CM Controller magazin 4/06 - Franz Schmid
Zugr i f f s
der Finanzverwaltung auf
die elektronische Buchführung des
Steuerpflichtigen."
Dabei kann die F i nanzve rwakung i.R. de s
Datenzugriffs nach ihrer Wahl ver l angen ,
d a s s ihr (vgl. Abbi ldung):
1
. Einsicht in die gespe i che r t en Daten
g ewä h r t wi rd und der Prüfer d a s
D a t e n v e r a r b e i t u n g s s y s t e m d e s
St euerpf l i cht igen zur Prüfung de r
Unter lagen nu t zen darf (Zugriffsrecht
Z
1
, unmi t t e l ba r e r Zugriff);
2 .
Daten nach den Vorgaben de s Prüfers
dur ch den Steuerpfl icht igen maschi –
nell a u s g ewe r t e t we r d e n (Zugriffs–
recht Z
2 ;
mi t t e lbarer Zugriff);
3 .
die ge spe i che r t en Unt er l agen und
Aufzeichnungen auf e inem maschi –
nell ve rwe r t ba r en Da t en t r äge r zur
Verfügung gestel l t we r den (Zugriffs–
recht Z
3 ,
Da t en t r ägembe r l a s s ung ) . "
Für we l che Art de s Datenzugriffs sich die
Finanzverwa l tung ent sche ide t , s t eh t in
ihrem Ermessen. Die E rme s s e n s gmnd e
sind gericht l ich übe r p r ü f ba r Allerdings
kann die Finanzverwa l tung nach d em
S t eue r ändemngsge s e t z
2 0 0 1
Ermessens–
g r ü n d e bis z um Ze i tpunkt de r l e t z t en
münd l i chen Verhandlung nacht rägl i ch
konkret isieren.
IV. MIT DER PRÜFUNGSANORDNUNG
VERSENDET DAS FA EINEN FRAGE–
BOGEN ZUM EDV-SYSTEM
Zur Vorberei tung einer EDV-gestützten
Bet r iebsprüfung mu s s sich de r Prüfer vor
Prüfungsbeginn eine Übersicht übe r die
e i n g e s e t z t e Hard und Sof twa r e d e s
Steuerpf l icht igen verschaffen. Mit de r
Ano r dnung der Prühjng we rden d a h e r
zum Teil geziel te Fragen zum EDV-Sy-
Z I
(unmittelbar)
11
(mittelbar)
Z3
(Datenträgerüberlassung)
Mitarbeiter
od.
Dritter
DV-System(e)
des Unternehmens
Die Kosten dieser Maßnahmen trägt der
Steuerpflichtige.
Davon erfasst sind so–
wohl die Kosten für die erfordediche Hard-
und Software als auch die Kosten für da s
erfordediche Personal, um dem Prüfer den
Datenzugriff zu ermögl ichen. '^ Für die mit
d em Datenzugriffsrecht in Zus ammen –
hang s t ehenden künftigen Kosten kann
eine Rückstellung gebildet we r den . "
Die drei Ma ß n a hme n s t ehen de r Finanz–
ve rwa l t ung nur i.R. einer Außenprüfung
zu, die Ei ns i ch t nahme und Nu t zung müs –
sen a l so der Ermi t t lung de r s teuer i i chen
Verhäl tnisse de r von de r Prühjng betrof–
fenen Personen d i enen . Der sachl i che
Umfang der Außenp r üh j ng wird dur ch
di ese Regelung dagegen nicht erwei ter t .
Ge g e n s t a n d d e r Au ß e n p r ü f u n g s i nd
we i t e r h i n nu r di e s c h o n b i s he r auf-
bewahrungspf l i cht igen Unterlagen.^"
Stern
erfolgen. Die F i nanzve rwa l t ung
ve rwende t hierzu tei lweise einhei t l iche
Fr agenka t a l oge , die d e n Datenzugr i ff
vorberei ten sollen.^'
1.
Die Fragen sind
Umfang rechtmäßig
nach Art und
Der Fr agebogen zum EDV-System ist
wede r als Pr ü f ungs ano r dnung noch als
e i gens t änd i ge r Verwa l tungsakt zu ver–
s t ehen . Er di ent d em Prüfer nur dazu ,
sich einen Überblick übe r die Hard- und
Software der be im Steuerpfl icht igen ge–
führ ten digi talen Unter iagen zu verschaf–
fen. Die im Fragenkatalog aufgeführ ten
Frages tel lungen gehen zwa r s eh r wei t
und werden ma n c h e n Steuerpfl icht igen
überfordern, sind jedoch zulässig, denn
de r e i gen t l i che Da t enzugr i f f
i
.R. de r
Außenprüfung, der in d a s „Grundrecht
auf informat ionel le Se l bs t be s t immung"
eingreift, ist dur ch d a s
Recht des Staats
auf Informationsteilhabe
zur Gewähr
e ines gl e i chmäßigen Belastungserfolgs
gerechtfert igt , sowei t er im Einzelfall d em
Gmnd s a t z der Verhäkni smäßigke i t ent–
s p r i ch t . "
Die Fragen sind auch von ihrem Umfang
nicht zu b e a n s t a nd e n , da sie selbs t noch
keinen unmi t t e l ba r en Datenzugriff er–
mögl ichen und es d em Steuerpfl icht igen
frei s t eht , wie präz i se er diese Fragen
b e a n t wo r t e t bzw. b e a n t wo r t e n kann .
Durch den Fragebogen will der Prüfer:
> Einsatzbereiche der digi talen Buch–
führung im Vorfeld e rkennen ;
I
Anforderungen de r Software im Hin–
blick auf die Grundsä t ze ordnungs –
mäßiger DV-gestützter Buchfühmngs-
s y s t eme (GoBS) prüfen zu können;
I
b e t r i e b s s p e z i f i s c h e Ump r o -
g r ammi e r ungen der Sof tware
erfahren;
I
I n f o rma t i onen zur Archivie–
rung der Buchha l t ung s da t en
erha l t en;
I
Or gan i s a t i ons r ege l ungen zur
EDV in
Er f ahmng br ingen.
Im Ergebnis klärt die Beantwor –
t ung de s Fr agebogens d a h e r be–
reits im Vorfeld viele, sons t erst i.R.
der BP auf t retende Fragen ab . Hier–
mit wird eine kürzere Prüfung beim
Steuerpfl icht igen mögl ich, da der
Prüfer bere i t s bei Beginn die DV-
ge s t ü t z t e Buchha l t ung bes se r be–
urtei len kann. Der Steuerpfl icht ige
mu s s i.R. seiner Mi twi rkungspf l icht , da s
FA bei Ausübung de s Rechts auf Daten–
zugriff zu un t e r s t ü t zen , die en t spr echen–
den An twor t en erteilen.^^
2.
In welchem Zeitraum muss der
Fragebogen beantwortet werden?
Im Regelfall or ient ier t sich die Finanzver–
wa l t ung bei der Länge der gewäh r t en
Frist zur Bean two r t ung de s Fr agebogens
an
de r Bearbei tungszei t de s gäng i gs t en
Sys t emanb i e t e r s zur Bea rbe i t ung von
s t eue r i i chen Ange l egenhe i t en . Dieser
kann den Fragebogen innerha lb von
2
bis
3
Tagen be an two r t en . Mu s s der Steu–
erpflichtige den Fragenkatalog an
• se ine EDV-Abteilung,
% seinen Out sourc ing Par tner ode r an
% den entsprechendenSystemanbieter
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