ne Konsol idierungsmethoden Informa–
t ionsdef izi te im Vergleich zu lediglich
summi e r t en Einzelabschlüssen ausge–
g l i chen . Be i sp i e l swe i se e n t h ä l t ein
Summenabschluss Verrechnungspreise
für konzerninterne Leistungen und Ge-
winnthesaur i erungen und bietet somi t
die Mögl i chke i t zur Ver lagerung von
Gewinnen und Verlusten innerhalb der
Gruppe. Als Adressaten gel ten insbeson–
dere Aufsichtsrat und Antei lseigner der
Muttergesel lschaft , aber auch Investoren
und Gläubiger von Konzernunternehmen
sowi e die brei te Öf fent l ichkei t . Dem
Ko n z e r n a n h a n g we r d e n i den t i s che
Funk t i onen wi e d em Anhang nur in
Bezug auf Konzernbi lanz und -GuV zu–
gesprochen. Er stellt keine Summa t i on
der Anhangsangaben der einbezogenen
Konzernunternehmen dar, sondern ist
selbstständig unter Berücksicht igung
der Verhäl tnisse aus Konzernsicht auf–
zustel len.
Kapi tal f lussrechnung, Segmentber icht –
e r s t a t t ung u n d E i genkap i t a l sp i ege l
als jüngere Bestandtei le des Konzern–
abschlusses sind im HGB i nha l t l i ch
nicht geregelt, werden jedoch durch DRS
2 , 3 und 7 konkretisiert."
» • Die Kapi ta l f lussrechnung ist eine
l iquidi tätsor ient ier te St romgrößen–
rechnung, die den Konzernabschluss
mi t detai l l ierten Informat ionen über
die Finanzlage ergänzt . Sie kann ent–
weder direkt auf Ein- und Auszahlun–
gen von Bar- und Buchgeld beruhen
oder indirekt durch Rückrechnung
per iodi s i er ter Größen aus Bi lanz
und GuV ermi t tel t werden. Ziel ist
die Vermi t t lung von Informat ionen
über zah l ungswi r ksame Vorgänge
des betriebl ichen Produkt ions- und
Absatzprozesses, Investitions- und
Finanzierungstät igkei ten sowie über
die Fähigkeit des Konzerns, Zahlungs–
überschüsse zu erwi r tschaf ten (und
kredi twürdig zu bleiben). Der letztge–
nannte Aspekt bi ldet eine Schnittstel–
le zur Un t emehmensbewe r t ung .
* * Die Segmen t be r i ch t e r s t a t t ung ist
eine Aufgl iederung der Rechnungs–
legungsdaten nach Unternehmens–
bereichen und regionalen Mä r k t en .
Es wi rd zwischen zwei theoret ischen
Ansät zen unterschieden: dem Ma –
nagement Approach, d . h . inhal t l iche
und st rukture l l e Abg r enzung der
Segmente entsprechen der internen
Organisations- und Führungsstruk–
tur des Konzerns, und d em Risk
and Reward Approach als Abgren–
zung a n h a n d der Chancen - und
Risikenstruktur der Segmente. Die
Segmentber i cht ers t a t tung soll als
Basis zur Erfolgsprognose und Risi–
koeinschätzung eines diversifizierten
Unternehmens dienen.
» • Der Eigenkapi ta l spi ege l zeigt die
Entwicklung der Eigenkapitalbestand–
teile des Konzerns auf. Er schließt als
Über iei tungsrechnung die Informa–
t ionslücke der Konzernabschluss–
adressaten, insbesondere der Eigen–
kapi talgeber und Gläubiger, indem
er auch E i genkap i t a l ände r ungen
durch ergebnisneutrale Bewertungs–
änderungen oder Verrechnung von
Rücklagen mi t dem Bi l anzgewinn
im Konzern aufzeigt, die in Konzern–
bi lanz und -GuV nicht ohne wei teres
na chvo l l z i ehba r s i nd . Er e r höh t
somi t die Transparenz der Konzern–
abschlüsse.
Zu (4): Der Konzernlagebericht hat schließ–
lich die Aufgabe, einen konsol idierten
Einblick in den Geschäftsvedauf und die
wirtschaftl iche Lage der f ikt iven Rechts–
einheit Konzern zu geben. Analog zum
Lagebericht im Jahresabschluss müssen
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