CM
Controller
magazin 2/07
Controlling - Zeitreise.
Von Kontrolle mit K
zur Steuerung mit
modernem Controlling
Alfred Biel (rechts) neben Trainer Dipl.-Kfm. |ens Ropers,
Controller Akademie, im Controller Congress 2006
von Dipl.-Betriebswirt Fachjournalist (DFJV) Alfred
Biel
Die CONTROLLER'S E-NEWS v om
14. Dezember 2006 des Internat ionalen
Control ler Verein e. V. (ICV) meldeten
u. a.:
„Die European Business School
(ebs) hat Karlheinz Hornung, Vor–
standmi tgl ied und CFO der MAN
AG, Prof. Dr. lürgen Weber, Inhaber
des Lehrstuhls für Control l ing und
Telekommunikat ion, Stiftungslehr–
stuhl der Telekom AG an der WHU
- Otto Beisheim-Hochschule in Val–
lendar, und Prof. Dr. Dr. h.c. mul t .
Peter Hor vä t h , ehema l s Inhaber
des Lehrstuhls für Control l ing und
Al lgemeine BWL an der Universi tät
Stuttgart, Aufsichtsratsvorsitzender
der Horväth AG, Ehrendoktor t i tel
ver l iehen.
Alle drei Persönl ichkeiten sind Mi t –
glieder im Internat ionalen Controller
Verein.
An der akademi schen Feier am
7.
Dezember auf dem Campus Schloss
Reichar tshausen nahm sei tens des
ICV dessen Leiter des Redaktionsaus–
schusses, Al fred Biel, tei l . Er hat Aus–
züge aus den Redebeiträgen der durch
die EBS Geehrten, aus der Laudat io von
Prof. Dr Schäffer und der Begrüßungsre–
de von Prof. Dr |ahns sowie Eindrücke
aus den Pausendiskussionen zu einer
„Zei treise" zusammengefasst .
Controlling eine „Erfindung" der
Praxis als Antwort auf wachsende
Anforderungen
Controlling ist eine „Erfindung" der Praxis,
so Horväth. Die wissenschaftliche Ausein–
andersetzung begann mi t dem Thema
„Control" bereits in der frühen Manage
mentlehre. Hornung stellte die Anfänge
des Control l ing dar: Die Buchhal tung
reduzierte sich damals auf das Erfassen
von Belegen. Kontrolle fand durch
„Walking
around" des Eigentümers statt.
Einelangfristige Strategiewar, soHornung,
nicht vorhanden, die Ergebnisrechnung
erstellte der private Steuerberater, Cash–
f low wurde anhand des täglichen Konto–
auszugs der Hausbank überwacht. Dies
funktionierte dem Vernehmen nach auch
recht gut, bis auf einmal eine strategische
Weichenstellung entstand.
Soll man nun investieren, um für die
neuen Herausforderungen Größe, mehr
logist ische Aufgaben zumi ndes t im
europäischen Wettbewerb gerüstet zu
sein? Der Vorstandsvorsitzende, so führte
Hornungaus, derbisher die wesentlichen
Entscheidungen alleine, aufgrund einer
sehr beschränkten Datenbasis getroffen
hat, war jetzt überfordert.
Globale Märkte, Diversifizierung, Spe–
zialisierung führten zu einer nicht mehr
überschaubaren Datenflut. Er brauchte
einen Filter, wie Hornung sagte. Erst im
Laufe der sich wandelnden betriebswirt–
schaftlichen Anforderungen, so Hornung,
und mithi lfe der Wissenschaft entwickelte
sich das Controlling.
Die IT schaffte neue Möglichkeiten,
aber auch neue Probleme
Gleichzeitig, wie Hornung ausführ te,
eröffneten sich dem Controller mi thi l fe
der immer al lgegenwärt igen IT neue,
ungeahnte Mögl ichkei ten. Simulations–
rechnungen waren innerhalb weniger
Minuten verfügbar. Fragen konnte man
binnen kurzer Zeit beantworten, teilweise
in Realtime Verarbeitung. Dies führte zu
einem vol lkommen neuen Anforderungs–
profi l an den Controller Er musste neben
dem Verständnis fiJr die betriebl ichen
Abläufe auch deren Abbi ldung in den
ITProgrammen begreifen, wie Hornung
schilderte.
Bei den älteren Mi tarbei tern fijhrte dies,
dem Beitrag zufolge, zu kuriosen Aus–
wüchsen. So wurden DV-Ausdrucke noch
mi t den parallel geführten handschrift;-
lichen Aufzeichnungen verglichen. Mi t
zunehmender Stabilität der ITProgram-
me und dem wachsenden Kostendruck
verschwand diese Doppelarbeit. Bei der
Hinter legung der betr iebswi rtschaf t l i –
chen Logik in den IT-Programmen hat die
Wissenschaft: aus der Sicht von Hornung
einen wesentlichen Beitrag zur Entwick-
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